Madeleine Henfling
d) Mittelfristiger Finanzplan für die Jahre 2020 bis 2024 für den Freistaat Thüringen
Meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, vielem, was von der Kollegin Mitteldorf schon gesagt wurde, kann ich mich natürlich anschließen. Lassen Sie mich ganz kurz geradeziehen, was Frau Kniese hier gerade hart verbogen hat. Ich will nur darauf hinweisen, dass die Prüfung der institutionellen Förderung der Musik- und Jugendkunstschulen schon im letzten Koalitionsvertrag von Rot-Rot-Grün vereinbart war. Dazu braucht es definitiv keine AfD.
(Beifall DIE LINKE, BÜNDNIS 90/DIE GRÜ-
NEN) Dass Sie natürlich mit dem Rasenmäher über den Kulturhaushalt drübergehen und dass Sie nicht dafür stehen, kulturellen Pluralismus in diesem Land zuzulassen, das wissen wir. Sie wollen Theatern vorschreiben, was sie zu spielen haben. Sie wollen wahrscheinlich auch sämtlichen Chören vorschreiben, was sie zu singen haben. Wenn es nach Ihnen ginge, dann wahrscheinlich nur noch Wagner oder so was – keine Ahnung. Aber der Punkt ist tatsächlich, Sie stehen für kulturelle Öde, und das ist natürlich mit Rot-Rot-Grün nicht zu machen.
(Beifall DIE LINKE, BÜNDNIS 90/DIE GRÜ-
NEN) Meine sehr geehrten Damen und Herren, Thüringen hat eine große und reiche Kulturgeschichte und – meine Kollegin Astrid Rothe-Beinlich hat es hier auch schon erwähnt – wir haben im Kulturhaushalt natürlich versucht, für das nächste Jahr einige Sachen zu verankern. Ich gebe der Kollegin Mitteldorf recht, wir müssen im nächsten Jahr noch mal sehr genau hinschauen, ob das Geld dort ankommt, wo es hingehört. Wir werden natürlich im nächsten Jahr auch damit konfrontiert sein, bestimmten kulturellen Angeboten, Kunst und Kultur in Thüringen auch wieder ein bisschen auf die Beine helfen zu müssen. Das ist nichts, was trivial ist und einfach zu sein scheint. Ich glaube, das bedarf unser aller Anstrengung. Wir haben unter anderem die 500.000 Euro für das „Chancengeber*innen“-Programm eingestellt. Das ist eine Kulturidee gewesen, die zusammen mit dem Paritätischen und dem Kulturrat erarbeitet wurde. Sie soll Kulturschaffenden ermöglichen, im nächsten Jahr auf Honorarbasis Angebote an Bildungs- und Kultureinrichtungen durchzuführen. Mir sind die Gelder ganz besonders wichtig, die eingestellt worden sind, um die kleinen und mittleren Museen in Thüringen dabei zu unterstützen, die Sammlungsgegenstände, die sie vor Ort liegen haben, tatsächlich durchzuschauen und auf deren Provenienz zu prüfen, nicht nur in Bezug auf das koloniale Erbe, was eine wichtige Frage ist, sondern eben auch auf die Frage zu ihrem Bezug in DDR-/NS-Zeiten, aber sogar zum Ersten Weltkrieg haben wir noch Sachen liegen, bei denen die Provenienz nicht erforscht wurde. Ich glaube, das ist ganz wichtig. Dafür stehen 200.000 Euro für eine Koordinierungsstelle zur Verfügung. Ich glaube tatsächlich, das ist etwas, wozu wir auch darüber reden müssen, wie wir das in Strukturen bekommen und nicht nur, wie es jetzt vorgesehen ist, in einer Projektförderung. Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich bin froh darüber, dass wir diesen Kulturhaushalt für das nächste Jahr noch mal so hinbekommen haben, wie er jetzt da ist. Ich möchte gemeinsam mit Ihnen im nächsten Jahr die Anstrengung unternehmen, Kunst und Kultur in Thüringen tatsächlich auch wieder auf die Beine zu helfen. Ich glaube, das ist ganz wichtig. Ich hoffe, dass wir das gemeinsam hier bestreiten werden. Vielen Dank.
(Beifall DIE LINKE, BÜNDNIS 90/DIE GRÜ-
NEN)
