Dirk Bergner
Ja zur wirtschaftlichen, technologieoffenen und ideologiefreien Wasserstoffforschung und Nutzung in Thüringen – Thüringen benötigt eine realistische und marktwirtschaftlich tragfähige Wasserstoffstrategie
Vielen Dank, Frau Präsidentin. Meine sehr verehrten Damen und Herren, Wasserstoff ist ja in der Tat ein echtes Multitalent. Mit seinen vielfältigen Einsatzmöglichkeiten wird er einer der wichtigsten Schlüsseltechnologien der Energiewende werden. Und Wasserstoff, meine Damen und Herren, ist die Chance, wirksamen Klimaschutz und den Erhalt unseres Industriestandorts zusammenzubringen. Dabei lässt sich die Wasserstoffnutzung breit und sektorenübergreifend einsetzen, sei es im Bereich der Mobilität in allen Formen, sei es bei Heizungen oder eben der Versorgung der Industrie. Wasserstoff ist grundlastfähig und durch CCS- oder CCUTechniken relativ frei von Schadstoffen, je nachdem, wie er hergestellt worden ist. Diese Vorteile wurden hier im Hohen Haus bereits ausführlich diskutiert, zuletzt im Mai dieses Jahres in der 46. Sitzung, damals zu einem Antrag der CDU in Drucksache 7/1586. Dieser Antrag wurde seinerzeit zur weiteren Bearbeitung in den Ausschuss für Umwelt, Energie und Naturschutz verwiesen und dort wurde auch, wenn ich in die Protokolle schaue, konstruktiv gearbeitet, meine sehr verehrten Damen und Herren. Der Antrag der CDU ist mittlerweile zurückgezogen und die Landesregierung hat mittlerweile eine Wasserstoffstrategie vorgelegt, die wir als Freie Demokraten aufmerksam und kritisch begleiten werden. Und ja, hierin sind noch einige Baustellen, die es aus unserer Sicht zu bewältigen gilt, wie beispielsweise die einseitige Festlegung auf den grünen Wasserstoff, der sicherlich ein Ziel sein sollte, aber die anderen Erzeugungsarten blau, türkis oder gelb – und wie sie alle heißen – bieten eben auch Potenziale, die mindestens als Brückentechnologie Sinn haben, um in dem Thema „Wasserstoff“ schneller und auch gründlicher voranzukommen.
(Beifall Gruppe der FDP)
Ein Wort an Prof. Kaufmann: Natürlich hat es Sinn, an der Erzeugung grünen Wasserstoffs weiterzuarbeiten. Da will ich auch ganz klar sagen, manche Technologie ist heute marktfähig, die es vor Jahren eben schlicht und einfach noch nicht gab, weil man Entwicklungen zugelassen hat, weil wir Forschung zugelassen und nicht irgendeinen ideologisch verqueren Deckel draufgesetzt haben.
(Beifall Gruppe der FDP)
Zweitens bietet die Spaltung in grünen Wasserstoff eben auch die Möglichkeit, überschüssige Strommengen, für die heute viel Geld bezahlt wird, wenn sie woandershin geliefert werden, hier im Land zu nutzen und hier auch sinnvoll damit Energie zu speichern, auch wenn der Wirkungsgrad rein rechnerisch natürlich nicht besonders gut ist. Das ist aber besser, als für Strom, den man woandershin liefert, auch noch Geld zu bezahlen. Deswegen: ein richtiger Weg.
(Beifall Gruppe der FDP)
Ich will an der Stelle auch ganz deutlich sagen: Wenn man in der Geschichte immer den Fortschrittsfeinden gefolgt wäre, würden wir heute noch mit der Postkutsche unterwegs sein.
(Zwischenruf aus der Fraktion DIE LINKE)
Das kommt darauf an, wo man unterwegs ist, Frau Kollegin. Aber zurück zum eigentlichen Antrag: Übrig ist hier wieder mal ein Antrag der AfD, der teilweise mit Allgemeinplätzen zusammenkopiert stehen bleibt, teilweise aber mit an sich guten Punkten, die dann aber meist eben nicht aus der eigenen Feder stammen. Auch hier, werte Kolleginnen und Kollegen der AfD, hätte ich Ihnen geraten, den vorliegenden Antrag zurückzuziehen. Es gibt Dinge, über die auch die Zeit hinweggeht, und deswegen werden wir uns bei Ihrem Antrag enthalten. Danke schön.
(Beifall Gruppe der FDP)
