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Martin Habersaat

SPD 18.09.2026 Sitzungen 20/128

Vielen Dank, Herr Kollege Krüger. – Hand aufs Herz: Glauben Sie, die niedrigere Abiturquote an der Westküste liegt am Fachkräftemangel an der Westküste? – Nein, das habe ich auch überhaupt nicht behauptet. (Zuruf SPD: Doch! Gerade eben!) Das habe ich ja gerade gesagt, und das haben wir hier an anderer Stelle bei Landtagsdebatten schon oft thematisiert: Es gibt viele Faktoren, warum die Abiturquote in Schleswig-Holstein schlechter ist als in jedem anderen Bundesland in Deutschland, und auch regional innerhalb von Schleswig-Holstein sehr unterschiedlich ist. Das hat auch was mit Bewertungskultur zu tun. Ich wollte das jetzt nicht weiter ausführen, weil wir ja eigentlich über das Thema Schulentwicklung Westküste sprechen, aber ich verweise da gerne noch mal auf meine Reden dazu, in denen ich sehr lang und breit ausgeführt habe, was dafür die Gründe sind. Aber das liegt nicht am Lehrkräftemangel an der Westküste. (Beate Raudies [SPD]: Aber das haben Sie gerade gesagt!) – Das habe ich nicht gesagt, Frau Raudies, aber wir haben ja ein Plenarprotokoll, das können wir da gerne noch mal nachgucken. Aber jetzt habe ich es Ihnen ja auch noch mal deutlich gesagt: Monokausal gibt es da sicherlich keinen Zusammenhang. An der Westküste liegen die Kreise mit hohem Bedarf an Lehrkräften. Das ist auch der Grund, warum das Thema Abordnung Plus so wichtig ist. Beate Nielsen hat da gerade schon darauf hingewiesen: Das ist ein wichtiges Instrument, das ist für die Westküste und für die Schulen dort sehr wichtig, auch für andere Kreise, zum Beispiel den Kreis Herzogtum Lauenburg, ist das ein ganz wichtiges Instrument, damit dort zumindest Planstellen vorübergehend besetzt werden können und die Unterrichtsversorgung gewährleistet werden kann. Dabei ist mir wichtig: Die Debatte über Abordnung Plus wird gerade in den Städten oft kritischer wahrgenommen, als es die landesweiten Zahlen nahelegen. Im vergangenen Jahr wurden über 90 Prozent der Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst befristet oder unbefristet in den schleswig-holsteinischen Schuldienst übernommen. Die sogenannte Abwanderung lag damit unter zehn Prozent, wobei darin auch Lehrkräfte enthalten sind, die sich nach dem Vorbereitungsdienst zunächst dagegen entscheiden, direkt in den Schuldienst zu gehen. Die zehn Prozent sind also wirklich ein sehr guter Wert, zumal SchleswigHolstein gleichzeitig auch Lehrkräfte aus anderen Bundesländern dazu gewinnt. Dazu kommt dann noch der Anwärterzuschlag, mit dem Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst an Grundschulen und Förderzentren in den Bedarfskreisen eine höhere Vergütung vom Land bekommen. Auch dieses Instrument zeigt Wirkung. Im letzten Schuljahr wurden 47 Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst mit dieser Zulage eingestellt, im laufenden Schuljahr sind es bereits 83. Auch beim Sonderzuschlag müssen wir aber gucken, wie wir ihn weiter ausbauen und auch auf Gemeinschaftsschulen ausweiten können, aber auch, wie wir an der Stellschraube der Zahlung drehen, damit das noch ein besserer Anreiz wird. Dies alles ist die wichtige Grundlage für eine regionale Schulentwicklung an der Westküste. Wichtig ist dann aber auch die Entwicklung. Die SPD schaut zu Recht sehr genau darauf, Gemeinschaftsschulen mit Oberstufen noch stärker zu unterstützen. In Dithmarschen gibt es bisher noch keine Gemeinschaftsschule mit Oberstufe, und dabei ist gerade an diesen Schulen das Abitur für alle ohne erneuten Schulwechsel möglich. Ich halte die Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe für die Bildungsgerechtigkeit für ein ganz wichtiges Angebot. Natürlich würde ich mir wünschen, dass wir auch in Dithmarschen mehr von diesen Schulformen oder überhaupt diese Schulformen haben, aber da müssen dann natürlich auch die Kreise vor Ort mitspielen und das wollen.

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