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Denny Jankowski

AfD 05.03.2020 Sitzungen 7/9

Praxisintegrierte vergütete Ausbildung für Erzieherinnen und Erzieher sichern

Sehr geehrte Präsidentin, sehr geehrte Abgeordnete, werte Gäste! Durch das Modell der praxisintegrierten und vergüteten Ausbildung wird jungen Menschen der Start in das Berufsleben erleichtert. Vor allem sorgt aber PiA dafür, dass es nicht mehr eine soziale Frage ist, ob man es sich überhaupt leisten kann, eine Ausbildung zum Erzieher zu absolvieren. Damit können andere Zielgruppen erreicht werden, aber auch andere Altersgruppen, für die bisher die Ausbildung zum Erzieher uninteressant war. Durch die Bezahlung wird es beispielsweise für Quereinsteiger interessanter, sich für die Erzieherausbildung zu interessieren oder zu entscheiden, oder auch für diejenigen, die vielleicht bereits einen eigenen Haushalt finanzieren müssen. Anhand der zahlreichen Bewerber beim bisherigen Modellprojekt kann man diesen positiven Effekt deutlich erkennen. Es ist ein erfreuliches Zeichen, dass viele junge Menschen hier in Thüringen den Wunsch haben, Erzieher zu werden. Hierbei ist es Aufgabe der Politik, die Rahmenbedingungen zu schaffen, um ihnen die Entscheidung zu erleichtern und sie auf den Weg dahin zu unterstützen. Durch den Wegfall der zugesicherten Bundesmittel war die Fortführung des Projekts gefährdet. Es hat sich gezeigt, dass es ein Fehler war, auf den Bund zu vertrauen. (Beifall AfD) Mit dem vorliegenden Antrag soll die Umsetzung des Modellprojekts aus Landesmitteln für ein weiteres Jahr sichergestellt werden. Das ist ein wichtiges Zeichen. Wir werden dem vorliegenden Antrag als AfD-Fraktion zustimmen, weil er ein Schritt in die richtige Richtung ist. Besonders freut mich der Zusatz in dem Antrag, dass die Landesregierung aufgefordert wird, die praxisintegrierte und vergütete Ausbildung von Erziehern schnellstmöglich als reguläres Angebot des Landes zu etablieren. Wenn zukünftig vom Bund Mittel für die Erzieherausbildung bereitgestellt werden und diese vor allem nicht an Zugeständnisse gekoppelt sind, kann man diese gern abgreifen. Verlassen sollte man sich allerdings nicht darauf, wie die Vergangenheit gezeigt hat. Vor allem aber darf man diese Bundesmittel nicht annehmen, wenn damit wieder verbunden ist, dass Entscheidungsbefugnisse über die Kindertagesbetreuung in Thüringen an den Bund abgegeben werden. Die Kindertagesbetreuung sicherzustellen, ist Aufgabe der Länder und der Kommunen, aber ganz sicher nicht die Aufgabe des Bundes. Diesen Föderalismus dürfen wir nicht leichtfertig aufgeben und daran darf auch nicht gerüttelt werden. (Beifall AfD) Die Fortführung des Modellprojekts darf aber auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die vorgesehenen 60 Plätze für dieses Jahr nur ein Tropfen auf den heißen Stein sind. Laut Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage vom August des letzten Jahres gehen von den rund 14.200 Erziehern im Land in den nächsten zehn Jahren 3.200 in Ruhestand bzw. erreichen das Renteneintrittsalter. Durch die Änderung des Thüringer Kindertagesbetreuungsgesetzes geht man von weiteren 530 nötigen Plätzen aus. Die momentane Personalsituation ist aber jetzt schon höchst angespannt und offene Stellen können oft nicht besetzt werden – wenn sich überhaupt Bewerber finden. Die Verstetigung der praxisintegrierten und vergüteten Ausbildung muss deswegen schleunigst angegangen werden und vor allem muss sie auch deutlich ausgebaut werden. Es wird aber auch eine Entscheidung zu treffen sein, wie zukünftig die Erzieherausbildung in Thüringen aussehen soll. Wird es dann zukünftig zwei parallel laufende Ausbildungsmodelle geben, mit der PiA-Ausbildung auf der einen Seite und der klassischen Ausbildung auf der anderen Seite? Und wenn ja, in welchem Verhältnis stehen beide zueinander? Denn eins muss schon klar sein: Mit der wünschenswerten flächendeckenden Etablierung von PiA bei der Ausbildung kann es durchaus passieren, dass sich die Bewerber zukünftig vor allem auf die PiA-Ausbildungsplätze konzentrieren, anstatt auf die klassische Ausbildung. Denn dort hat man den Vorteil, dass man die Ausbildungsvergütung hat, und das könnte auf längere Sicht unter Umständen der klassischen Ausbildung das Wasser abgraben. Es muss aber in den nächsten Jahren vor allem darum gehen, den Erzieherberuf in Thüringen attraktiver zu gestalten, damit die Erzieher, die hier ausgebildet werden, vor allem in Thüringen bleiben und nicht in andere Bundesländer abwandern. Dazu gehört es, die Arbeitsbelastung zu reduzieren, zum Beispiel durch einen angemessenen Personalschlüssel. Dazu gehört es, dass die Erzieher die nötige Wertschätzung erfahren, zum Beispiel durch eine leistungsgerechte Bezahlung. Dazu gehört es, dass die Erzieher eine Planungssicherheit haben und nicht Angst davor, von einer Befristung in die nächste geschoben zu werden. Und dazu gehört es auch, dass die Möglichkeit besteht, Vollzeit zu arbeiten, wenn dies gewünscht ist. (Beifall AfD) Wir werden – wie gesagt – als AfD-Fraktion dem Antrag zustimmen, der ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung ist, aber er ist auch nur ein erster kleiner Schritt und weitere müssen folgen, um dem gewaltigen Mangel an Erziehern entgegenzuwirken. Vielen Dank. (Beifall AfD)

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