Robert-Martin Montag
e) auf Antrag der Fraktion der AfD zum Thema: „Risikoabwägung und Kindeswohl statt ‚Regierungsimpfturbo‘ für Kinder und Jugendliche in Thüringen!“
Sehr verehrter Herr Präsident, vielen Dank für die Möglichkeit, hier kurz Stellung zu nehmen. Herr Dr. Lauerwald, es fällt mir manchmal wirklich schwer, adäquat auf das zu antworten, was Sie hier sagen.
(Zwischenruf Abg. Möller, AfD: Versuchen
Sie es!) Es fällt mir aus mehreren Gründen schwer. Ich will wenigstens den Versuch unternehmen, noch mal das zu untermauern, was Frau Rothe-Beinlich gesagt hat. Ich finde grundsätzlich total schräg, die Frage von Verkehrstoten mit COVID-19 gleichzusetzen bzw. die Regeln, die es im Verkehrsrecht gibt, mit Impfungen gleichzusetzen, denn auch die sind nicht da, um ausschließlich Verkehrstote zu verhindern, sondern eine Möglichkeit zu geben, auch schwerste Verletzungen zu verhindern. Bei der Frage der Gesundheitspolitik lohnt es sich gerade für die Kollegen der AfD, immer einen Blick in Anträge der Freien Demokraten zu werfen.
(Beifall FDP)
Blöderweise ist es mal wieder so: Sie haben hier eine Aktuelle Stunde eingereicht – das ist auch Ihr gutes Recht –, und zwar, um den größten Mist zu erzählen.
(Beifall SPD)
Ich rege mich darüber wirklich jedes Mal auf: Langzeitfolgen von Impfungen. Ehrlich, es gibt keine nachgewiesenen Langzeitfolgen von Impfungen. Warum denn nicht?
(Zwischenruf Abg. Dr. Lauerwald, AfD: Weil
es noch keine lange Zeit gibt!)
(Unruhe AfD)
Ich erkläre es Ihnen gerade, hören Sie doch mal zu! Wenn es schon fehlt, zu verstehen, wenigstens den Versuch zulassen! Das Trägermaterial, ob Todimpfstoff oder mRNAImpfstoff, ist beispielsweise nach zwei Wochen abgebaut. Deswegen treten Folgen relativ schnell auf, nicht langfristig. Deswegen gibt es auch keine Langzeitfolgen. Sondern, wenn es Folgen gibt, wenn es eine Schädigung gibt, treten die meistens innerhalb der ersten 14 Tage auf. Deswegen ist es …
(Zwischenruf Abg. Möller, AfD: Sind Sie Me-
diziner?) Herr Möller, wenn ich Ihrem ärztlichen Kollegen zuhöre, dann bezweifle ich, wo der seine Ausbildung bzw. sein Studium gemacht hat.
(Beifall SPD)
Das ist eine Grundfrage an Zusammenhängen. Noch mal der Verweis auf unseren Long-COVIDAntrag: Dort finden Sie die aktuelle Studienlage. Dann sehen Sie, dass die gesundheitliche Einschränkung gerade auch bei Kindern immanent ist. 13 Prozent der unter 11-Jährigen, 15 Prozent der 12- bis 16-Jährigen weisen jetzt noch, nach über fünf Wochen einer bestätigten COVID-19-Infektion, mindestens ein Long-COVID-Symptom auf: Müdigkeitserscheinungen, Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen, kognitive Einschränkungen und Belastungsintoleranz usw. usf. Darüber hinaus wissen wir doch aus der Post-COVID-Ambulanz, dass Kinder kommen, die eigentlich symptomfrei waren, genauso wie bei Erwachsenen, die Long-COVID-Symptome haben. Wenn Sie sich mal mit ME/CFS auseinandersetzen, wissen Sie, dass das quasi den Totalverlust der Lebensqualität bedeutet. Womit ich mit Ihnen übereinstimme, ist, dass daraus keine Impfpflicht folgen darf. Aber wir müssen schon bei den Tatsachen bleiben. Und ob ich impfen lasse – als Erwachsener und noch viel mehr bei Kindern –, muss eine individuelle Entscheidung des kleinsten Gesellschaftsteils bleiben. Das ist die Familie, Kinder und Eltern gemeinsam.
(Beifall FDP)
Deswegen hat die STIKO auch keine Empfehlung abgegeben. Ich wage auch die Prognose, dass sie das insofern tun wird, wie bei anderen Dingen auch, dass gerade bei Kindern sehr vorsichtig agiert wird und hier vor allen Dingen Kindern mit Vorerkrankungen empfohlen wird, zu impfen, weil man weiß, dass bei geschwächten Körpern die Auswirkungen von COVID-19 problematisch sind. – Das ist Punkt 1. Jetzt schauen wir aber mal, wenn wir immer diskutieren – und das wissen Sie auch –, ab wann sich sozusagen die Gesellschaft wappnen kann und den Schritt hin zur Überwindung der Pandemie getan hat. Das ist ja dieses berühmt-berüchtigte Herdenimmunitätsthema. Darüber kann man trefflich streiten, aber eben faktenbasiert. Wenn Sie sehen – weil eine Pandemie ja nun mal nichts Nationales ist, das ist auch kein Thüringer Problem, kein europäisches Problem, sondern ein weltweites Problem –, dass 30 Prozent der Weltbevölkerung Kinder und Jugendliche sind – vor allen Dingen Jugendliche, Heranwachsende, die in den relevanten Altersgruppen ab 12 aufwärts sind –, wo beispielsweise jetzt der BioNTech-Impfstoff zugelassen worden ist – übrigens nach einer Studie mit 2.600 Kindern in den USA und 2.130 oder 2.132 in Europa: keinerlei Auffälligkeiten. Wenn Sie sich das weltweit anschauen, wenn Sie wissen, was Mutationen bedeuten,
