Franziska Baum
b) Weitere Stärkung und Entwicklung der Digitalisierung des Thüringer Schulwesens
Vielen Dank, Herr Präsident. Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete, an die Durchhaltevermögen zeigenden Zuschauer an den Livestreams auch herzlichen guten Abend! Wie kann man einen Plenartag besser beenden als mit dem Thema „Digitalisierung in der Schule“?
(Beifall FDP)
Danke, Herr Kemmerich. Der Antrag, den wir zu dem Thema eingebracht haben, ist über die Zeit nun schon fast ein bisschen erwachsen geworden. Der ist in der Zeit der Pandemie entstanden und hat sich ursprünglich mal mit dem Distanzunterricht auseinandergesetzt. Dann haben wir aber, als deutlich wurde, dass es nicht nur darum geht, Krisenbewältigung zu betreiben, sondern zukunftsorientiert Rahmenbedingungen für Digitalunterricht oder auch die Einbindung von digitalen Möglichkeiten in den Unterricht zu gewährleisten, eine Neufassung geschrieben. Die liegt Ihnen jetzt vor. Uns geht es generell darum, Rahmenbedingungen festzuziehen, damit Digitalisierung in der Schule helfen kann, Probleme zu lösen. Dabei geht es natürlich darum, die Erfahrungen der letzten Wochen vor allem mit den Akteuren, die in Schule vor Ort waren, auszuwerten. Ich möchte auf die einzelnen Punkte eingehen, die Teil unseres Antrags sind. Uns geht es neben der Auswertung der Erfahrungen und Erkenntnisse der letzten Wochen auch darum, Visionen zu kreieren und Szenarien aufzustellen, an welcher Stelle digitaler Unterricht sinnvoll eingebunden werden kann, gewinnbringend sowohl vor Ort in der Schule eingebunden werden kann, aber auch als Option im Distanzunterricht. Dazu gehört natürlich auch, inwiefern digital erbrachte Leistungen benotet werden können. Aktuell ist alles, was außerhalb der Schule erstellt wird, nicht von unseren Lehrkräften bewertbar. Ein weiteres Thema ist Ausstattung. Darüber ist, glaube ich, viel debattiert worden. Das ist ein Punkt, der mir auch persönlich ein bisschen am Herzen liegt. Wir lösen Digitalisierung oder wir schaffen Digitalisierung der Schule nicht damit, dass wir einfach Geräte in Klassenzimmer werfen, sondern wir müssen uns wirklich Gedanken machen, wie die Systeme eingesetzt werden können, welche Tools wir brauchen und vor allem welche Tools für die Lehrkräfte nutzbar sind, ohne dass der Datenschutzbeauftragte gleich kurz vor Feierabend noch auf der Matte steht.
(Beifall FDP)
Herzlichen Gruß an Herrn Dr. Hasse an der Stelle, wir hatten unseren Austausch dazu. Darüber hinaus ist das Thema „Aus- und Fortbildung“ immer ein Grundkriterium, wenn über Digitalisierung in Schule gesprochen wird. Ja, wir brauchen Angebote für die Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte in allen Schulbereichen, aber es geht vor allem auch darum, einen Austauschrahmen zu schaffen. Digitalisierung oder die Nutzung von digitalen Instrumenten hat ganz viel damit zu tun, was ich ausprobieren kann, was ich schon mal gesehen habe. Es hat uns auch während der Pandemie gezeigt, dass die Sachen, die einfach schon mal funktioniert haben, mit denen man schon mal gearbeitet hat, plötzlich gar nicht mehr so erschreckend aussehen. Deswegen braucht es da auch Zeit in den Schulen und Austauschmöglichkeiten unter den Schulen in ganz Thüringen, damit wir die Ideen, die da sind, fundieren können und weiterentwickeln können.
(Beifall FDP)
Einen Punkt haben wir dann aber noch am Schluss, das werden wir wahrscheinlich, dadurch dass der Antrag jetzt auch nicht das erste Mal im Plenum ist – das war so die kleine Sommerferien-Challenge: Schaffen wir es, alle Schulen bis zum Ende der Sommerferien an die Lernmanagementsysteme einzubinden? Da bin ich gespannt. Das werden wir sehen, ob wir das schaffen. Grundsätzlich freue ich mich, dass das nicht der einzige Antrag zu dem Thema „digitale Schule“ geblieben ist, sondern dass die CDU-Fraktion und auch die Regierungskoalition da ihre Ideen und Inhalte mit eingebracht haben. Das möchte ich gern im Ausschuss für Bildung, Jugend und Sport weiterdiskutieren und natürlich heute Abend hier. Bitte, Herr Wolf?
(Zuruf Abg. Wolf, DIE LINKE: Das war die
Einbringung?) Das war die Einbringung. Ich habe dann noch was auf Lager. Ich freue mich darauf.
(Beifall FDP)
(Zwischenruf Abg. Hartung, SPD: Na, we-
nigstens eine!)
