Franziska Baum
b) Weitere Stärkung und Entwicklung der Digitalisierung des Thüringer Schulwesens
Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen, guten Abend Herr Hasse, liebe Zuschauerinnen und Zuschauer am Livestream, dass das um diese Stunde stört, das sind Sachen, die, glaube ich, Lehrer nur zu gut kennen, wenn die Klasse wieder etwas unruhig wird. Das wird Ihnen übrigens auch ein Lehrer oder eine Lehrerin erzählen, wenn der Computer nicht so will, wie er vielleicht soll. Dann wird es ganz schnell unruhig und dann lassen wir den lieber weg. Insofern ist dieses Thema „Digitalisierung“ gerade im Zusammenhang mit Schule unbedingt nicht als Selbstzweck umzusetzen, weil, was in Schule nicht funktioniert, das wird nicht eingesetzt. Ich weiß nicht, wer von Ihnen die Erfahrung als Lehrer hat: Wenn Sie 5 Minuten vor Stundenbeginn Zeit haben und den Rechner einschalten, dann hat der bitte jetzt zu funktionieren und nicht erst noch ein Update machen zu wollen. Das sind alles Sachen, die muss man wissen, wenn wir über Schule sprechen und wenn man über digitalen Unterricht oder den Einsatz von digitalen Instrumenten im Unterricht in der Schule nachdenkt. Wir als Freie Demokraten mögen Digitalisierung, weil wir wissen, dass es zwei Dinge kann. Es kann Probleme lösen und es kann Horizonte erweitern.
(Beifall FDP)
Beides sind Sachen, die wir in der Schule brauchen. Wir haben das in der Pandemie-Zeit gesehen, digitaler Unterricht hat ermöglicht, dass der Distanzunterricht um einiges besser gelaufen ist, als wenn er nicht digital gewesen wäre. Aber digitaler Unterricht oder die Nutzung digitaler Tools/ Werkzeuge kann auch helfen, wenn Schule ganz normal funktioniert, auch im Distanzbereich. Man stelle sich das Kind mit dem gebrochenen Bein auf der Couch vor. Es könnte jetzt warten, bis die Arbeitsblätter kommen, oder es kann einfach per Webcam am Unterricht teilnehmen.
(Beifall CDU, FDP)
Man könnte, wenn man ganz gewagt ist, auch in der Stunde, wo die Frau Müller eigentlich unterrichten sollte, die aber krank ist, den Herrn Meier aus Gera reinschalten.
(Beifall FDP)
Das aber ist schon sehr weit Zukunft, denke ich. Die Planung dafür braucht es noch. Ich sagte vorhin aber auch, dass es um das Erweitern von Horizonten geht. Da gibt es Projekte, die in Thüringen laufen, wo Experten aus dem jeweiligen Fachumfeld, das gerade besprochen wird, in die Unterrichtsstunde eingeschaltet werden. Beispielsweise wenn es in Physik um Halbleiter geht: Ich muss zugeben, ich habe das zu Schulzeiten alles nicht so hundertprozentig verstanden. Aber ich weiß von Kindern, die aufgrund eines Gesprächs mit einem Ingenieur, der ihnen erklärte, was diese Halbleiter im Zusammenhang mit Stromerzeugung zu tun haben, durchaus verstanden haben, worum es geht. Und wenn dann noch die Frage gestellt werden kann: Kann man denn bei Ihnen auch ausgebildet werden? Dann ist gleich die Verbindung zur Thüringer Wirtschaft hergestellt und das kann uns nur helfen.
(Beifall FDP)
Vor allem geht es in Schule aber auch darum: Schule ist auch ein Stück weit Teil der Verwaltung, eine Behörde, wie man es nennen möchte. Da gibt es Prozesse, die mit Digitalisierung definitiv vereinfacht werden können. Wenn ich darüber nachdenke, wie digitale Schule aussieht, gerade in dem Verwaltungszusammenhang, dann sehe ich Schulanmeldungen, die digital funktionieren, dann sehe ich die Frage „Nimmt Ihr Kind eigentlich am Nachmittagsunterricht teil?“ als digitale Abfrage. Und dann sehe ich vor allem auch die Möglichkeit, dass der Lernstand von Schülerinnen und Schülern on demand ad hoc gemacht werden kann – digital. Das hilft nicht nur dem Lehrer, damit der weiß, dort muss jetzt noch mal nachgebessert werden, sondern das hilft vor allem dem Schüler zu sagen: Oh, an der Stelle erfülle ich offensichtlich momentan nicht das, was von mir erwartet wird, und kann frühzeitig mit dem Lernen anfangen, mit einer Zusatzförderung und erhält nicht nur eine Überraschung, wenn es Zeugnisse gibt.
(Beifall FDP)
