Franziska Baum
b) Weitere Stärkung und Entwicklung der Digitalisierung des Thüringer Schulwesens
Also das sind die Bilder, die ich sehe, wenn ich über digitale Schule spreche, über die Vereinfachung, die Digitalisierung in der Schule schaffen kann. Dafür braucht es natürlich Infrastruktur. Frau RotheBeinlich hat es vorhin gesagt: Geld ist da momentan nicht das Problem. Das hört man auch selten. Aber ein Thema ist, wie wir das organisatorisch und wie wir das rechtlich in den Schulen umgesetzt kriegen. Ein Beispiel, das auch Frau Rothe-Beinlich ansprach, waren die Klassensätze von Tablets, die in Schulen in Kammern einstauben, weil irgendwie nicht so richtig klar ist: Dürfen die rausgegeben werden oder dürfen die nicht rausgegeben werden und in welchem Zusammenhang? Das hat mit den Strukturen zu tun, die wir haben: Ist das ein sächlicher Teil der Schule oder ist das jetzt ein pädagogischer Inhalt der Schule? Wer ist dafür verantwortlich, wer trägt die Verantwortung? Wer muss das Ding warten und wer muss am Ende womöglich dort noch Systeme draufspielen, die dann von Herrn Dr. Hasse nicht auseinandergenommen werden? Ich musste Sie jetzt einmal erwähnen, wenn Sie schon hier so spät abends noch bei uns sitzen.
(Beifall CDU, FDP)
Das heißt, es reicht nicht allein, die Geräte in die Klassenzimmer zu werfen, sondern wir brauchen einen organisatorischen Ansatz an die Sache, wir brauchen einen rechtlichen Ansatz und wir brauchen natürlich – ganz klar – auch eine pädagogische Herangehensweise.
(Beifall FDP)
Wir können natürlich jetzt darüber sprechen, dass wir eine Fortbildungsverpflichtung für Lehrer brauchen. Das Problem, das wir momentan haben, dass Lehrer keine Fortbildung wahrnehmen können – sage ich bewusst –, ist, dass sie schlichtweg keine Zeit haben. Wenn Sie in den Schulen nachfragen, ob der Schulleiter den Lehrer gern in eine Fortbildung schicken möchte, wird der das mit Sicherheit verneinen, denn wir haben momentan einfach eines nicht so sehr, und das ist viel Kapazität bei Lehrerzeit.
(Beifall FDP)
Insofern ist die Fortbildungsverpflichtung grundsätzlich ein guter Ansatz, aber hilft hier nicht. Ich wäre dafür, dass wir das Thema „Digitalisierung und Lehrerarbeitszeit“ überdenken, das heißt: Wie viel Aufwand macht es – und da komme ich auch auf das Thema „Medienpädagogische Konzepte“ zu sprechen –, unsere Schulen zu digitalisieren? Das macht Aufwand, und zwar in erster Linie zeitlichen Aufwand. Wir können das natürlich dem Lehrer auf die Nase drücken, das haben wir über die letzten Jahre schon öfter gemacht. Ich weise aber darauf hin, Lehrer sind in erster Linie Lehrer und sollen pädagogisch unseren Kindern dabei helfen, das Leben zu verstehen und in dieser Welt zurechtzukommen.
(Beifall FDP)
Für alles, was darüber hinausgeht, brauchen Lehrer Unterstützung von Experten. Oder es muss in der Ausbildung neu darüber nachgedacht werden, was der Aufgabenbereich von Lehrerinnen und Lehrern ist. Das sind die Sachen, zu denen wir mit unserem Antrag aufrufen und wozu ich auch viele interessante Ansätze in den Anträgen der CDU und auch von Rot-Rot-Grün gesehen habe. Ich glaube, wir können gemeinsam mit unseren unterschiedlichen Erfahrungshintergründen da schöne Ideen zusammenbringen, damit Schule in Thüringen in Zukunft mit ein bisschen mehr Digitalisierung funktioniert und damit nicht einfach nur, dass es schick ist und blinkt, sondern dass es den Lehrern das Leben einfacher macht und dass es die Schüler besser auf die Zukunft vorbereitet. Ich freue mich darauf.
(Beifall CDU, FDP)
