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Holter

05.03.2020 Sitzungen 7/9

Praxisintegrierte vergütete Ausbildung für Erzieherinnen und Erzieher sichern

Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Präsidentin, die Regierung besteht wieder aus mehreren Mitgliedern. (Beifall DIE LINKE, BÜNDNIS 90/DIE GRÜ- NEN) Meine Damen und Herren, ich bin dankbar und möchte gern zu dem PiA-Antrag sprechen. Der Ausgangspunkt – das haben ja die Rednerinnen und Redner deutlich gemacht – war, dass der Bund sich aus der Verantwortung für die zweite Runde der PiA-Ausbildung im Rahmen der Fachkräfteoffensive zurückgezogen hat. Das jetzt im Einzelnen noch mal zu besprechen, erübrigt sich, wir müssen mit dem Fakt umgehen. Das war der Ausgangspunkt. In diesem Zusammenhang, auch in Erkenntnis der Ergebnisse und Erfahrungen von denen, die jetzt schon in dieser praxisintegrierten vergüteten Ausbildung sind, ist der Schluss entstanden, die Erkenntnis gewonnen worden: Ja, es wäre gut, wenn es ein reguläres Angebot für PiA geben würde, so wie die Kolleginnen und Kollegen der CDU das im Ergänzungsantrag auch deutlich gemacht haben. Das ist gut so und damit, glaube ich, wird sehr deutlich, dass in dieser Legislaturperiode das, was Rot-Rot-Grün in ihrem ursprünglichen Koalitionsvertrag fixiert hat, jetzt durch die demokratischen Fraktionen getragen wird. Dafür bin ich dankbar und halte es für richtig, dass wir diesen Weg gehen. Der Punkt ist: Die Zeit drängt! Deswegen bedanke ich mich auch für das Tempo. Wir haben im Januar hier in der Landtagssitzung genau diesen Antrag eingebracht. Der Ausschuss hat zügig gearbeitet. Ich konnte nun leider aufgrund der Auszeit, in der ich mich befand, daran nicht teilnehmen – das sei mal dahingestellt. Ich finde es gut, dass der Ausschuss innerhalb weniger Wochen, in der darauffolgenden Landtagssitzung, mit diesen Ergänzungen in den Landtag zurückgekommen ist. Wenn wir in dem nächsten Jahr genau dieses Tempo vorlegen, dann können wir viele Dinge zum Wohle des Landes Thüringen auf den Weg bringen. Deswegen möchte ich mich bei den Fraktionen bedanken, die aktiv daran mitgearbeitet haben. Dieses Ergebnis wirft aber Fragen auf. Darauf sind verschiedene Rednerinnen und Redner – auch Sie, Herr Jankowski – eingegangen. Das sind alles berechtigte Fragen. Diese Fragen müssen in Zukunft weiter diskutiert werden. Das betrifft nicht nur die Frage der Finanzierung, sondern auch die Frage des Nebeneinanderherbestehens von verschiedenen Ausbildungsgängen, der privat finanzierten vollschulischen Ausbildung, der Ausbildung an den staatlichen berufsbildenden Schulen – wo eben kein Schulgeld gezahlt werden muss – und jetzt haben wir noch eine vergütete Ausbildung. Das ruft Ungerechtigkeit und Ungleichheit hervor. Das ist eine Frage, die wir gemeinsam beantworten müssen, nicht nur wir hier in der Politik, sondern auch gemeinsam mit Trägern, Gewerkschaft und anderen Beteiligten. Am Ende brauchen wir – das ist mehrfach gesagt worden – mehr Erzieherinnen und Erzieher in den Einrichtungen, nicht nur in den Kindergärten, sondern auch in den Horten, aber auch in den Heimen. Deswegen können wir für eine bessere Ausbildung und für mehr Ausbildung von staatlich anerkannten Erzieherinnen und Erziehern nicht genug tun. Deswegen können wir das alles nicht auf die lange Bank schieben. Deswegen bin ich dankbar, dass es diese Regierung jetzt wieder gibt. Ich gehe mit Lust und Energie an die Aufgaben und Herausforderungen heran. In der AG „Zukunft Kindergarten“ müssen wir mit den Beteiligten besprechen, wie die Finanzierung bei dem regulären Angebot realisiert werden soll – nicht nur bei dem regulären Angebot, das wäre ein erster richtiger Schritt. Wichtig ist aber auch, wie sich die Erzieherinnen- und Erzieherausbildung in Thüringen perspektivisch generell aufstellen soll. Das ist eine Herausforderung. Die müssen wir gemeinschaftlich meistern. Am Ende müssen wir, wenn wir zu einem Konsens kommen, auch die entsprechenden Rechtsetzungen, das Gesetz über die Kindergärten in Thüringen, die Kindertagesbetreuung in Thüringen, wenn notwendig auch haushaltsseitig, abdecken. Das ist uns allen klar. Ich möchte bloß einmal ausgesprochen haben, dass es mit einer Verabredung zwischen allen Beteiligten nicht getan ist. Wenn ich davon ausgehe, dass wir für diese Dinge bis zum Februar 2021 Zeit haben und dass es als Verabredung des Landtags zu verstehen ist, dann kann ich uns nur wünschen, dass wir auch an diesem Thema so fleißig – so zügig wie jetzt von Januar bis heute an diesem Antrag gearbeitet wurde – dranbleiben, dass wir dann spätestens Anfang des nächsten Jahres konkrete Ergebnisse haben. Das wünsche ich mir. Ich bin bereit, genau diesen Weg mit Ihnen zu gehen. Es ist ein gutes Zeichen, dass wir gerade bei der frühkindlichen Bildung und Erziehung unserer Kinder Hand in Hand gehen. Danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall DIE LINKE, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Protokoll ↗