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Dr. Thadäus Rudolf König

CDU 14.05.2020 Sitzungen 7/13

Schnellere Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse im medizinischen Bereich

Sehr geehrter Herr Präsident, werte Kolleginnen und Kollegen! Wie wichtig eine schnelle Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse im medizinischen Bereich ist, ist an durch die Große Anfrage der CDU-Fraktion zur Situation der Pflege in Thüringen aus der vergangenen Legislaturperiode noch einmal deutlich geworden. Dabei ist eine Feststellung zentral: Gegenüber 2014 wird der Anteil von Personen über 65 Jahren in Thüringen von etwa einem Viertel der Gesamtbevölkerung bis zum Jahr 2030 um ca. 9 Prozent auf mehr als ein Drittel der Gesamtbevölkerung steigen. Diese Tatsache hat enorme Auswirkungen auf unser Gesundheitssystem, wie zum Beispiel eine eingeschränktere Mobilität der Patienten, eine enorme Zunahme der Multimorbidität, was auch von der medizinischen Infrastruktur vor Ort ganz andere Leistungen abverlangt, eine Zunahme des Pflegebedarfs und in diesem Zusammenhang einen besonders hohen Anstieg im Bereich der stationären Pflege. Hier, in diesem besonders betreuungsintensiven Bereich, ist bis 2030 mit einer Zunahme um mehr als 40 Prozent zu rechnen. Zugleich stehen wir als Gesellschaft vor den Herausforderungen des demografischen Wandels, weshalb die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter sowohl anteilig als auch absolut abnimmt. Ein größerer Bedarf an Pflege- und medizinischen Kräften muss deshalb aus einer geringer werdenden Bevölkerungsgruppe rekrutiert werden. Der medizinische Sektor ist also von der Entwicklung doppelt betroffen: durch die steigende Nachfrage nach professioneller medizinischer Versorgung und durch das sinkende Potenzial an Arbeitskräften. Vor diesem Hintergrund ist die Gewinnung qualifizierten Personals im medizinischen Bereich von erstrangiger Bedeutung für die Zukunft der medizinischen Versorgung in Thüringen. Wir haben zu diesem Thema bereits beispielsweise einen Antrag zur Erhöhung der Studienkapazitäten an der FSU Jena gestellt. Klar muss aber sein: Allein aus der Erhöhung der eigenen Ausbildungskapazitäten wird sich der Bedarf an Fachkräften nicht decken lassen. Es braucht ebenfalls qualifizierte Fachkräftezuwanderung, gerade im medizinischen Bereich. Dazu muss aus unserer Sicht auch das Landesverwaltungsamt serviceorientierter werden. Werte Kolleginnen und Kollegen, unser Antrag sorgt für mehr Servicefreundlichkeit für potenzielle Fachkräfte aus dem Ausland, indem ein Online-Antragsformular auf der Internetseite des Landesverwaltungsamts zur Verfügung gestellt wird, in dem wirklich alle Dokumente eingetragen werden und es nicht zu dem Phänomen mangelnder Nachweise kommen kann. Außerdem sollen Kliniken darüber in Kenntnis gesetzt werden, welche Prüfungsjahrgänge ausländischer Universitäten hohe Annahmequoten haben, oder Kooperationen mit Bildungseinrichtungen anderer Staaten geschlossen werden. Zusätzlich fordert der Antrag die Landesregierung dazu auf, sich für qualitativ anerkannte Standards einzusetzen wie das Dritte Staatsexamen der Humanmedizin, welches die Kenntnisprüfung ersetzen soll. Ich würde mich freuen, wenn dieser Antrag im Sinne der Aufrechterhaltung der gesundheitlichen Versorgung Zustimmung aus den Reihen der Abgeordneten erhält und im Ausschuss weiterberaten wird. Vielen Dank. (Beifall CDU)

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