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Robert-Martin Montag

FDP 22.10.2021 Sitzungen 7/62

Der Weg zum selbstbestimmten Patienten: Gesundheitskompetenz bei Kindern und Jugendlichen stärken

Sehr verehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen, wir haben ja, wenn es um die Frage der Gesundheitskompetenz geht, zumindest im erweiterten Sinne häufig getarnt als aus meiner Sicht illegitime politische Ernährungstipps, schon über den einen oder anderen Vorschlag hier im Plenum beraten. Das letzte Mal war es ein Verbot von zuckerhaltigen Getränken an Schulen, das die AfD gern wollte. Ich glaube immer noch, nicht nur, weil ich Liberaler bin, dass eine hohe Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung staatliche Lenkungseingriffe unnötig macht, um am Ende die Selbst- und Eigenverantwortung der Bürger zu stärken. Das geht eben nur, wenn wir sie entsprechend qualifizieren und diese Kompetenzen stärken. Aber es ist nicht nur für das Wohlergehen des Einzelnen, für die Gesundheit des Einzelnen von zentraler Bedeutung, sondern es hat natürlich auch Auswirkungen auf unser Gesundheitssystem. Aber was bedeutet es eigentlich, eine gute Gesundheit und Gesundheitskompetenz zu haben? Das ist natürlich zentral für eine hohe Lebensqualität, und zwar bis ins hohe Alter hinein. Gesundheitskompetenz ist somit eine der Schlüsselqualifikationen, wenn es um ein selbstbestimmtes Leben geht, denn den eigenen Körper, (Beifall Gruppe der FDP) die Gesundheit hat man nur einmal. Natürlich hilft eine gute Präventionsarbeit, also auch Resilienzstärkung, um Krankenhausaufenthalte, am Ende auch Kosten im Gesundheitswesen, zu vermeiden. Was bedeutet das auf der anderen Seite, wenn man es nicht hat? Orientierungsschwierigkeiten, sich im Gesundheitssystem, das durchaus zu den komplexeren Sozialsystemen in unserem Land gehört, zurechtzufinden. Ich habe noch nicht über die digitale Gesundheitskompetenz gesprochen, darauf komme ich noch. Wir wissen, das hat häufigere Einweisung in das Krankenhaus zur Folge, wenn Leute nicht selbst mit Gesundheitsinformationen umgehen können, häufigere Inanspruchnahme des Notfalldienstes, des ärztlichen Notfalldienstes und natürlich dann auch Kommunikationsschwierigkeiten mit den Gesundheitsberufen. Auf gut Deutsch: Was will mir der Mediziner/die Medizinerin eigentlich sagen? Wir wollen – das erwarten Sie gar nicht anders von Freien Demokraten – Menschen die Fähigkeiten verschaffen, selbstbestimmt und eigenverantwortlich Entscheidungen über ihre Gesundheit zu treffen, aus sich selbst heraus und nicht durch staatliche Verbote. Dazu braucht es das Auffinden, Verstehen und die Anwendung von Gesundheitsinformationen, auf gut Deutsch: die aktive Teilhabe und Entscheidungsfreiheit in Gesundheitsfragen zu haben. Auf der anderen Seite bedeutet eine gute Gesundheitskompetenz auch die eigenverantwortliche aktive Gesundheitsvorsorge. Das ist auf gut Deutsch das, was man tun kann, Herr Schubert, wenn Sie in Gera mal an der Gera entlanglaufen. Letzten Endes bedeutet es Wissen über die Auswirkungen einer richtigen bzw. falschen Ernährung, den Lebensstil, das Rauchen etc. Jetzt komme ich zu einem ganz entscheidenden Ansatz: Da fängt man am besten so früh damit an wie irgend möglich, nämlich im Kindesalter. (Beifall Gruppe der FDP) Deshalb ist eine entscheidende Forderung von uns, gemeinsam mit allen Akteuren ein Programm für Kinder und Jugendliche zu entwickeln, um diese Fähigkeiten zu stärken. Wir haben Ihnen Vorschläge gemacht. Im Übrigen ging es vor ein paar Tagen um die Frage, und zwar gemeinsam mit Frau Werner und den drogenpolitischen Sprechern, der Suchtprävention, wo auch noch mal gesagt wurde, dass Gesundheitskompetenz eben auch die Resilienz stärkt, das heißt auch die Selbstbehauptung gegenüber allerlei Versuchung. Dazu gehört nicht nur das Rauchen, dazu gehört nicht nur ein zuckerhaltiges Getränk, sondern dazu gehören auch Dinge, die wir im allgemeinen Politischen oftmals beklagen, dass vielleicht die Resilienz für eine einfache Lösung bei dem einen oder anderen fehlt. Auch das ist Kompetenz, und deswegen gehört das bei uns in die Schule von 1 bis 6. (Zwischenruf Abg. König-Preuss, DIE LINKE: Warum gucken Sie mich bei „Resilienz“ so an?) Ich weiß nicht, ich dachte, ich schaue Sie einfach mal an. Das ist ja eine normale Form der menschlichen Kommunikation, die zumeist über die Augen stattfindet. Insofern schaue ich das nächste Mal gerne woanders hin. Also, wir haben Ihnen den Vorschlag gemacht und ich hoffe auf eine interessante Debatte. Ich glaube, die Einführung und die Einbringung, das hat den Auftakt auf alle Fälle schon mal gegeben. Vielen Dank. (Beifall Gruppe der FDP)

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