Franziska Baum
Keine Experimente mit unseren Kindern – Lernmethode „Lesen durch Schreiben“ abschaffen!
Vielen Dank. Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen Abgeordnete, liebe vereinzelte Besucher hier auf der Tribüne, es ist ein Antrag der AfD, der uns jetzt hier zu diesem Tagesordnungspunkt bewegt, der mich auch dazu bewegt hat, mich ein bisschen mit der Methode auseinanderzusetzen. Wenn Sie das auch gemacht hätten – bei mir hat es zu einem Erkenntnisgewinn beigetragen. Wir müssen uns, glaube ich, nicht darüber streiten, dass Lesen und Schreiben als Grundkompetenz wichtig sind, um eine Bildungskarriere in irgendeiner Form voranzubringen. Nach einer Untersuchung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung haben aktuell 20 Prozent der Erwachsenen immer noch Schwierigkeiten, gerade schwierige Worte zu lesen, zu erkennen, zu schreiben. Das kann man in der Grundschule frühzeitig reduzieren.
(Zwischenruf Abg. Schubert, DIE LINKE)
Den Verweis nehme ich zur Kenntnis, Herr Schubert. – Man kann jetzt natürlich ganz schrecklich viel darüber philosophieren, ob diese Methode „Lesen durch Schreiben“ den Schrifterwerb irgendwie gefährdet. Grundsätzlich ist die Methode dafür gemacht, die Lesefähigkeit zu fördern, deswegen heißt es nämlich auch „Lesen durch Schreiben“ und nicht „Schreiben durch Schreiben“. Wir vertrauen dabei – ebenso wie die Kollegen von der Linken und den Grünen – den Pädagoginnen und Pädagogen und sehen das nicht als politischen Auftrag, in die Freiheit der Methodenauswahl in der Schule einzugreifen. Wir wollen an der Stelle vielmehr Ziele setzen und nicht Grenzen ziehen. Für uns muss ganz klar sein: Wer die Grundschule verlässt, muss lesen können, muss schreiben können – und das möglichst mit einem Wortschatz, der ausreicht, um dann auch auf dem weiteren Bildungsweg voranzukommen. Wie er das macht, das sei den Pädagogen überlassen. Uns würde aber tatsächlich interessieren: Wie wird das vermittelt, wie wird in Thüringen Rechtschreibung vermittelt? Was sagen Experten dazu, was sagen Wissenschaftler dazu? Welches sind die praktischen Erfahrungen und lässt sich davon vielleicht etwas in den Lehrplan übernehmen, was auch sinnvoll ist, für die Zukunft zu erhalten, und – das ist eine Idee, die wir aus einem anderen Bundesland übernommen haben – wie gehen wir mit der Idee eines generellen Grundwortschatzes um, der zum Ende einer Grundschule gekonnt werden muss? Ich kann an der Stelle auch noch mal den Kollegen der AfD widersprechen: In NRW wurde diese Methode unter anderem auch durch Erkenntnisgewinn nicht verboten, es wurde aber eine Handreichung gegeben – weil durchaus bekannt ist, dass Eltern der ganzen Sache kritisch gegenüberstehen –, wo dann auch noch mal erklärt wurde, dass es sich nicht um eine Rechtschreibmethodik handelt, sondern darum, die Lesekompetenz zu fördern und den Spaß am Lesen ein bisschen schneller voranzutreiben. Darum geht es bei „Lesen durch Schreiben“. Wir vertrauen den Pädagogen. Wir wollen da genauer hinschauen und freuen uns auf die Debatte im Ausschuss. Vielen Dank.
(Beifall DIE LINKE, CDU, FDP)
