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Kerst

07.05.2021 Sitzungen 7/46

Chancen der Digitalisierung im Gesundheitssystem nutzen: Thüringer Aktionsplan Gesundheitskompetenz 4.0 vorlegen

Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Abgeordnete, sehr geehrte Damen und Herren, herzlichen Dank! Auch aus dem Haus des TMWWDG wollen wir hier noch einige Antworten mitgeben. Ich weiß nicht, Herr Montag ist gerade nicht da, aber nun denn. Digitalisierung – herzlich willkommen zurück, Herr Montag – ist in den ganzen Gesprächen, die wir führen, besonders auch im letzten Jahr das Thema schlechthin, das wurde jetzt mehrfach gesagt. Wir wissen, wie wichtig und relevant es ist und wir wissen auch, dass wir in Deutschland an den einen oder anderen Stellen nicht unbedingt der Vorreiter sind. Ich würde aber dennoch vermeiden wollen, dass wir hier so darüber diskutieren, als würden wir gar nichts tun, sondern man sollte genau hinschauen, was in Thüringen passiert. Und da passiert eben eine ganze Menge, wie Ministerin Werner gerade schon gesagt hat. Die Digitalagentur wurde an dieser Stelle auch schon genannt, mit der wir auch sehr intensiv arbeiten. Die Digitalagentur wird und hat in den letzten Monaten eine wichtige Rolle eingenommen. Das Thema „E-Health“ wurde gerade auch schon erwähnt, auch als Strategie erwähnt. Wir haben in den letzten Wochen sehr viele Digitalwerkstätten durchgeführt, die mit ganz vielen Beteiligten in Thüringen stattgefunden haben und dort auch zum Thema „Telemedizin“. Und wir haben gemerkt, dass die Lust auf Zukunft/Digitalisierung durchaus da ist, und wir sehen, dass nicht gejammert, sondern gehandelt wird, und genau dieses wollen wir auch weiterführen. Ich denke, da haben wir sehr, sehr viele Chancen. Besonders die Akzeptanz und auch die Nutzung von digitalen Technologien haben in den letzten Jahren zugenommen, im letzten Jahr umso mehr. Von daher kann ich auf unsere Netzwerke, die wir hier in Thüringen haben, auch noch mal ganz besonders hinweisen. Wir haben Clusterorganisationen, die bereits in unterschiedlicher Form tätig sind. Wir haben hier zum Beispiel für den Bereich „Medtech und Biotech“ das Cluster „medways“ – ich bin gerade irritiert, dass Herr Montag in der Zeitung liest –, wir haben aber auch den Forschungscampus MedTec und Life Science. Wir haben – das wurde eben schon gesagt – in Jena das Bündnis „WeCaRe“. Das sind alles Punkte und Anlaufstellen und auch Netzwerke, an denen wir sehen, dass Möglichkeiten der Chancennutzung da sind und die auch genutzt werden sollen. Aus dem Wirtschaftsministerium kann ich nur unterstreichen, dass auch das Thema eine besondere Bedeutung hat, wenn es um die Situation der Bruttowertschöpfung geht. Wir sehen, dass eine stetige Steigerung da ist, dass Medizinprodukte, Medizintechnik, E-Health wirklich auch dazu beitragen werden, unser Thüringer Bruttoinlandsprodukt noch weiter zu steigern. Natürlich sind wir da hinterher und natürlich sehen wir, dass dort die neuen Arbeitsplätze in den neuen Unternehmen entstehen. Aber was sind denn eigentlich die Gründe, dass hier vielleicht auch der positive Gedanke noch mal untermauert wird? Wir haben unterschiedliche Aspekte, die dazu führen, dass wir erfolgreich werden. Wir haben unterschiedliche Förderprogramme auf Bundesebene, die genutzt werden. Wir haben unsere Thüringer Innovationsstrategie. Wir haben aber auch regulatorische Bedingungen, die weggefallen sind, die sicherlich auch zum Beispiel bei dem Thema „Telemedizin“ vollzogen worden sind, sodass überhaupt digitale Technologien erst möglich sind. Das sind die regulatorischen Bedingungen, die geändert werden mussten, die geändert wurden, und sicherlich gibt es auch noch einige, die wir auch noch ändern müssen; da haben wir sicher noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht, aber wir sind entsprechend auf dem Weg. Deshalb sind diese Medizinprodukte und diese Medizintechnologie für uns so wichtig. Wir werden sehen, dass dieser Wachstumsmarkt auch tatsächlich voranschreiten wird. In der Regionalen Innovationsstrategie Thüringen haben wir deshalb auch noch mal ein Spezialisierungsfeld mit aufgenommen, das Spezialisierungsfeld wird sich nennen: „Gesundes Leben und Gesundheitswirtschaft“, das sich mit Themen beschäftigen wird wie „Infektion und Diagnostik“ – das ist alles, was in dem MedTech-Bereich enthalten ist. Wir haben aber auch die Biophotonik, aber auch digitale Gesundheit, also E-Health. Was auch noch mal ein Thema ist, das sicherlich auch als prophylaktische Ansätze gesehen werden soll, ist das Thema „Gesundes Altern“ und auch das Thema „Ernährung“, damit wir gar nicht erst darüber reden, wie Therapien möglich sind, sondern dass wir versuchen, Krankheiten möglichst auch vorab zu vermeiden. All das wird eben in der Regionalen Innovationsstrategie mitdiskutiert werden. Ich möchte zum Thema „Wissenschaft“ in dem Bereich aus meinem Haus auch noch mal darauf eingehen, dass wir auch hier zwei Cluster-Managements haben, einmal das TZLR – nicht zu verwechseln mit dem TLRZ –, das TZLR, nämlich das Thüringer Zentrum für Lernende Systeme und Robotik, das sich auch intensiv mit dem Thema „Medizin“ beschäftigen wird. Auch das Innovationszentrum für Thüringer Medizintechniklösungen ist ein Beispiel. Von daher war der Vorschlag, den Sie eingebracht haben, Herr Montag, das TIP – also den Technologie- und Innovationspark Jena – mit reinzunehmen, ein Punkt, an dem auch Unternehmen sich ansiedeln können. Das TIP selbst ist jetzt allerdings technologieoffen, das ist nicht spezialisiert. Allerdings ist es natürlich auch offen für jeden, der im Bereich Medizin tätig ist und dass man dort auch spannende Partner findet, wo auch sicherlich spannende Kooperationen stattfinden. Fernab des Medizinischen, hin eben auch vielleicht zu weiteren Partnern, die sich finden, wo man Synergien nutzen kann, ist das TIP auf jeden Fall eine Anlaufstelle, nichts Neues muss da eingebracht werden, sondern das ist ein etabliertes und unseres Erachtens auch sehr gutes System. Wir haben das Thema auch im Wissenschaftsbereich noch mal mit aufgenommen, nämlich an der FSU Jena. Dort ist das Thema „Medizinische Informatik“ enthalten und auch die Gesundheitstelematik, das ist alles im Bereich Pflichtcurriculum und Wahlpflichtbereich enthalten. Es werden natürlich weitere Kursmodule angeboten werden, das ganze Thema „KI in der Medizin“, auch hier viel zum Thema „Prophylaxedaten, rechnergestützte Terminologie und Klassifikationssysteme“. Algorithmen für die Entscheidung und die Entscheidungsanalyse sind entsprechend da, sodass auch hier von jeglicher Stelle, auch seitens der FSU, bereits daran gedacht wird, dass der Lehrstuhl „Digitale Medizin“ so gesehen nicht eingefordert werden muss, sondern dass es das entsprechend auch schon gibt und dass hier viele Tätigkeiten vorhanden sind, einschließlich Neuakquirierung von Nachwuchsgruppen, die sich intensiv mit dem Thema personell dann auch beschäftigen werden. Von daher lade ich Sie herzlich ein, an den unterschiedlichsten Projekten teilzunehmen. Auch hier sehen wir keine Notwendigkeit, das alles in einem großen bürokratischen Monster zu bündeln, sondern vielmehr die einzelnen Punkte, die bereits bestehen, zu nutzen. Dass wir sicherlich hier und da noch mal aufgrund der Corona-Pandemie schauen, wie die Zusammenarbeit funktioniert, das ist sicherlich klar, das werden wir auch neu justieren, aber wir sind da auf einem guten Weg. Last, but not least möchte ich in Bezug auf die Finanzierung erwähnen, dass das UKJ auch entsprechend Zuschüsse erhalten hat in dem beschlossenen Haushalt 2021. Diese werden natürlich auch für Digitalisierungsmaßnahmen genutzt werden. Von daher ist das Potpourri in Thüringen ganz und gar nicht pessimistisch, sondern optimistisch ausgelegt. Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit. Vielen Dank. (Beifall DIE LINKE, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Protokoll ↗