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Björn Höcke

AfD 03.06.2021 Sitzungen 7/48

Fünftes Gesetz zur Änderung der Verfassung des Freistaats Thüringen – Deutsch als Landessprache

Die Emanzipation des Menschen von Gott in der Aufklärung hatte eine Kehrseite, denn die Freiheit von den Gesetzen des Schöpfers, die Freiheit von den Gesetzen der Natur selbst machte sie zu den absoluten Herren des eigenen Schicksals. Die Wahrheit war nun nicht mehr bei Gott, sondern konnte nun auch bei den Menschen sein, die glaubten, im Besitz der Wahrheit zu sein. Der vermeintlich gute Zweck, die Errichtung einer Herrschaft der Vernunft oder die Einebnung der Klassen, heiligte alle Mittel. Beginnend mit dem Jakobinismus haben die Ideologien eine Blutspur in die Menschheitsgeschichte der letzten 200 Jahre gezogen. (Zwischenruf Abg. Rothe-Beinlich, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Sagt der Richtige!) Hölderlin sprach in diesem Zusammenhang die bis heute gültigen Worte: „Immerhin hat das den Staat zur Hölle gemacht, dass ihn der Mensch zu seinem Himmel machen wollte.“ Immer ging und geht es Ideologen darum, Traditionen, Gewachsenes abzuräumen, um einen neuen Menschen zu schaffen. Und immer war und ist ein Hebel die Sprache, mit deren Hilfe man das Bewusstsein der Menschen manipulieren wollte, denn es ist so: Das, was wir nicht sprechen können, können wir auch nicht denken. Kurz: Die Sprachpolitik des Gender-Mainstreamings ist klassische Ideologie und hat in einem freiheitlichen Rechtsstaat nichts zu suchen. (Beifall AfD) Auch ohne diese Hintergründe zu kennen, schütteln die Menschen im Land angesichts der Auswüchse der Sprachpolitik den Kopf. Wenn aus der Mutter das austragende und aus dem Vater das nicht gebärende Elternteil wird, dann kommt einem der Aphorismus von Henryk M. Broder in den Sinn, der sagte: „Deutschland ist ein Irrenhaus. Könnte man die Bundesrepublik überdachen, wäre es eine geschlossene Anstalt.“ (Beifall AfD) (Zwischenruf Abg. Lukasch, DIE LINKE: Sie kriegen aber ein Einzelzimmer!) Wir sehen die deutsche Sprache allerdings nicht nur durch Genderideologen, sondern auch durch Unachtsamkeit unter Druck gesetzt. (Zwischenruf Abg. Müller, DIE LINKE: Was ist denn die deutsche Sprache?) Ich erinnere hier nur an den unreflektierten Gebrauch englischer Wörter in der Alltagssprache oder auch daran, dass sich Parallelgesellschaften in den letzten Jahren und Jahrzehnten ausgebreitet haben, in denen der Gebrauch der deutschen Sprache eher selten stattfindet. Gerade in einer Zeit, in der das Gemeinsame immer mehr infrage gestellt wird, ist es die Aufgabe des staatlichen Gemeinwesens, das Gemeinsame zu stärken. Hierzu tragen im Besonderen die Bewahrung und die Pflege der deutschen Sprache, unserer Sprache, bei. (Beifall AfD) Dies, sehr geehrte Damen und Herren, zum Ausdruck zu bringen, ist Anliegen des Gesetzentwurfs meiner Fraktion. Das Bekenntnis zur Landessprache, das Bekenntnis zu Deutsch als Landessprache gehört ohne Wenn und Aber – gerade in dieser Zeit, die auf der Suche nach neuer Gemeinsamkeit ist – in die Thüringer Landesverfassung. (Beifall AfD) (Zwischenruf Abg. Bilay, DIE LINKE: Was ist jetzt mit Belgien?)

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