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Kristina Herbst

17.09.2026 Sitzungen 20/127

Für die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat der Abgeordnete Lasse Petersdotter Munstermann das Wort. Lasse Petersdotter Munstermann [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Abgeordnete! Wobei geht es beim Azubiwerk erst einmal im Groben? Das Azubiwerk soll den Rückenwind für die Auszubildenden darstellen. Dabei soll es keine Doppelstrukturen schaffen. Das war ja eine der ersten Befürchtungen, weil es bereits Institutionen wie die Jugendberufsagenturen, die Kammern und andere gibt, die Auszubildende unterstützen. Das Azubiwerk kann aber das leisten, was auch das Studentenwerk immer dann leistet, wenn man sich quasi im Feierabend befindet, und zwar Rückenwind und Unterstützung zu sein und den Auszubildenden die Hilfe zu erbringen, die sie schlichtweg verdient haben. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU) Das kann man erst einmal grob in vier Bereiche unterteilen. Der wichtigste und größte Bereich ist der Bereich Wohnen, denn das Wohnen ist für Auszubildende eine riesengroße Herausforderung. Die Selbstbefragung von den Kammern hat jetzt gerade gezeigt, dass die Kammern der Auffassung sind, Wohnen und Mieten seien gar nicht so ein großes Problem für Auszubildende. Ich will darauf hinweisen: Das ist eine Exklusivmeinung der Kammern, denn es ist nicht so, dass andere Erhebungen das widerspiegeln würden. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Zuruf Kianusch Stender [SPD]) Der jüngste Auszubildendenreport des DGB zeigt ganz eindeutig, dass Wohnen eine der großen Herausforderungen für Auszubildende ist. (Zuruf Dr. Bernd Buchholz [FDP]) Die Gegenüberstellung der Kammern an dieser Stelle ist vor allem, dass so viele Auszubildende bei ihren Eltern wohnten. Ja, das System ist aber auch so gebaut, dass man bei den Eltern wohnen muss. (Zuruf Annabell Krämer [FDP]) Wenn man sich die BAB, also das BAföG für Auszubildende, einmal anguckt, stellt man fest, dass man immer wieder dahin gedrängt ist, bei seinen Eltern wohnen zu müssen. Dabei ist es längst nicht so, dass alle Auszubildenden das gerne oder freiwillig machen. Teilweise würden sie gerne woanders eine Ausbildung eingehen. Das hat auch etwas damit zu tun, wie Ausbildungen früher organisiert waren. Früher war es so, dass jeder oder zumindest jeder zweite Ort noch seine eigene Schlachterei, seine KfzWerkstatt und all so etwas hatte. Heute sind die Angebote von Ausbildungsplätzen sehr viel dezentraler, als das noch vor einigen Jahrzehnten der Fall war. Das Zweite ist der Bereich Beratung. Dabei spielt natürlich vor allem die allgemeine Verweisberatung eine ganz große Rolle. Wer zum Azubiwerk geht, wird an die anderen guten Beratungsangebote wie beispielsweise bei den Kammern weiterverwiesen. Es wird aber auch Beratungsangebote geben können – darüber werden wir im parlamentarischen Verfahren sprechen –, die neu zu errichten sind. Dazu kommen finanzielle Hilfen und natürlich eine Gemeinschaft, die das Azubiwerk leistet. Die IHK und die Handwerkskammer haben sich jetzt aufgrund einer Befragung, die sie durchgeführt haben, bedauerlicherweise anders aufgestellt. Dabei wurde hervorgehoben, dass die Mobilität ein ganz großes Problem für die Auszubildenden ist. Das stimmt natürlich. Jetzt muss man aber auch feststellen: Mobilität und Wohnen sind zwei Seiten der gleichen Medaille. Je näher man bei seinem Ausbildungsplatz wohnen kann, desto weniger Mobilitätsherausforderungen hat man. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU) Ich will auch daran erinnern, dass Arbeitgeber_innen ihren Auszubildenden Jobtickets anbieten können. Das passiert heute leider immer noch viel zu selten. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, CDU, SSW und Dr. Bernd Buchholz [FDP] – Beate

Protokoll ↗