Dirk Bergner
Wer das Land ernährt, verdient Respekt – Ergebnisorientierten Insektenschutz mit Landwirten umsetzen
Vielen Dank, Herr Präsident. Vielen Dank, Frau Ministerin, dass Sie schon wieder so freundlich sind, mir mehr Redezeit zur Verfügung zu stellen. Ich will es nicht ungebührlich ausdehnen, aber auf ein paar Punkte will ich dann doch noch kurz eingehen. Einmal noch in Richtung Kollegin Pfefferlein, das habe ich mir vorhin aus Zeitgründen verkniffen: Es geht hier nicht um Lobbyismus für chemische Industrie, was Sie uns unterstellt haben, sondern es geht darum, dass wir auch mit den Landwirten vor Ort sprechen – sollten Sie auch mal versuchen.
(Zwischenruf Abg. Wahl, BÜNDNIS 90/DIE
GRÜNEN: Machen wir regelmäßig!) Meine Damen und Herren, ich möchte zu dem Vortrag von Frau Ministerin kommen. Es geht überhaupt nicht darum, die Gefährdung von Arten infrage zu stellen. Das habe ich überhaupt nicht vor, sondern es geht darum, vor dem Irrglauben zu warnen, dass Landwirtschaft der alleinige Grund sei. Da will ich auch ganz konkrete Bilder, die ich da im Kopf vor dem geistigen Auge habe, abrufen und erinnere an landwirtschaftliche Flächen, wo Blühstreifen stehen. Ich erinnere an Landwirte, die entlang von Gewässern Feuchtwiesen extensiv bewirtschaften und ganz bewusst dort auch Insekten zulassen, übrigens an Gewässern, wo wir dann aber im Gegenzug aus Siedlungen schädliche Abwassereinleitungen haben, übrigens auch von Dörfern, die laut Wassergesetz unter eine feste, starre Grenze rutschen, wo es zulässig wäre, gemeinsame Kläranlagen gefördert zu bekommen. Das will ich an der Stelle auch mal mit ganz klar sagen. Ich habe vor dem geistigen Auge auch das Bild von Gärten, die in den Siedlungen, die neben den landwirtschaftlichen Flächen sind, intensiv bewirtschaftet werden, wo jede Woche der Mähroboter drüberfährt und außer einer akkurat geschnittenen Hecke nichts mehr übrig ist, während sich der Landwirt daneben durchaus schon deutlich in seiner Bewirtschaftungsart umgestellt hat, weil er natürlich ein Verständnis dafür hat, dass sein Feld, sein Acker auch für kommende Generationen und seine Erben ein Kapital ist. Deswegen will ich auch ganz kurz und deutlich noch einmal sagen: Es geht darum, mit den Landwirten zu kooperieren. Es geht eben nicht darum, sie zu bevormunden und sie zu gängeln. Deswegen werbe ich sehr dafür, dass wir unseren Antrag an den Ausschuss für Landwirtschaft, Infrastruktur verweisen und eben mit den Landwirten reden und mit ihnen kooperieren, anstatt ihnen einseitig Schuld zuzuweisen. Danke schön.
(Beifall Gruppe der FDP)
