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Denny Jankowski

AfD 06.05.2021 Sitzungen 7/45

Pandemiebewältigung in der Bildung – chancengerechten Zugang zu außerschulischen Lern- und Förderangeboten ermöglichen

Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Abgeordnete, liebe Eltern und Schüler am Livestream, die beste Methode zur Bewältigung der Probleme im Bildungsbereich ist, die Schulen sofort wieder zu öffnen. (Beifall AfD) Herr Tischner, ich kann Ihnen nur empfehlen, schauen Sie vielleicht noch mal auf den Antrag. Da werden Sie feststellen, der stammt nicht von uns, der stammt von der FDP. Vielleicht können Sie ihm dann doch zustimmen. Die im Antrag zu Recht angemahnten entstandenen Lernrückstände müssen aufgeholt werden. Da sind wir uns, glaube ich, alle einig. Aber das Wesentliche ist jetzt, dass wir dafür sorgen, dass die Lernrückstände nicht noch größer werden. Genau das aber wird durch das unsägliche Infektionsschutzgesetz passieren, das vor zwei Wochen beschlossen wurde und in Thüringen dazu führen wird, dass wahrscheinlich bis Schuljahresende ein Großteil der Schulen geschlossen bleiben muss. Alle anderen Parteien hier im Landtag haben dieses mehr oder weniger abgenickt, auch wenn einige beteuern, dass sie sich Mühe gegeben und wenigstens einen Brief geschickt haben, um damit ihren Protest auszudrücken, oder dass die Landesregierung ihren Unmut durch eine Protokollnotiz kundgetan hat. Nur die AfD hat vehement gefordert, dass die Schüler wieder ihr Recht auf Bildung uneingeschränkt wahrnehmen können. (Beifall AfD) Der Antrag der FDP ist dennoch hilfreich, denn die FDP möchte hier einige der verursachten Schäden wieder reparieren. Das ist ein guter und wichtiger Ansatz. Wir werden den Antrag daher unterstützen und einer Überweisung an den Ausschuss zustimmen. Meine Fraktion erarbeitete bereits Ende Februar ein Positionspapier mit dem Titel „[…] – 10 Forderungen zur Bildungspolitik in der Corona-Krise“. Wir haben dort schon vor Wochen Programme zur Bewältigung der Lernrückstände aufgestellt. Durch die Gutscheine, welche die FDP fordert, ist eine ganz individuelle Förderung der Kinder möglich, abgestimmt auf ihre ganz konkreten Lernprobleme. Das ist gut, löst aber nur einen kleinen Teil der Probleme. Problematisch könnte das Ganze werden, wenn uns dafür am Ende des Personal fehlt. In unserem 10-Punkte-Programm fordern wir daher, dass auch auf Nachhilfelehrer, Studenten, Referendare, Erzieher mit Lehrbefähigung und pensionierten Pädagogen zurückgegriffen werden kann, alles auf freiwilliger Basis und mit entsprechender Entlohnung. Wichtig ist aber, dass die Maßnahmen zu einem großen Teil im Rahmen der Schule stattfinden, denn von den Corona-Maßnahmen ist momentan die ganze Schülergeneration betroffen. Was wir derzeit haben, ist ein wahrer Flickenteppich, was die vermittelten Lerninhalte angeht. Während der Zeit der coronabedingten Schulschließung haben die einzelnen Kinder mehr oder wenig gelernt. Aber es liegt eben nicht am Einzelnen und an seinem Elternhaus. Durch den Distanzunterricht wurden generell deutlich weniger Unterrichtsinhalte vermittelt. Also haben fast alle Kinder gravierende Lücken und einen massiven Nachholbedarf. Um herauszufinden, wie hoch der Nachholbedarf wirklich ist, braucht es umgehend eine Lernstandserhebung – da bin ich sogar mal der Meinung von Frau Rothe-Beinlich. Wir brauchen eine Lernstandserhebung für jede Schule, für jede Klasse bis hin zu jedem einzelnen Schüler und in jedem Fach. (Beifall AfD) Wenn die Lernstände bekannt sind, können gezielt Maßnahmen ergriffen werden. Dabei ist wichtig, dass es auch, aber eben wieder nicht nur um sozial Schwache geht, dass es auch, aber wieder nicht nur um Migrantenkinder geht, denn bei Rot-RotGrün/der Landesregierung zählen diese Kinder schon immer als Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf und profitierten daher schon immer auch von der Notbetreuung. Es ist wichtig, dass es dieses Mal um alle Kinder gehen muss. Die Kinder der Mittelschicht und der Steuerzahler dürfen nicht wieder benachteiligt werden. (Beifall AfD) Es ist wichtig, dass auch in den Schulen Fördermaßnahmen in Gruppen stattfinden und die Kinder gemeinsam die Lücken aufholen können. Dafür muss an erster Stelle das Personal zur Verfügung stehen und genau das ist das Problem. Individueller Nachhilfeunterricht ist notwendig, damit spezielle Probleme konkreter angegangen werden können. Probleme, die Kinder derselben Klasse haben, müssen nicht 20 einzelne Nachhilfelehrer bearbeiten, sondern können effizienter mit einem Nachhilfelehrer bearbeitet werden, der in der Gruppe arbeitet. Wir werden in dem Bildungssystem sehr genau schauen müssen, dass jegliches Personal, was helfen kann, gezielt einbezogen wird und die Schüler nicht am Ende in Konkurrenz um die Nachhilfe stehen. Aber genau das würde passieren, wenn auf einmal 200.000 Schüler in Thüringen mit Gutschein ausgestattet fröhlich zu den Bildungs- und Nachhilfeeinrichtungen wackeln würden. Wir hätten ein heilloses Chaos und gerade in den ländlichen Räumen würden viele Kinder auf der Strecke bleiben, da viele Bildungs- und Nachhilfeeinrichtungen vor allem in den Städten zu finden sind. Deswegen sollte möglichst viel zentral gesteuert werden, möglichst viel sollte von den Schulen klassenweise organisiert werden, möglichst viel sollte direkt am Ort Schule angeboten werden. Wichtig wären zum Beispiel auch die Hortnachmittage mit gruppenspezifischen Angeboten und Nachhilfeunterricht zu füllen und dann zusätzlich die individuellen Nachhilfen und Förderungen gezielt nach Bedarf der einzelnen Schüler zu ermöglichen. Wenn man sich vorstellt, was die Kinder durchgemacht haben und was auf sie noch zukommen wird, können sie einem nur leidtun. Auch wenn viele Lehrer motiviert gearbeitet haben, konnte in der Distanz nur ein Bruchteil dessen vermittelt werden, was sie eigentlich hätten vermitteln müssen. Die Schüler werden viel, sehr viel nachholen müssen. Und nachdem es gerade die Schüler sind, welche die größten Einschränkungen in ihrem Leben zur Pandemiebewältigung ertragen mussten und auch noch weiter ertragen müssen, werden es auch leider wieder die Schüler sein, die es am Ende am meisten ausbaden müssen. Wir stehen hinter den Schülern und wollen sie auf ihrem anstrengenden Weg unterstützen. Es ist wichtig, dass sie die Bildung bekommen und erarbeiten können, die sie für ihr zukünftiges Leben brauchen, und da helfen auch wunderschöne Laptops nichts, das dürfte mittlerweile auch den blindesten Technikfreunden aufgefallen sein. (Beifall AfD) Ein anderer wichtiger Punkt, den weder Laptops noch der Antrag der FDP leisten können, ist die Schwimmausbildung. Eigentlich findet der Schwimmunterricht im Rahmen der Grundschulausbildung statt. Wir haben im letzten Plenum die Beteuerung des Ministeriums gehört, wie wichtig Schwimmunterricht doch sei und dass das Ministerium hoffe, dass die Eltern die Schwimmerziehung mit übernehmen. Da darf man sich aber schon einmal die Frage stellen: Wo eigentlich? Die Schwimmbäder sind aufgrund des ganzen Lockdown-Irrsinns zu, die Badeseen sind auch zu und zum Teil auch zum Schwimmenlernen zu gefährlich. Wo sollen die Kinder also schwimmen lernen? Wahrscheinlich nach der Landesregierung zu Hause in der Badewanne oder einfach im Planschbecken. Das Land muss hier endlich auch seinem Bildungsauftrag gerecht werden und dafür sorgen, dass lebensrettender Schwimmunterricht stattfindet und nicht in Zukunft wieder mehr Kinder ertrinken wegen mangelnden Schwimmfähigkeiten. (Beifall AfD) Nur mal ein kleiner Vergleich: Bis Ende März verzeichnete das Robert Koch-Institut elf Corona-Tote unter 20 Jahren. Im Jahr 2020 sind aber allein schon 49 Menschen unter 20 Jahren ertrunken und bei solchen Zahlen kann man sich schon fragen: Was ist für die Kinder und Jugendlichen gefährlicher, Corona oder Ertrinken wegen mangelnder Schwimmfähigkeit? (Beifall AfD) (Zwischenruf Abg. Rothe-Beinlich, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Das ist jetzt nicht wahr!) Wir werden den Antrag der FDP unterstützen. Die individuelle Nachhilfe soll gern über staatlich finanzierte Gutscheine erfolgen, aber es muss genug Nachhilfepersonal im schulischen Bereich eingebunden werden. Und bei allem, was wir in Zukunft an Folgeschäden bewältigen wollen, ist vor allem wichtig, dass die Lernlücken nicht noch weiterwachsen, denn das, was Frau Merkel jetzt mutwillig hinnimmt und von allen anderen Parteien getragen wird, ist nicht hinnehmbar. Deswegen muss zuallererst gelten: Öffnen Sie die Schulen, und zwar sofort! Vielen Dank. (Beifall AfD)

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