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René Aust

AfD 21.10.2021 Sitzungen 7/61

Starthilfe für Auszubildende aus einkommensschwächeren Familien

Herr Präsident, meine sehr geehrten Damen und Herren, ich möchte sagen, dass wir den Antrag der FDP-Fraktion hier heute ausdrücklich begrüßen. „Starthilfe für Auszubildende aus einkommensschwächeren Familien“. Wir beklagen seit vielen Jahren die Tendenz zur Akademisierung der Gesellschaft und kritisieren eben auch entsprechend die Folgen. Eine Folge davon ist der Fachkräftemangel in vielen Bereichen, beispielsweise im Bauwesen, wo sich viele Unternehmen schon gar nicht mehr für Aufträge der öffentlichen Hand bewerben, beispielsweise wenn es um Schulsanierungen geht, um Sanierungen im öffentlichen Wohnungsbau und um viele andere Bereiche. Wir haben auch einen Fachkräftemangel beispielsweise bei den Pflegekräften und in all diesen Bereichen muss man natürlich den jungen Leuten deutlich machen, dass eine Ausbildung so wertvoll ist wie ein Studium. Deswegen schlagen wir ganz konkret drei Punkte vor, die man viel stärker als in der Vergangenheit noch in den Fokus nehmen muss. Das Erste ist zu verdeutlichen, dass man sich im Rahmen einer Ausbildung und mit einer Ausbildung ein Leben aufbauen kann, das genauso viel Wohlstand verheißen kann wie beispielsweise bei einem Studium oder vielleicht sogar noch mehr. In manchen Branchen verdient man, wenn man den Meister gemacht hat, mit einem Durchschnittslohn 28 Prozent mehr als beispielsweise Akademiker. Das ist eine Tatsache, die vielen jungen Leuten überhaupt nicht bewusst ist, wenn sie sich dafür entscheiden müssen, welchen Lebensweg sie einschlagen. Man muss deutlich machen, dass die Ausbildung in einem Handwerksberuf oder beispielsweise in einem Pflegeberuf oder in vielen anderen Bereichen eben sehr, sehr wertvoll ist und eben auch ein gutes Leben ermöglicht. (Beifall AfD) Das Zweite, um mehr junge Leute für eine Ausbildung begeistern zu können, ist, das Leben der Auszubildenden deutlich zu verbessern. Dazu zählt, beispielsweise bestimmte Vergünstigungen eben auch Auszubildenden mit der gleichen Wertschätzung zur Verfügung zu stellen, wie es bei Studenten seit Langem schon selbstverständlich ist. Dazu zählt beispielsweise das hart umrungene Azubi-Ticket. Man muss sich nur vorstellen, dass es für Studenten heutzutage selbstverständlich ist, landesweit kostenlos den öffentlichen Personennahverkehr nutzen zu können. Aber wir alle kennen auch das Gewürge, wenn es darum geht, das Ganze landesweit für die Auszubildenden hinzubekommen, und was das beispielsweise in Ostthüringen für ein Kampf war. Also diese Vergünstigungen auch für Auszubildende in den Blick zu bekommen, das muss eine Selbstverständlichkeit sein, wie es bei Studenten schon der Fall ist, um diese Wertschätzung eben auch ausdrücken zu können. (Beifall AfD) Drittens – und deswegen werden wir der Ausschussüberweisung des Antrags der FDP heute eben auch zustimmen –: Natürlich müssen wir auch diejenigen in den Blick nehmen, die aus einkommensschwachen Familien stammen und sich ein Leben aufbauen möchten, beispielsweise mit einer guten Berufsausbildung. Und die müssen von Anfang an die Möglichkeit haben, voll teilnehmen zu können und sich beispielsweise von Beginn an die Lehrbücher leisten zu können. Deswegen unterstützen wir auch diesen 500-Euro-Bonus. Wir möchten natürlich auch im Ausschuss darüber sprechen, dass wir möglicherweise weitere Verbesserungen für Auszubildende hinbekommen. Vielen herzlichen Dank. (Beifall AfD)

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