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Prof. Dr.-Ing. Kaufmann

AfD 07.05.2021 Sitzungen 7/46

Thüringer Wasserstoffstrategie entwickeln und Modellprojekte bündeln – Wasserstoff-Verbundregion Mitteldeutschland bilden

Nein. Zu dieser verantwortlichen Politik kann die Wasserstoffwirtschaft einen Beitrag leisten, zum Beispiel indem die Brennstoffversorgung unserer Fahrzeuge, für unsere Heizungen und für industrielle Prozesse auf eine breitere Grundlage gestellt wird. Der CDU-Antrag zur Wasserstoffstrategie ist jedoch einseitig, genauso wie die Wasserstoffstrategie der Landesregierung. Offensichtlich zielt dieser Antrag vorrangig auf die Elektrolyse von Wasserstoff mit Strom aus sogenannten erneuerbaren Quellen. Andere Technologien zur Wasserstofferzeugung werden nur als Brückentechnologien in Betracht gezogen. Auch das ist eine Illusion. Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass in Deutschland, in Thüringen in nennenswertem Umfang und zu vertretbaren Preisen Wasserstoff erzeugt werden wird. Die verpfuschte Energiewende von Grünen, SPD, FDP und CDU sorgt schon heute für Stromknappheit in Deutschland. Nein, meine Damen und Herren, wenn der Pfusch der Energiewende fortgeführt wird, dann wird Deutschland zum Importeur von Wasserstoff oder gleich von synthetischen Kraftstoffen, genauso wie wir heute fossile Kraftstoffe, Brennstoffe importieren. Ich will Ihnen bloß mal zwei mögliche Quellen von Wasserstoff in der Zukunft nennen – und beide Quellen sind wesentlich effektiver und kostengünstiger als das, was hier in Thüringen im Gespräch ist –: Das sind erstens Länder, die mit Sonne, Wind und endlosen freien Flächen gesegnet sind, sprich die Länder, die uns heute Erdöl verkaufen, werden in der Zukunft zu Wasserstofflieferanten, und zwar zu wesentlich günstigeren Preisen, als man das hier in Thüringen versuchen kann. (Beifall AfD) Zweitens kann Wasserstoff durch Thermolyse in Hochtemperaturkernreaktoren hergestellt werden. Der Wasserstoff ist dann ein Nebenprodukt der Stromerzeugung, eine Technik, die unter anderem in Japan entwickelt und erprobt wird. Rund um Deutschland werden neue Kernkraftwerke geplant: in der Slowakei, in den Niederlanden, in Frankreich. Mit der Einführung neuer Reaktortypen werden Kernkraftwerke zu Wasserstofflieferanten. Und, Frau Siegesmund, die 800.000 Arbeitsplätze in Deutschland, die Sie hier in Aussicht stellen, sind dann eine weitere Illusion. (Beifall AfD) Unter diesen Voraussetzungen wäre es töricht, wichtige Ressourcen in den Aufbau einer Wasserstofferzeugung auf Basis von Sonne und Wind in Thüringen zu verschwenden. Der Wirkungsgrad einer solchen sogenannten Power-to-Gas-Prozesskette im wind- und sonnenarmen Thüringen ist so absurd niedrig, dass sich mir als Energietechniker die Haare sträuben. (Beifall AfD) Die Wasserstofftechnologie wird zum Feigenblatt für den unsinnigen Ausbau der Windkraft und dient wiederum zur Profitmaximierung der EEG-Profiteure. Das haben wir gestern beim Repowering schon gehört. Große Chancen bieten dagegen die Umwandlung, die Lagerung und die Anwendung von Wasserstoff und Wasserstoffprodukten. Da sind wir völlig einer Meinung. Solche Anwendungen sind beispielsweise Verbrennungsmotoren auf Basis synthetischer Kraftstoffe, Brennstoffzellen zur Strom- und Wärmeversorgung oder der Betrieb industrieller Prozesse mit Wasserstoff, um nur einige zu nennen. Besonders in strukturschwachen Regionen, die klassisch von Bergbau und Chemie geprägt waren, wie zum Beispiel das Altenburger Land oder der Kreis Greiz kann die Wasserstofftechnologie zukunftsträchtige Entwicklungsmöglichkeiten bieten. Aber eine einseitige Bevorzugung bestimmter Technologien ist mit der AfD nicht zu machen. (Beifall AfD) Die besten Lösungen finden wir nur im marktwirtschaftlichen Wettbewerb unterschiedlicher Ideen. Es ist eine Anmaßung, wenn die Politik technologische Vorgaben macht. Die starrsinnige ideologische Fixierung der Grünen und ihrer Freunde auf ineffiziente Erzeugungstechnologien lehnt die AfD ab. (Beifall AfD) Die ökosozialistische Grünen-Energiepolitik führt zu Energiemangel, Rationierungen und wirtschaftlichem Niedergang; (Unruhe SPD) genau das, wovor uns das Verfassungsgericht warnt. Durch die Grünen-Energiepolitik werden die Zukunftschancen unserer Kinder und Enkel zerstört. (Beifall AfD) Wer Grün stoppen will, muss Blau wählen. (Unruhe BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) (Beifall AfD) Die AfD steht für zuverlässige, bezahlbare Mobilität und Energieversorgung. (Zwischenruf Abg. Ramelow, DIE LINKE: Ja, genau, von Atomkraft und Diesel!) Die AfD steht für technologieoffene Forschung und Entwicklung, die alle Chancen nutzt. Die AfD steht für die Nutzung aller Chancen, die die Wasserstoffanwendung gerade in strukturschwachen Regionen bietet. Deshalb haben wir einen Alternativantrag zum Antrag der CDU eingebracht. Der Antrag der CDU ist zu einseitig. Wir können dem so nicht zustimmen. Ich freue mich auf die Diskussionen im Energieausschuss. Vielen Dank. (Beifall AfD)

Protokoll ↗