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Robert-Martin Montag

FDP 22.10.2021 Sitzungen 7/62

Der Weg zum selbstbestimmten Patienten: Gesundheitskompetenz bei Kindern und Jugendlichen stärken

Wir haben schon ein bisschen was gehört, wie wichtig Gesundheitskompetenz ist, auch was möglicherweise dazugehört. Dem kann ich gar nichts hinzufügen, will das auch nicht tun. (Beifall CDU) Insofern verstehe ich an der Stelle den Applaus der CDU-Fraktion nicht. (Heiterkeit DIE LINKE) Aber Politik hat ja auch immer so vom Grundsatz her einen pädagogischen Ansatz, deswegen nehme ich Sie mal mit auf eine Reise der Erkenntnis, warum überhaupt das Thema … (Zwischenruf Abg. Zippel, CDU) Ja, ja, ja, gestern schon im Corona-Ausschuss was gelernt. Aber die Frage ist: Was sind eigentlich die Grundlagen, warum ist das Problem tatsächlich virulent in Thüringen? Da will ich mich auf eine Studie beziehen, die genau das herauszuarbeiten versucht hat. In Thüringen hat mehr als jeder Zweite Schwierigkeiten, Informationen zu Gesundheitsfragen im Internet zu verstehen und zu bewerten. Da geht es wirklich nur um die elektronisch bereitgestellten Gesundheitsinformationen. Wir haben eine der niedrigsten Gesundheitskompetenzraten der Menschen in Deutschland im Bundesländervergleich. 44 Prozent der Befragten in Thüringen haben leider eben nur eine geringe digitale Gesundheitskompetenz, 53 Prozent aller Befragten finden es schwierig, generell Informationen zu beurteilen, die medizinischen Inhalt haben, und vor allen Dingen auch die Frage, ob sie auch zuverlässig sind, und 31 Prozent tun sich zudem schwer einzuschätzen, ob ihnen die Information, die sie gefunden haben, tatsächlich bei der Frage hilft, den eigenen Lösungsweg zu beschreiten. Man spricht dann von Therapiecompliance, also wenn der Patient sozusagen den Informationen medizinischer Fachkräfte dann auch Folge leistet. Das muss uns tatsächlich Sorgen machen, denn – es ist schon angesprochen worden – Gesundheitskompetenz ist ein zentrales Gut, weil es eben nicht nur der Umgang mit Informationen ist, sondern auch das Schlüsselziel, und am Ende bedeutet es auch Gesunderhaltung und ist Grundlage von dem, was wir normalerweise hier gern immer wieder unter Präventionsarbeit verstehen. Meine Damen und Herren, es ist viel gesagt worden, vielleicht noch ein Punkt zu Herrn Zippel: Es ist tatsächlich ein weites Feld – um auch noch mal hier vielleicht eine Anleihe zu finden –, deswegen ist die Verengung auf einen Punkt, glaube ich, zu kurz gegriffen. Deswegen haben wir hier zahlreiche Punkte angesprochen, die eben auch mal die Qualität der Angebotsstruktur in Thüringen in den Blick nehmen – auch da bin ich bei Ihnen. Es ist, glaube ich, auch der eine oder andere Ansatz durchaus zu hinterfragen, aber am Ende geht es um den Punkt, dass wir diese Gesundheitskompetenz dauerhaft und institutionalisiert dorthin bringen, wo sie hin muss, und das beginnt im Kindesalter. Insofern freue ich mich auf die Debatte und dann am Ende sicherlich auch – denke ich – eine gemeinsame gute Lösung für unsere Kinder und Jugendlichen und die dann irgendwann einmal werdenden Erwachsenen in unserem Land. Vielen Dank. (Beifall Gruppe der FDP)

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