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Tobias Koch

CDU 17.09.2026 Sitzungen 20/127

Ich würde gerne noch ein paar Sätze weiter fortfahren, bevor wir zu Zwischenfragen kommen. Deshalb unterstützen wir Handwerksmeisterinnen und ‑meister bei dem Weg in die Selbstständigkeit mit der Meistergründungsprämie. (Beifall CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP) Nach dem nächsten Satz bitte den gleichen gemeinsamen Applaus. Deshalb wollen wir dafür sorgen, dass Auszubildende während ihrer beruflichen Ausbildung leichter eine Wohnung finden. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Dr. Bernd Buchholz [FDP]: Wir lösen ein Problem, das keiner hat!) Bei Studentinnen und Studenten kennen wir das ganz selbstverständlich mit dem Studentenwerk – und das schon seit über 50 Jahren, nämlich seit seiner Gründung 1971 zu damaligen CDU-Regierungszeiten. Mittlerweile betreibt das Studentenwerk über 3.000 Wohnheimplätze in ganz Schleswig-Holstein, nicht nur in Kiel, Lübeck und Flensburg, sondern auch in Heide und Wedel. Ich glaube, niemand würde auf die Idee kommen, das Studentenwerk als zentralisiertes Bürokratiemonstrum zu bezeichnen, sondern es ist gut, dass es das Studentenwerk gibt. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Nun konzentriert sich die berufliche Ausbildung zwar nicht nur auf einige wenige Hochschulstandorte, aber auch Auszubildende finden ihren Wunschausbildungsplatz nicht immer unmittelbar am Wohnort ihrer Eltern. Auch Auszubildende brauchen deshalb in der Nähe ihres Ausbildungsbetriebes bezahlbaren Wohnraum. Genau dafür wollen wir mit dem Azubiwerk Schleswig-Holstein sorgen. (Vereinzelter Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Zurufe Dr. Bernd Buchholz [FDP] und Sybilla Nitsch [SSW]) 7 Millionen Euro wollen wir dafür jedes Jahr im Landeshaushalt zur Verfügung stellen. Im Gründungsjahr 2027 starten wir mit 4 Millionen Euro, die im Haushaltsentwurf für das kommende Jahr bereits hinterlegt sind. (Sybilla Nitsch [SSW]: Was soll mit den 4 Millionen passieren? Können Sie das mal erklären?) Meine Damen und Herren, das Azubiwerk kann aber nicht nur mit diesem Geld Azubiwohnheime bauen, sondern der Landeszuschuss stellt dafür quasi den Grundstock des Startkapitals, das Eigenkapital, dar, auf dem sich dann eine weitere Fremdfinanzierung aufbauen lässt. Dazu können die Mittel der sozialen Wohnraumförderung eingebunden werden. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Pro Jahr wird damit ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag für den Bau von Azubiwohnungen zur Verfügung stehen. Damit können dann Wohnheime nicht nur in Kiel, sondern im ganzen Land gebaut (Tobias Koch) werden, in Niebüll oder Grömitz genauso wie in Bad Segeberg, Ratzeburg, Elmshorn oder Bad Oldesloe. Ich könnte die Aufzählung weiter fortsetzen. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Zurufe) Wo genau überall im Land Bedarf für Azubiwohnheime besteht, ermittelt das Innenministerium gerade in diesem Jahr mit einer regionalen Bedarfsanalyse. Dafür haben wir bereits in diesem Jahr Geld im Haushalt bereitgestellt. (Zuruf Sybilla Nitsch [SSW]) – Wir bauen natürlich erst dann, wenn wir diese Bedarfsanalyse vorliegen haben, Frau Kollegin. In Abhängigkeit von den Ergebnissen werden dann die Standorte für die zukünftigen Azubiwohnheime festgelegt. Dabei werden IHK und Handwerkskammer eng einbezogen. Denn nach unserem Gesetzentwurf werden sie im Verwaltungsrat des zukünftigen Azubiwerks Schleswig-Holstein vertreten sein. (Christopher Vogt [FDP]: Das wollen sie gar nicht sein!) Dessen Gründung hilft nicht nur den Auszubildenden selbst, sondern auch deren Ausbildungsbetrieben, weil es natürlich leichter wird, Auszubildende zu finden und freie Ausbildungsplätze zu besetzen, wenn für die Auszubildenden eine Unterkunft zur Verfügung steht. Denkbar wäre dabei auch, dass sich ein Ausbildungsbetrieb eine gewisse Anzahl von Wohnungen im Azubiwohnheim exklusiv für seine Auszubildenden reserviert, indem er sich im Gegenzug anteilig an der Finanzierung beteiligt. Dann kann der Ausbildungsbetrieb damit werben, dass er neuen Auszubildenden nicht nur einen Ausbildungsplatz, sondern auch gleich die passende Wohnung dazu anbieten kann. So könnten dann Auszubildende aus anderen Bundesländern, zum Beispiel aus Sachsen-Anhalt, zu uns nach Schleswig-Holstein kommen und hier freie Ausbildungsplätze besetzen. Von einer solchen Nachwuchsgewinnung würden wir alle bei uns im Land profitieren. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Meine Damen und Herren, ich will Sie noch explizit auf einen Satz im Begründungstext hinweisen, der lautet – Zitat –: „Unbenommen bleibt auch die Möglichkeit, Räume temporär zu vermieten, zum Beispiel an Auszubildende, die Blockunterricht haben.“ (Zuruf Dr. Bernd Buchholz [FDP]) Azubiwohnheim an Orten mit Berufsschulen – – (Wortmeldung Annabell Krämer [FDP]) – Ich würde sehr gerne Ihre Zwischenfrage zulassen; mir läuft die Zeit davon.

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