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Cornelia Klisch

SPD 22.10.2021 Sitzungen 7/62

Der Weg zum selbstbestimmten Patienten: Gesundheitskompetenz bei Kindern und Jugendlichen stärken

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrter Herr Präsident! Wir haben es jetzt schon in verschiedenen Reden gehört, Gesundheitskompetenz entscheidet sich im Alltag. Es ist wirklich die Fähigkeit eines jeden Einzelnen, im Alltag Entscheidungen zu treffen, die der Gesundheit dienen oder die Gesundheit optimieren. Das ist gerade die Frage: Können wir Gesundheit optimieren? Ich habe gerade da hinten gehört, ich möchte auch das Recht haben, einmal krank zu werden. Prinzipiell ist aber Gesundheit etwas, das wir schützen sollten. Deswegen, natürlich, liebe FDP, kann man damit gar nicht früh genug anfangen, gerade unseren Kindern oder den Jugendlichen zu erklären, dass Gesundheit etwas ist, was sich im Leben entscheidet, und nicht im Krankenhaus oder beim Arzt. Insofern ist Gesundheitskompetenz eben auch nicht Sache von Fachleuten im Gesundheitswesen, sondern es ist eine multisektorale Aufgabe. Die Beispiele – es sind schon einige genannt worden – sind da sicherlich vielfältig. Seien es jetzt die Familien, die in der Kita beraten werden bei der Erziehung ihrer Kinder für gesunde Lebensweise, seien es die Schulpsychologen oder Sozialarbeiter, die in den Schulen die Jugendlichen beraten, wenn es um Mobbing geht und dafür sensibilisieren. Ich möchte auch die vielen ehrenamtlichen Trainer und Trainerinnen dazuzählen, die täglich in den Sportvereinen Jung und Alt dazu motivieren, sich zu bewegen. All das ist Gesundheitskompetenz, Gesundheitsprävention. Natürlich gehören da auch der Pausenapfel dazu oder auch das gesunde Arbeitsklima am Arbeitsplatz und der positive Stress, der Eustress, sodass man nicht immer so viel negativen Druck hat. Prinzipiell ist aber Gesundheit – das haben uns leider sehr viele Studien gezeigt – auch vom sozioökonomischen Status abhängig. Jemand, der reich oder gut gebildet ist, hat nicht nur eine bessere Gesundheit, sondern er hat auch mehr Ressourcen, um zum Beispiel gesundheitsschädliche Gewohnheiten zu verändern. Deshalb sind wir als Politiker – oder auch die Zivilgesellschaft – gefragt und auch in der Pflicht, gesundheitlich schlechter gestellten Bevölkerungsgruppen – und hier auch insbesondere den Jüngsten – gesunde Lebensbedingungen zu gewährleisten und sie vor allen Dingen zu befähigen, auch einen gesunden Lebensstil zu führen und einen sicheren und allseits guten Zugang zur Gesundheitsversorgung zu haben. Wir alle können auf jeden Fall dazu beitragen, diese gesundheitsförderlichen Lebensbedingungen zu schaffen und wir sollten – und da denke ich, hat die FDP sicherlich einen richtigen Fokus gesetzt – gerade die Jugend sensibilisieren und sollten Akteure aus allen Bereichen – nicht nur Gesundheitswesen –, wie Wissenschaft, Bildung, Politik, Wirtschaft und Medien hinzuziehen, um für Gesundheitsfragen zu sensibilisieren. Hier möchte ich noch mal ganz besonders die Gesundheitskommunikation herausstellen, denn mir erscheint es manchmal auch so, dass Sie gerade Gesundheitszusammenhänge frei interpretieren und da teilweise auch wirklich Irrmärchen erzählen. Ich denke, das sollte unser aller Ansatz sein, dass wir eine gute … (Zwischenruf Abg. Montag, Gruppe der FDP: Was, wir erzählen Märchen?) Nein, das war in Richtung AfD, Entschuldigung. Es sollte in Richtung einer guten Gesundheitskommunikation gehen, damit die Menschen einfach gesundheitliche Zusammenhänge leichter verstehen. In diesem Sinne, liebe FDP – jetzt meine ich Sie wirklich –: Ich freue mich auf eine gute Kommunikation. Ich würde mich freuen, wenn wir das im Ausschuss besprechen können, ich hoffe, Sie gehen da mit. Meine Fraktion würde beantragen, dass wir das im Gesundheitsausschuss weiter diskutieren. Danke schön. (Beifall DIE LINKE, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

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