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Dirk Bergner

FDP 21.10.2021 Sitzungen 7/61

Wer das Land ernährt, verdient Respekt – Ergebnisorientierten Insektenschutz mit Landwirten umsetzen

Vielen Dank, Herr Präsident. Meine sehr verehrten Kolleginnen und Kollegen, das vom Bundestag und vom Bundesrat verabschiedete Aktionsprogramm Insektenschutz bedeutet für viele landwirtschaftliche Betriebe aus dem konventionellen, aber auch aus dem Biobereich schwerwiegende Einschnitte. Durch die geplanten Auflagen und Verbote wird es den Landwirten erneut schwieriger gemacht, ihre Flächen auskömmlich zu bewirtschaften. Das könnte dazu führen, dass viele landwirtschaftliche Flächen stillgelegt werden – in Zeiten von Hungersnöten in manchen Teilen der Welt sicherlich kein Zeichen, das man setzen möchte. Und auch die Nahrungsmittelsicherheit in Deutschland ist nicht als gottgegeben anzusehen. Zudem sind wir auf die Pflege der Kulturlandschaften angewiesen, meine sehr verehrten Kolleginnen und Kollegen. Und die Grundlage eines ergebnisorientierten und dadurch erfolgreichen Insektenschutzes ist die Festlegung eines exakten Schutzguts und damit eines klaren Ziels. Es muss entschieden werden, ob für den Naturschutz eine große Insektenbiomasse, eine große biologische Vielfalt oder ein Kompromiss von beidem eben am besten ist, und daran fehlt es bisher ganz eindeutig. Es muss weiterhin untersucht werden, meine Damen und Herren, welche Einflussfaktoren jenseits der Landwirtschaft ebenfalls zur Senkung der Insektenbiomasse beitragen. Alle möglichen Auswirkungen auf den Zustand der Insekten in städtischen und ländlichen Räumen müssen mitgedacht und dann auch transparent gewertet werden. Lichtsmog, durchaus elektrische Felder, die es auch von Windrädern gibt, Flächenversiegelung, Störung von Lebensräumen, übrigens auch in Siedlungsräumen wie beispielsweise von Gewässern, die dort alles andere als naturnah sind, haben eine ebenso vielfältige und massive Auswirkung auf die Insektenwelt. Eindimensionale Erklärungsversuche, etwa indem die Landwirtschaft allein verantwortlich gemacht wird, werden den natürlichen und vor allem vielfältigen Wirkungsmechanismen eben nicht gerecht, meine Damen und Herren. Die Umsetzung der für den Insektenschutz notwendigen Maßnahmen muss auf die komplexen Wirkungsmechanismen der Natur und menschliche Eingriffe zugeschnitten sein. Pauschale Stilllegungen weiträumiger Gewässerrandstreifen sowie Veränderungsverbote bei Grünland und Streuobstwiesen können dies nicht leisten. Zum Thema „Grünland“ haben wir ja heute im Tagesordnungspunkt 5 bereits auf unseren Antrag, den Antrag der Freien Demokraten, hin diskutiert und das Thema „Gewässerrandstreifen“, wie man da auch einiges besser machen kann, werden wir auf Antrag der FDP in TOP 36 vermutlich in einer der nächsten Sitzungen angehen. Nicht Verbote, Beschränkungen und dadurch Eingriffe in das Eigentum sind das Mittel der Wahl für den Schutz unserer heimischen Insektengemeinschaft, sondern Anreize etwa durch Vertragsnaturschutz, meine Damen und Herren. (Beifall Gruppe der FDP) Es geht um Kooperation mit der Landwirtschaft und nicht um Politik gegen sie, denn die erfolgreiche Umsetzung des Insektenschutzes ist auch darauf angewiesen, dass Menschen in die Natur eingreifen. Insektenschutzpolitik muss schon bestehende, erfolgreiche Kooperationen zwischen Landwirtschaft und Naturschutz mitdenken und ausbauen, anstatt das bestehende Miteinander zu gefährden. Frau Pfefferlein, ich kann es Ihnen nicht ersparen, Ablenkungsmanöver sehe ich da eher von Ihrer Seite, nämlich eine Ablenkung davon, dass Insektenschutz eben weit mehr leisten muss, als nur die Landwirtschaft als den Buhmann hinzustellen. (Beifall AfD) Wissenschaftliche Betrachtungen und Grundlagen müssen immer über ideologisch motivierten Verordnungen stehen, denn, meine Damen und Herren, wer das Land ernährt, verdient Respekt. Danke. (Beifall Gruppe der FDP)

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