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Christian Tischner

CDU 23.09.2021 Sitzungen 7/58

Digitalpädagogen für Thüringens Schulen

Herr Präsident, meine sehr geehrten Damen und Herren, Digitalisierung, Inklusion, Generationenwechsel, das sind die Themenfelder, die uns zu Recht hier im Thüringer Landtag immer wieder und immer wieder beschäftigen. Und wir haben heute erneut – Kollege Schaft ist darauf eingegangen – einen Digitalisierungsantrag vorliegen. In der Tat, es hat auch uns etwas verwundert, dass wir, nachdem wir sehr intensiv und breit vor der Sommerpause einen doch recht großen, mit 28 Einzelmaßnahmen versehenen Digitalisierungsantrag fraktionsübergreifend beschlossen haben, heute hier noch mal in so ein kleines Detailfeld tief eintauchen wollen. Ich möchte daran erinnern, dass wir in dem Antrag bereits sehr intensiv auch die Frage der Fort- und Weiterbildung von Kolleginnen und Kollegen besprochen haben, insbesondere, welche Herausforderungen und welche Aufgaben sich für die Universitäten, aber auch für die zweite und dritte Lehrerbildungsphase, bei der Qualifizierung unserer Kolleginnen und Kollegen ergeben. Der heutige FDP-Antrag, der sich mit der Implementierung von zusätzlichen Studienrichtungen befasst, greift also nur eine kleine Facette heraus, die möglich sein könnte. Ob es aber zur Qualifizierung von Lehrern zusätzlicher Ergänzungsfächer oder Studienfächer bedarf, bezweifelt meine Fraktion stark. Unsere Universitäten – und Kollege Schaft hat es gerade noch mal sehr ausführlich beschrieben – bereiten unsere zukünftigen Lehrerinnen und Lehrer in einer fachlichen Tiefe und Breite auf ihre zukünftigen Unterrichtsfächer vor. Dazu nehmen pädagogische, psychologische, fachdidaktische und methodische Studieninhalte in den Fächern und Erziehungswissenschaften einen sehr breiten Raum ein. Genau hier sehen wir den Ort für die Professionalisierung der zukünftigen Lehrerinnen und Lehrer auch in Fragen der Digitalisierung: eine Professionalisierung im Sinne von digitaler Kompetenz und Unterrichtsentwicklung. Frau Kollegin Baum, Sie haben ja die Unterrichtsentwicklung im Sinne von Digitalisierung sehr stark hervorgehoben, aber schon heute ist die Unterrichtsentwicklung wesentlicher Bestandteil von Vorlesungen und von Seminaren, auch von den Staatsexamensprüfungen und Master- und Bachelorprüfungen an unseren Universitäten. Über zeitgemäße medienpädagogische Kompetenzen müssen alle Lehrerinnen und Lehrer stets verfügen – da sind wir uns einig, das haben wir auch bereits beschlossen – und wir brauchen Strukturen, die nicht nur wenige Freiwillige, sondern alle derzeitigen Kolleginnen und Kollegen in allen Phasen der Lehrerbildung auch regelmäßig erreichen. Genau dieser Ansatz wird im schon erwähnten Beschluss des Thüringer Landtages unter Nummer III starkgemacht und die Landesregierung hier auch aufgefordert zu liefern. Zusammenfassend ist die Intention des Antrags im Sinne einer Modernisierung des Unterrichts nachvollziehbar. Der Ansatz, mit Digitalpädagogen die Herausforderungen der anstehenden Digitalisierung in der Schule und im Unterricht zu lösen, ist aber, glauben wir, deutlich zu kurz gedacht. Aus diesem Grund können wir dem Antrag auch nicht zustimmen. Danke schön. (Beifall CDU)

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