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Martin Habersaat

SPD 07.10.2026 Sitzungen 20/129

Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Habersaat mein Name, guten Abend! (Heiterkeit – Zuruf: Guten Abend, Herr Habersaat!) Der Kollege Balasus hat eben vorgetragen, man solle in diesem Hause nur beantragen, was neu sei. Herr Balasus, jetzt würde ich Ihnen wahnsinnig gerne die Hausaufgabe aufgeben: Gucken Sie sich einmal an, was Sie in dieser Legislaturperiode für Anträge vorgelegt haben, (Beifall SPD, FDP und SSW) und markern Sie einmal alles an, was von dem, was da drinstand, nicht neu war, was das Ministerium schon längst umgesetzt hatte, was schon angefangen war, was in Vorgängerparlamenten schon beschlossen war, und, und, und. Das dürften Sie von mir aus sogar einer KI überlassen, weil der Lerneffekt ja nur wäre, einmal zu sehen, wie viel das eigentlich ist und wie viel die Aussage eben gerade eigentlich wert war. (Martin Habersaat) Mein Vater hat einmal eine 2+ dafür bekommen, dass er ein Holzauto bei uns im Arbeitskeller produziert hat. Eine 2+ ist es nur deshalb geworden, weil sein Sohn in der Schule Vorarbeiten geleistet hatte, die das Ding so schief gemacht hatten, dass das nicht gänzlich auszugleichen war. Mein Sohn, sechs Jahre alt, hat nach zwei Wochen einen Status erreicht, den ich erst nach mehreren Jahren erreicht hatte, (Heiterkeit) indem er Hausaufgaben auch danach beurteilt, ob man die nicht schnell noch vor der Stunde machen kann, um sich damit am Nachmittag nicht weiter zu behelligen. (Beifall SPD, FDP und SSW – Zuruf CDU: Ganz der Vater!) Cleveres Kerlchen, habe ich immer gesagt, genau. Der Kern ist jeweils aber immer wieder schnell erreicht: Hausaufgaben machen nur dann Sinn, wenn sie dem Lernerfolg dienen, und in vielen Fällen tun sie das nicht. (Beifall SPD, FDP und SSW) Wo sie es tun, müssen wir einen zweiten Aspekt im Auge behalten, nämlich den, dass das eine Kind zu Hause Ruhe, einen Schreibtisch, einen Laptop, vielleicht sogar einen Nachhilfelehrer vorfindet und das andere Kind all das nicht zur Verfügung hat. In dem Fall würde Schule, die mit Hausaufgaben arbeitet, Unterschiede verstärken, die die Kinder mit in die Schule bringen, an deren Ausgleich die Schule eigentlich arbeiten soll. In diesem Fall wären Hausaufgaben sogar kontraproduktiv. Deswegen finde ich den FDP-Antrag rundum gelungen. Ich war sehr gespannt, heute zu hören, aus welchen Gründen Sie ihn denn diesmal ablehnen. Ehrlicherweise ist mir das jetzt aus Ihren Vorträgen nicht ganz klar geworden. Herr Krüger hat gesagt, er hätte auch zustimmen können. Wir können heute Abend zustimmen. Ich wünsche Ihnen irgendwann später einen schönen Feierabend. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall SPD, FDP und SSW)

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