Martin Habersaat
Vielen Dank, Herr Kollege Krüger. – Anlass für unseren Antrag war der Umstand, dass die Abiturquote an der Westküste deutlich niedriger als im Rest des Landes ist und dass Sie in Ihrem Koalitionsvertrag selbst festgehalten haben, deshalb zum Beispiel über die Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe an der Westküste sprechen zu wollen. Dass ich heute noch einmal darüber sprechen möchte, liegt an dem Umstand, dass Sie in Ihrem Alternativantrag überhaupt nicht mehr auf dieses Thema aus Ihrem Koalitionsantrag eingehen, sondern stattdessen viele andere Dinge, die schön sind, aber nichts mit dem Thema zu tun haben, zusammengetragen haben. – Erst einmal sage ich etwas zur Abiturquote: Das ist in Schleswig-Holstein schon seit langer Zeit ein interessanter Aspekt, wie regional unterschiedlich das ist. Ich weiß aus dem Kopf, dass im Kreis Steinburg, aus dem ich komme, die Abiturquote traditionell am schlechtesten ist. Wir haben hier schon an anderer Stelle ausgeführt, wie das zusammenhängt. Das ist noch einmal ein Thema für sich. Deswegen bin ich total zufrieden, dass wir heute darüber sprechen. Ich war letztes Mal sehr traurig, als wir die Reden nur zu Protokoll gegeben haben. Das soll nicht so klingen, dass ich das irgendwie schlecht finde. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass ich die Rede fast eins zu eins schon einmal zu Protokoll gegeben habe und sich seitdem nicht viel Neues entwickelt hat. Sehen Sie mir das nach. Ich führe das gerne alles noch einmal mündlich aus, aber das wollte ich zumindest vorher einmal sagen. Der Lehrkräftemangel ist ein Problem, das wir insbesondere an der Westküste sehen. Wir sehen, dass wir einen ungleich über Schleswig-Holstein verteilten Mangel an Lehrkräften haben. Der ist regional sehr unterschiedlich. Deshalb enthalten die vier Maßnahmenpakete zur Lehrkräftegewinnung eine Vielzahl an Maßnahmen, um diesem Problem gerecht zu werden. Denn ausreichend Lehrkräfte an den Schulen zu haben ist eben essenziell für gute Schulentwicklung. Das heißt, wenn wir über dieses Thema der regionalen Probleme, gerade bei den Gemeinschaftsschulen sprechen, was ja das SPD-Anliegen ist, dann müssen wir auch immer darüber sprechen: Wie ist eigentlich die Lehrkräftesituation? – Nur wenn wir eine gute Lehrkräftesituation haben, dann ist es eigentlich schlau, über dieses Thema – wie entwickeln wir eben die Schulen an unserer Westküste weiter? – zu sprechen. Denn ohne genug Lehrkräfte ist das zum Scheitern verurteilt. Das ist an der Stelle mein Argument. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Beate Raudies [SPD]: Das ist armselig!)
