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Robert-Martin Montag

FDP 31.01.2020 Sitzungen 7/6

Den medizinischen und pharmazeutischen Nachwuchs in Thüringen sichern – Ausbildungskapazitäten ausbauen

Liebe Frau Kerst, vielen Dank für Ihren Sofortbericht. Aber man merkt schon – und das mache ich nicht Ihnen persönlich zum Vorwurf, das will ich ganz deutlich sagen –, dass Ihr Haus von Versorgungsplanung, von Krankheitslast und leider auch von der Frage, wie bringe ich medizinisches Fachpersonal und wann bekomme ich medizinisches Fachpersonal in die Versorgung, leider keine Ahnung hat. Es ist ein bisschen mehr … (Zwischenruf Abg. Henfling, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Das gehört nicht in den Bereich des Wissenschaftsministeriums! Dann hätten Sie einen Antrag an das Sozialministerium stellen müssen!) Sie haben die Ministerien so zusammengeschnitten, liebe Frau Abgeordnetenkollegin. Ich glaube, die Frage, die dahintersteht – scheinbar wissen Sie das auch nicht –, ist die zunehmende Überalterung unserer medizinischen Fachkräfte. (Beifall AfD, CDU, FDP) Ich will auch nur was zum Bereich der Pharmazeuten noch mal sagen. Wir haben aktuell 76 Studienplätze in Jena. Die Zahl der Apotheken sinkt von 535 auf jetzt nur noch knapp 500 Apotheken. Das Durchschnittsalter ist knapp 50 Jahre. In der Zahnmedizin ebenso: 57 Studienplätze, 1.900 Zahnärzte in Thüringen, Durchschnittsalter bei über 55 Jahren, in den kommenden 10 Jahren geht die Hälfte in den Ruhestand. Genau das ist doch der Ansatzpunkt, den wir hier diskutieren: Es geht nicht darum, dass wir heute, morgen, sofort neue Studienplatzkapazitäten haben. Deswegen steht in unserem Antrag auch, dass wir Sie auffordern, gemeinsam mit uns ein Konzept zu entwickeln. Deswegen haben wir uns in unserem Antrag auch so defensiv wie irgend möglich verhalten, da wir der Überzeugung sind, weil Kosten ausgelöst werden, muss man sich sehr genau ansehen, wie sich denn Krankheitslast entwickelt. Dann will ich noch etwas dazu sagen: Deswegen auch wieder, dass man nicht nur in Beton, Computern und Lehrkräften denken muss. Da ist, glaube ich, im Juni oder Juli 2019 eine Anpassung der Bedarfsplanungsrichtlinie gekommen. Das heißt, jetzt werden weitere 3.500 Kassenarztsitze in Deutschland zugelassen. Auch da brauchen wir natürlich ausgebildete Mediziner. Und die Ausbildung dauert nicht nur drei Jahre, nicht nur fünf Jahre, sondern zwölf Jahre, wenn man noch die Facharztausbildung macht, bevor man auch Facharzt ist. Das heißt, die Zeitschiene, bis das wirksam ist – das haben Sie angedeutet –, ist nicht heute oder morgen. Aber in zehn, zwölf Jahren brauchen wir die Versorger, liebe Frau Henfling. Und wenn das in dieser Landesregierung nicht möglich ist, dass sich das eine Ministerium mit dem anderen Ministerium auseinanderdividiert und mal abklärt, ob … (Zwischenruf Abg. Henfling, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Sie sollen sich eigentlich zusammendividieren, oder?) Also ich muss schon … (Zwischenruf Abg. Zippel, CDU: Einfach wei- terreden!) Wenn ich meine Brille zurechtrücke, ist das meist kein gutes Zeichen, da bin ich nämlich ein bisschen irritiert. (Heiterkeit DIE LINKE, SPD) Frau Henfling, ich muss Ihnen sagen, wenn Sie das hier nicht interessiert: Niemand muss bei der Debatte hier sitzen, liebe Frau Henfling. Sie sind Mitglied im Sozialausschuss, da hätte ich wenigstens einen inneren Bezug zur Problematik erwartet. (Beifall FDP) Das kann man aber nicht bei jedem voraussetzen. Vielleicht wird es auch immer nur ausgeführt. Deswegen noch einmal mein Petitum: Lassen Sie uns das ergebnisoffen diskutieren! Unser Wunsch ist, dass wir das gemeinsam tun. Deswegen wollen wir es natürlich auch an den Gesundheitsausschuss, gern auch an den HuFA und an den Ausschuss für Wissenschaft überweisen. Aber, meine sehr verehrten Damen und Herren, lassen Sie uns das Problem angehen! Denn ich will noch mal auf mein Ausgangsstatement zurückkommen: Wenn sich vier zentrale Verbände und Körperschaften, die die Versorgung in diesem Land sicherstellen, mit dieser Forderung nicht zum ersten Mal gemeinsam an die Politik wenden, sollten wir diesen mindestens den Respekt gegenüberbringen, das hier ernsthaft zu diskutieren. Das gilt auch für Abgeordnete der Grünen. Vielen Dank. (Beifall AfD, CDU, FDP)

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