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Rixa Kleinschmit

CDU 18.09.2026 Sitzungen 20/128

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Wind und Sonne liefern uns Energie. Biogas sorgt dafür, dass sie auch dann da ist, wenn wir sie brauchen. (Beifall CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Marc Timmer [SPD]) Wenn wir heute über Biogas sprechen, dann sprechen wir über eine Branche, die in Schleswig-Holstein bereits seit vielen Jahren einen wichtigen Beitrag zu unserer Energieversorgung leistet. Viele Landwirtinnen und Landwirte, viele Unternehmerinnen und Unternehmer sind in Vorleistung gegangen. Sie haben investiert, Anlagen gebaut, Arbeitsplätze geschaffen und für regionale Wertschöpfung gesorgt. Diese Vorleistung verdient unsere Anerkennung, und sie verdient eine Zukunft. Wir sprechen dabei über eine Größenordnung, die relevant ist. Rund 900 Biogasanlagen gibt es in SchleswigHolstein. Zusammen verfügen sie über eine installierte Leistung von rund 600 Megawatt. Biogas kann in unserem Energiesystem etwas leisten, was Wind und Sonne allein nicht können. Es ist speicherbar und flexibel einsetzbar. Wenn der Wind einmal nicht weht und die Sonne einmal nicht scheint, können Biogasanlagen dazu beitragen, diese Lücke zu füllen. Gerade für Schleswig-Holstein ist das von großer Bedeutung. Wir sind ein Energiewendeland und ein Agrarland zugleich. Wir erzeugen große Mengen erneuerbaren Stroms und haben gleichzeitig die Voraussetzung für eine starke und dezentrale Bioenergie. Biogas, Photovoltaik und Windenergie sind die tragenden Säulen unserer Energieversorgung, meine Damen und Herren. Das ist keine rein theoretische Überlegung. Im Jahr 2025 wurden in SchleswigHolstein rund 2,6 Terawattstunden Strom aus Biogas eingespeist. Das entspricht ungefähr 8,6 Prozent der gesamten Stromeinspeisung in unserem Land. Insgesamt stammen 2025 91,2 Prozent der Stromeinspeisung in Schleswig-Holstein aus erneuerbaren Energien. Windenergie hat daran mit rund 80 Prozent den größten Anteil. Biogas ist dabei jedoch besonders wertvoll, weil es erneuerbare Energie flexibel dann bereitstellen kann, wenn die Sonne einmal nicht scheint und der (Rixa Kleinschmit) Wind nicht ausreichend weht. Je mehr wir auf Wind und Sonne setzen, desto wichtiger wird deshalb die Frage, wie wir diese Zeiten überbrücken, in denen diese Energiequellen gerade nicht ausreichend zur Verfügung stehen. Biogas, Speicher- und Reservekapazitäten sind dann gefragt. Biogas kann noch mehr. Viele Anlagen liefern heute schon Wärme für regionale Wärmenetze. Damit tragen erneuerbare Energien ganz konkret zur Wärme vor Ort für Haushalte, Unternehmen und kommunale Einrichtungen bei. Die Wärmewende findet nicht nur in den großen Städten statt. Gerade im ländlichen Raum können Biogasanlagen ein wichtiger Baustein für eine regionale, verlässliche und erneuerbare Wärmeversorgung sein. Beim Klimaschutz kommt es auch darauf an, wie unser Biogas erzeugt wird. Besonders wertvoll sind die Anlagen, die Gülle, Festmist, landwirtschaftliche Reststoffe oder Bioabfälle nutzen. Hier verbinden sich Energieerzeugung, Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz. (Beifall CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Marc Timmer [SPD]) Meine Damen und Herren, die Branche steht vor einer entscheidenden Phase. Bei vielen Anlagen läuft die erste EEG-Förderung und damit die Grundlage der jahrzehntelangen Investitionen aus. Damit stellt sich für die Betreiber die Frage: Lohnt es sich, weiter zu investieren? Dabei wollen viele Anlagenbetreiber genau das tun. Sie wollen ihre Anlagen flexibilisieren und stärker am tatsächlichen Bedarf der Energiesysteme ausrichten. Das Problem ist nicht die fehlende Bereitschaft, das Problem sind die Rahmenbedingungen. Deshalb richtet sich unser heutiger Appell auch ganz klar an die Bundesregierung. Wir brauchen verlässliche und wirtschaftlich tragfähige Perspektiven und Rahmenbedingungen für bestehende Anlagen. Wir brauchen Ausschreibungen, die sich am tatsächlichen Bedarf an gesicherter und flexibler Leistung orientieren. (Beifall CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Marc Timmer [SPD]) Wir müssen diese Systemleistungen angemessen honorieren. Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, andere Technologien gegeneinander auszuspielen. Es geht darum, die Stärken der verschiedenen erneuerbaren Energien in unserem Energiesystem zu nutzen. Die Energiewende muss sicher, bezahlbar und klimaneutral sein. Biogas kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten, und Schleswig-Holstein hat ein starkes Interesse daran, dass dieses Potenzial genutzt wird. Gerade deshalb müssen wir über die nächste Stufe der Energiewende sprechen, nämlich in Zukunft erneuerbare Energie zu erzeugen, sie dann verfügbar zu machen, wenn sie gebraucht wird, und damit verstärkt die Wärmeversorgung und den Verkehrssektor zu unterstützen. Die Betriebe, die hier über Jahre investiert und Verantwortung übernommen haben, müssen die Chance bekommen, ihre Anlagen für die nächste Phase der Energiewende fit zu machen. Denn Biogas schafft Versorgungssicherheit; Biogas leistet Klimaschutz; Biogas ermöglicht regionale Wärmenetze; Biogas schafft Wertschöpfung und Arbeitsplätze gerade im ländlichen Raum. Wir setzen uns dafür ein, dass Biogas ein fester Bestandteil in unserem Energiesystem ist. Jetzt und in Zukunft. (Beifall CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Marc Timmer [SPD])

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