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Franziska Baum

FDP 22.07.2021 Sitzungen 7/54

b) Weitere Stärkung und Entwicklung der Digitalisierung des Thüringer Schulwesens

Das ist natürlich für eine Fraktion, die sonst immer nur fünf Minuten Redezeit hat, jetzt echt viel – hätte ich das gewusst. (Beifall FDP) Nein, mir geht es nur darum, dass ich gern zwei Sachen noch mal klarstellen würde, weil die mir so ein bisschen auf der Seele brennen. Herr Jankowski hat sich in seinem Redebeitrag darüber beschwert, dass wir in dem Antrag ganz deutlich schreiben, dass es eine Anschlussfähigkeit aller Systeme zu allen anderen Systemen geben muss, und hat das damit begründet, dass wir jetzt quasi die Tür öffnen für eine Digitalisierungslobby. Ich will das nur noch mal richtigstellen. Es ist essenziell, wenn wir im öffentlichen Raum Systeme entwickeln oder Hardware einsetzen, dass das offene Schnittstellen sind, an die jederzeit andere Systeme andocken können. Das hat nichts mit Digitalisierungslobby zu tun, (Beifall CDU, FDP) sondern das hat etwas damit zu tun, dass wir uns nicht von einem Hersteller abhängig machen sollten, und es hat etwas mit Teilhabegerechtigkeit zu tun an der Stelle. (Beifall DIE LINKE, BÜNDNIS 90/DIE GRÜ- NEN, FDP) Das Zweite ist, Herr Tischner hat vorhin sehr plastisch darzustellen versucht, was hybride Unterrichtskonzepte sind, und ich muss Ihnen da schwer widersprechen. Wenn Sie darüber sprechen, dass ein Lehrer vor einer Kamera steht, dann reden wir über Teleschule. Das hatten wir, glaube ich, schon in den 60ern oder irgendwie so, zumindest seit Erfindung des Fernsehers – „We are learning English“. (Beifall DIE LINKE, SPD, FDP) Das hat nichts mit hybriden Unterrichtskonzepten zu tun. Hybride Unterrichtskonzepte lassen zu, dass wir zum Beispiel Experten in den Unterricht reinbeamen per Bildschirm und befragen, in der Raumstation oder so. Da kann man vom hybriden Unterrichtskonzept sprechen. Es gibt aber dazu auch die Möglichkeit zu sagen, es ist ein hybrides Unterrichtskonzept – das ist das, was vielleicht Herr Wolf gemeint hat –, indem es die Möglichkeit gibt, dass auch Schüler sich in den Unterricht, der übertragen wird, reinklinken, um zum Beispiel das eigene Selbstlernen zu unterstützen. (Zwischenruf Abg. Tischner, CDU: Lehrer und Schüler gehören in einen Raum!) Lehrer und Schüler gehören in einen Raum. (Zwischenruf Abg. Wolf, DIE LINKE: Kann auch digitaler Raum sein!) Kann auch ein digitaler Raum sein. (Beifall DIE LINKE, SPD, FDP) Also noch mal: Wir sind uns doch einig, dass die Lehrkraft für den Unterricht und auch für den Lernprozess essenziell ist, das wissen wir doch. Aber wenn es darum geht, den Lernprozess zu unterstützen, dann müssen wir – und gerade wenn wir Digitalisierung sinnvoll einsetzen und alle Potenziale nutzen – aufhören, in diesen Bänken und in diesem Klassenraum zu denken. Es geht darum, den Lernprozess zu unterstützen. Da gehören Selbstlernphasen dazu, da gehört Lernbegleitung durch die Lehrkraft dazu. Da gibt es Systeme, die das unterstützen können. Es wird Zeit, dass wir da rausdenken. Ich hoffe, es lag jetzt nicht an meinem Redebeitrag, aber ich wünsche euch allen schöne Ferien. Vielen Dank. (Beifall DIE LINKE, CDU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, FDP)

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