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Robert-Martin Montag

FDP 19.11.2021 Sitzungen 7/65

Hebammenversorgung in ganz Thüringen sicherstellen – gelingende Arbeitsbedingungen fördern

Liebe Frau Meißner, ich schaue Sie einfach mal an, ich denke, Sie sind auch nicht ganz unbeteiligt an dem Thema. Danke der CDU-Fraktion, natürlich auch lieber Christoph Zippel, dass sie hier die Frage der Hebammenversorgung eingebracht hat. Tatsächlich brauchen wir Lösungen für einen Beruf, der in der Versorgung gebraucht wird und der auch ein Stück Versorgungsqualität sicherstellt, nicht zuletzt dort, wo wir es am meisten brauchen: bei unseren Kindern. Zielbild des Antrags ist, das Berufsbild der Hebammen weiter zu stärken und Nachwuchsgewinnung zu erleichtern. Das Ziel teilen wir unbestritten, auch die Intention damit. Aber ich glaube, es ist mindestens genauso wichtig, die Attraktivität des Berufs durch familienfreundliche Arbeitsbedingungen zu steigern. Dazu gehören: Einführung altersgerechter Arbeitsmodelle wie etwa verkürzte Schichtenmodelle oder Rotationsverfahren und auch den Hebammen die Möglichkeit zu geben, sich zu qualifizieren, um dann auch weitere Tätigkeiten und Aufgaben zu übernehmen. Zu Ihrer Frage „Innovativer Ansatz zur Stärkung des Berufsbilds“ gibt es bereits eine Initiative in NRW, wo man den Anteil der von Hebammen geleiteten Kreißsäle in geburtshilflichen Krankenhausabteilungen erhöhen will. Da gibt es auch schon Förderbedingungen. Ende 2022 sollen dann alle Kliniken bis zu 25.000 Euro beantragen, um hier die Qualifizierungsmaßnahmen durchzusetzen. Dieses Modell in NRW setzt auf Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Hebammen. Der Fokus liegt auf der Verbindung zwischen geburtshilflicher Versorgung durch Hebammen in Ergänzung des ärztlich geleiteten Kreißsaals. Das ist genau das, was wir an anderer Stelle immer wieder diskutieren: dass wir die Berufsbilder und die Tätigkeitsfelder der unterschiedlichen medizinischen Berufe stärker miteinander auch in ihrer Verantwortlichkeit verzahnen müssen. Da hätte ich mir jetzt gewünscht, dass man da vielleicht noch ganz konkret die NRW-Initiative mit aufgreift. Überdies gibt es davon schon 23 Modellregionen, in denen das schon gemacht wird. Die Folge einer solchen Qualifizierung im Berufsalltag – so will ich es mal sagen –, was also mehr als Wertschätzung ist, ist die Steigerung der Arbeitszufriedenheit der Hebammen, die Mütter fühlen sich im Kreißsaal wohler und die begleitenden Umfragen zeigen, dass 20 bis 25 Prozent der befragten Frauen in einem solchen Kreißsaal explizit ihre mögliche Erstwahl an Modellen suchen würden. Dann ist noch eine Forderung, die landesweite Kreißsaalplanung in die Landeskrankenhausplanung zu integrieren. Da würde ich dann gern noch mal im Ausschuss hören, was sich die Kollegen der CDU darunter ganz konkret vorstellen, weil sich meines Wissens das Betreiben eines Kreißsaals aus den Versorgungsleveln in der Kinderversorgung und der Stationsversorgung aus diesem sogenannten Drei-Level-System ableitet. Da haben wir mit Level 1 die höchste Versorgungsstufe für Neugeborene. Das ist die bestmögliche Versorgung, dann auch sozusagen die Komplexfälle Früh- und kranke Neugeborene. Dann haben wir Level 2 und abgeschichtet ist sozusagen der normale Kreißsaal, wie wir es vielleicht vom Krankenhaus um die Ecke kennen. Insofern gibt es schon Qualitätsvoraussetzungen, die erst das Betreiben auf diesen unterschiedlichen Leveln ermöglichen. Und so ist jetzt meine Schlussfolgerung, dass das natürlich schon originärer Teil auch der Krankenhausplanung sein sollte. Dann gibt es die Forderung eines Pilotprojekts. Auch da würde ich dann gern im Ausschuss noch mal diskutieren, was die CDU damit meint, ein Hebammenzentrum zu etablieren. Darunter kann ich mir nichts vorstellen, denn diese Qualitätsvorgaben gibt es ja schon. Ich habe eben darauf hingewiesen. Dann gibt es aber noch – das will ich noch sagen – das Pflege …

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