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Dirk Bergner

FDP 01.07.2021 Sitzungen 7/51

Wassermangel und Dürre durch eine konsequente Klimaschutzpolitik vorbeugen, notwendige Klimaanpassungsmaßnahmen zügig umsetzen

Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kollegen Abgeordnete, liebe Zuhörer am Livestream! „Wassermangel“ und „Dürre“ sind Themen, die wir in den letzten drei Jahren hautnah zu spüren bekommen haben. Es gilt für uns, die Situation zu akzeptieren, wie sie ist, und daraus etwas zu machen und zu gestalten, und zwar mit allem Wissen, was wir haben. (Zwischenruf Abg. Henfling, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Dann können wir jetzt nach Hause gehen!) Das setzt voraus, dass wir Naturgesetze kennen und Naturgesetze ausnutzen und daran arbeiten. Herr Staatssekretär Möller, ich bin bei Ihnen: Wenn wir unregelmäßige Niederschläge haben, brauchen wir ein Wasserhaushaltsmanagement. Wir kennen es aus der Energiewirtschaft: Wenn ich Spitzen habe und Flauten, brauche ich Speicher. Das heißt, wir müssen uns um unsere Speichermöglichkeiten für Wasser kümmern. Einmal haben wir überall auf der Welt natürliche Wasserspeicher, die gilt es zu bewahren. (Beifall FDP) Und wir müssen möglicherweise Wasserspeicher ergänzen. In diesem Zusammenhang liegen mir drei Dinge besonders am Herzen, das sind aktuelle Probleme, die wir hier in Thüringen haben. Das sind das Waldsterben und die Waldhygiene, die Nutzung von Wasserkraft und der Stopp von Flächenversiegelung. Kommen wir zum Waldsterben und der Waldhygiene. Aus einer Kleinen Anfrage von mir aus dem März letzten Jahres ist hervorgegangen, dass die Aufwendungen für Aufforstung und Waldumbau im Thüringer Staatswald innerhalb von fünf Jahren um mehr als die Hälfte gesenkt wurden, in Zahlen: von 5 Millionen Euro 2014 auf knapp 2,3 Millionen im Jahr 2019. Und das in einer Zeit, in der wir mit Trockenheit, Borkenkäfern und anderen Schädlingen zu kämpfen hatten. Uns ist es zum Glück im letzten Jahr gelungen, mit dem neuen Haushalt dort deutlich mehr Mittel zur Verfügung zu stellen. Unsachgemäße Waldbewirtschaftung und die von Förstern beklagte Waldhygiene haben ihr Übriges dazu beigetragen. Wenn wir hier Plenarsitzung haben, übernachte ich hier in Erfurt und gehe in den Wäldern an der Arnstädter Straße joggen. Ich muss Ihnen sagen: Mir krampft sich jedes Mal der Magen zusammen, wenn ich sehe, wie unachtsam dieser Wald mit Maschinen zerstört und bewirtschaftet wird. Hier, denke ich, könnten die Bewirtschafter von Wäldern erst mal anfangen, unseren Waldboden als Speicher zu würdigen und achtsam damit umzugehen. (Beifall AfD) Potenziert wurde das Ganze auch noch durch Betonfundamente und Waldzerschneidung mit Windrädern. Das beeinträchtigt die Wasserspeicherfähigkeit des Waldbodens zusätzlich. Aber auch hier ist es uns gelungen, im letzten Jahr mit dem Thüringer Waldgesetz einen Riegel vorzuschieben. (Beifall FDP) Gut, dass es jetzt ein Förderprogramm als CO 2 Prämie für die Wälder gibt, dass die Wälder CO 2 absorbieren. Damit tragen wir dazu bei, dass die Wasserspeicherungsfähigkeit der Wälder wieder erhöht wird. Hier ist es nur wichtig, dass wir schnell handeln und nicht auf eine lange Zeitschiene setzen. Aber wir brauchen nicht nur die Wälder und den Waldboden als Wasserspeicher, auch die Auen der Thüringer Flüsse tragen dazu bei, dass der Boden nicht vertrocknet.

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