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Prof. Dr.-Ing. Kaufmann

AfD 21.07.2021 Sitzungen 7/53

a) auf Antrag der Fraktion der SPD zum Thema: „Thüringer Interessen bei der Endlagersuche für hochradioaktive Abfälle schützen“

Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete, liebe Gäste am Livestream! Sehr geehrte Kollegen der Fraktion der SPD, sehr geehrter Herr Möller, Sie beenden die Begründung Ihrer Aktuellen Stunde – des Antrags – mit dem Satz: „Damit die Suche eines Atommüllendlagers bis zum Jahr 2031 eine deutschlandweite Suche bleibt, darf die beispielhafte Methodenentwicklung nicht zu einer Vorentscheidung als Bürde für die Thüringer Bevölkerung führen.“ – Daraus spricht die Sorge, dass bei der Suche nach einem Lager für radioaktive Materialien mit falschen Karten gespielt wird, und diese Sorge ist nur allzu berechtigt. Es ist wichtig, dass die Thüringer Politik im Verein mit der Wissenschaft genau aufpasst, dass nicht falsch gespielt wird. (Beifall AfD) Die Endlagersuche dauert nun in Deutschland schon Jahrzehnte an, es ist eins der längsten Trauerspiele in der deutschen Politik. Blockaden, juristische Winkelzüge, Panikmache, Gefälligkeitsgutachten – jedes Mittel wurde eingesetzt, um die Suche nach einem Lagerort für radioaktive Stoffe zu verzögern. Das Trauerspiel begann schon, bevor die neuen Bundesländer überhaupt bestanden. Insbesondere die Grünen schärften mit dem Boykott der Lagersuche seit Jahrzehnten ihr Profil als technologiefeindliche Verhinderungspartei. (Beifall AfD) (Zwischenruf Abg. Rothe-Beinlich, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Das ist ja wohl ein Witz! Sie haben ja null Ahnung!) Aber auch CDU-Landesfürsten haben intrigiert, was das Zeug hält, um eine vernünftige Lösung zu blockieren. Zunächst halte ich fest: Thüringen braucht kein weiteres Lager für radioaktive Substanzen! (Beifall AfD) Herr Reinhardt, in der letzten Sitzung des Umweltausschusses fragten Sie mich, was ich denn von einem atomaren Endlager halte. Leider konnten wir das dann nicht mehr ausdiskutieren. Ich frage jetzt zurück: Herr Reinhardt, wie fühlt es sich denn an, auf einem Endlager zu leben? Wahrscheinlich haben Sie sich wie viele Thüringer darüber noch keine Gedanken gemacht, aber das Endlager in Ihrer Region, in der Region Ronneburg-Gera hat die Natur angelegt. (Beifall AfD) In 800 Metern Tiefe lagern große Mengen an Uran und dessen Zerfallsprodukten. Die Wismut, die Uran gewonnen hat, hat nur die ertragreichsten Erzgänge ausgebeutet. (Unruhe BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) In einem künstlichen Endlager sind die radioaktiven Stoffe versiegelt. Im Gegensatz dazu liegen die radioaktiven Substanzen in natürlichen Endlagern kreuz und quer in den Gesteinsschichten verteilt. Aber, Herr Reinhardt, Sorge ist völlig unangebracht, denn die natürliche Strahlung wird durch die Lagerstätte nur wenig erhöht – keine Sorge. (Zwischenruf Abg. Reinhardt, DIE LINKE: Wissen Sie, was der Abbau mit der Landschaft dort gemacht hat?) Ich rede nicht vom Bergbau, ich rede von der Uranlagerstätte. (Beifall AfD) (Zwischenruf Abg. Rothe-Beinlich, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Oder mit den Menschen?) Das weiß ich sehr gut, mein Vater hat 40 Jahre lang bei der Wismut gearbeitet. – In Jahrzehnten hat es die deutsche Politik nicht geschafft, ein Endlager auszuweisen. Inzwischen muss man sagen: Zum Glück! Denn der Wind dreht sich inzwischen. Abgebrannte Kernbrennstäbe werden zunehmend als wertvoller Rohstoff gesehen, der den Energiebedarf der Menschheit decken kann, und zwar völlig CO 2 frei. (Beifall AfD) Wie kommt das? Die abgebrannten Kernbrennstäbe, die im Endlager verbuddelt werden sollen, bestehen zum allergrößten Teil aus dem nicht spaltbaren Isotop Uran 238. Ist das Müll? Nein! In speziellen Brutreaktoren kann dieses Uran 238 in spaltbares Uran 235 umgewandelt werden und mit diesem Verfahren kann aus einem Uranbrennstab das Sechzigfache an Energie gewonnen werden. (Beifall AfD) (Unruhe DIE LINKE) Wenn es einen Energieträger gibt, der zu Recht erneuerbar genannt wird, (Zwischenruf Abg. Rothe-Beinlich, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Jetzt wird es lächerlich!) dann sind es abgebrannte Uranbrennstäbe. (Beifall AfD) (Unruhe BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Brutreaktoren, auch „schnelle Brüter“ genannt, sind in Russland seit Jahrzehnten in Betrieb. (Zwischenruf Abg. Rothe-Beinlich, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Das ist ja super! Nicht!) Sowohl China als auch Indien bauen derzeit neue „schnelle Brüter“. Japan plant den Bau. (Zwischenruf Abg. Müller, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Muss man denn die Fehler von anderen wiederholen?) Darüber hinaus werden weitere Reaktortypen entwickelt, die auch die Uranspaltprodukte zur Energieerzeugung nutzen. Also bitte die Stoffe nicht in einem Endlager vergraben, sondern rückholbar lagern.

Protokoll ↗