Denny Jankowski
c) auf Antrag der Fraktion der AfD zum Thema: „Dringlichkeit der Öffnung von Schulen und Kindergärten in Thüringen auch in der Corona-Krise – Notwendige Entlastung unserer Kinder und Familien“
Sehr geehrter Herr Präsident, werte Abgeordnete, liebe Schüler und Eltern am Livestream, die Corona-Krise verlangt uns allen viel ab. Jeder Bürger dieses Landes ist mit Zwängen und Einschränkungen konfrontiert, die er so nicht kannte und auch nicht für möglich hielt. Besonders aber Eltern und Kinder treffen diese Maßnahmen am stärksten. Sie müssen nicht nur, wie alle anderen auch, auf ihre sozialen Kontakte verzichten oder auf sportliche Betätigungen in Vereinen oder auf Essen gehen oder ins Theater gehen. Zusätzlich können über 60 Prozent der Kindergartenkinder und fast 90 Prozent der Hortkinder nicht in ihre Einrichtungen gehen, weil sie nicht in die Notbetreuung fallen, und die Schule besuchen können sie auch nicht. Die Eltern kümmern sich liebevoll um ihre Kinder und nehmen ihre Verantwortung wahr und dafür haben sie unser aller Respekt verdient.
(Beifall AfD)
Die Eltern sollen aber nebenher noch Lehrer spielen und arbeiten müssen sie auch noch nebenher, denn laut Meinung der Landesregierung haben sie keinen Anspruch auf Notbetreuung, wenn sie ihre Tätigkeit im Homeoffice verrichten können. Wie die Eltern seit Monaten dies alles unter einen Hut bekommen, ist bewundernswert, aber sie werden auch weit über ihre Belastungsgrenzen hinaus beansprucht. Den Kindern fehlen vor allem ihre Freunde und Spielgefährten und gerade Mehrkindfamilien müssen sich dann auch noch aussuchen, welches ihrer Kinder heute mal einen Freund treffen darf, wenn es die Eltern überhaupt organisieren können. Austoben ist auch schwierig, denn die Eltern werden so stark beansprucht, dass sie meistens nicht die Zeit haben, mit den Kindern zum Spielplatz zu gehen. Also bleiben sie viel zu Hause, was sich schlecht auf die Gesundheit und Laune aller Beteiligten auswirkt. Die COPSY-Studie zeigte bereits im August, dass das Risiko für psychische Auffälligkeiten bei den 11- bis 17-Jährigen von rund 18 Prozent vor Corona auf 31 Prozent während der Krise stieg. Die Kinder zeigen häufiger Hyperaktivität, emotionale Probleme, Verhaltensprobleme und psychosomatische Probleme. Das sind vor allem die Auswirkungen der von der Landesregierung beschlossenen Schließung der Kindergärten und Schulen.
(Beifall AfD)
Hinzu kommen natürlich noch die negativen Auswirkungen auf die Schulbildung der Kinder. Und wenn das Bildungsministerium in Thüringen seit einigen Monaten immer wieder verlauten lässt, dass durch den Distanzunterricht kein Unterricht ausfalle, sondern eben nur zu Hause stattfindet, dann ist das grotesk und völlig realitätsfremd. Unterrichten ist das Vermitteln von Kenntnissen und Fertigkeiten durch einen Lehrer. Und genau das findet nicht statt.
(Beifall AfD)
Sicherlich, auch ich höre bei vielen Gesprächen mit Eltern, Schülern und Lehrern, dass das im Einzelfall und in einzelnen Schulfächern zum Beispiel mit Videokonferenzen gut funktioniert. Ich höre aber auch, dass oftmals nur Arbeitsblätter eingescannt, verteilt und am Ende wieder eingesammelt werden. Die Rückmeldung, die die Schüler eigentlich zeitnah bräuchten, folgt Tage oder Wochen später. In vielen Fächern bekommen sie auch überhaupt nichts von den Lehrern und die Schüler und Eltern hängen komplett in der Luft. Die Bildungslücken, die in den letzten Monaten entstanden sind, werden sehr viele Schüler nicht mehr schließen können und vor allem werden die Bildungslücken mit jedem Tag größer, an dem die Schulen weiter geschlossen bleiben. Und natürlich muss man sich die Frage stellen: Sind die Schließungen der Kindergärten und Schulen überhaupt verhältnismäßig? Corona trifft vor allem ältere Personen, aber auch andere Risikogruppen. Diese gilt es zu schützen – ja, natürlich. Doch bereits im Herbst lagen genug Erkenntnisse vor, dass Kinder sich zum einen weniger mit Corona infizieren und nur in seltenen Ausnahmefällen stark erkranken. Die europäische Gesundheitsbehörde betonte zuletzt am 23. Dezember: Kinder sind nicht die Treiber der Pandemie. Und auch der Berater der Bundeskanzlerin, Herr Prof. Berner, Leiter der Kinderklinik der Universität Dresden, sprach sich in der Kanzlerrunde mit den Ministerpräsidenten klar für eine Öffnung der Kindergärten und Schulen aus. Er erklärte, es gebe keinen wissenschaftlichen Grund, die Kitas und Schulen zu schließen.
(Beifall AfD)
Aber wahrscheinlich war Herr Ramelow bei diesem Redebeitrag durch sein andauerndes Candy-CrushGedaddel mal wieder abgelenkt. Sicherlich wird auch gleich wieder auf die Virusmutation aus England verwiesen werden und damit die anhaltende Schließung der Schulen und Kindergärten begründet werden. Fakt ist aber: Wir wissen nicht, wie sich diese Mutation verhält. Es gibt vor allem viele, sehr viele Spekulationen. Aber wir können nicht anhand von Spekulationen die Menschen schröpfen und den Schülern ihre Zukunft verbauen.
(Beifall AfD)
Wir fordern deshalb, dass die Kindergärten, Horte und Schulen sofort wieder geöffnet werden. Sie brauchen Hygienekonzepte, dabei muss man die Einrichtungen unterstützen, aber nicht schließen. Kinder und deren Eltern, die zu Risikogruppen gehören, sollen die Wahlfreiheit haben zwischen Präsenz- und Distanzunterricht. Aber alle, die wollen, sollen wieder in die Kindergärten und Schulen gehen können.
(Beifall AfD)
Herr Ramelow, Herr Holter, hören Sie auf, die Familien weiter zu belasten und öffnen Sie endlich wieder in Thüringen die Kindergärten und Schulen! Vielen Dank.
(Beifall AfD)
