Martin Habersaat
Also, die meisten Landtagsfraktionen, die ich kenne, Herr Kollege Petersdotter, arbeiten im Wesentlichen in Gremien, in Fraktionssitzungen, in Arbeitskreisen, in Koalitionsarbeitskreisen und dergleichen. Es ist ja ein riesengroßer Zufall, dass dieser Gesetzentwurf, den Sie wahrscheinlich präventiv auf die Tagesordnung gesetzt hatten, den alle gelesen hatten, den Sie besprochen und dann weitergeleitet haben, pünktlich genau zu den zuständigen Gremiensitzungen vorlag. Das wollen Sie mir doch nicht im Ernst erzählen, Herr Kollege. (Beifall SPD) Wo ich gerade bei Respekt und Anerkennung bin, will ich aber ausdrücklich den politischen Mut würdigen, den Studierenden in Schleswig-Holstein 7 Millionen Euro zu nehmen, um es in dieses Azubiwerk zu stecken. Das muss man sich erst einmal trauen. Da ist auf jeden Fall politischer Mut vorhanden. Herr Kollege Koch, ich kann mir nicht verkneifen, kurz auf die Zwischenfrage einzugehen, die Sie mir verwehrt haben. Meister ist genauso viel Wert wie Master. – Das können wir alle plakatieren. Das finden wir alle gut. Das ist aber genau der Punkt, den die Bundesbildungsministerin Prien meinte, als sie sagte, den Eltern fehle die Bildungsaspiration. Der Hintergrund ist nämlich, dass es weniger Eltern in Deutschland gibt, die einen Hochschulabschluss für ihr Kind wünschen. Da gibt es viele, die sagen vielleicht: Mensch, der Meister ist genauso viel wert. Mein Kind soll eine handwerkliche Ausbildung machen. – Das ist aber das, was Ihre Bundesbildungsministerin als zurückgehende Bildungsaspiration bezeichnet. (Tobias Koch [CDU]: Nein!) Ich rate Ihnen, lesen Sie das noch einmal nach. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall SPD)
