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Sybilla Nitsch

SSW 16.09.2026 Sitzungen 20/126

Geehrter Präsident! Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen! Das Anliegen der SPD, Sport und Bewegung einfach zugänglich zu machen, teilen wir grundlegend – grundlegend, ich komme noch dazu –; denn Sport ist mehr als irgendein Hobby. Wir sind der Meinung, es ist ein integraler Bestandteil unserer Gesellschaft, essenziell für Gesundheit und Lebensqualität, aber auch ein wichtiger Bestandteil sozialer Integration und Teilhabe. Dem Sport kommt damit eine große Bedeutung zu. Diese gilt es bestmöglich zu erhalten und zu stärken. Bei der zentralen Frage wie unterscheiden wir uns jedoch vom Ansatz der SPD. Die Idee einer solchen App kann durchaus sympathisch wirken, ist aber weder ganz neu noch verhältnismäßig. (Beifall SSW, CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Ein solches Projekt bindet viele Ressourcen, vor allen Dingen personelle. Ich sage Ihnen eines – ein paar Leute haben das heute schon gemacht –: Ein kurzer Griff zum Smartphone genügt, um zu sehen, dass es bereits ähnliche, frei verfügbare Angebote von privaten Anbietern, aber insbesondere die Bewegungslandkarte des DOSB gibt. Sie verschafft einen Überblick über zahlreiche Sportmöglichkeiten im ganzen Bundesgebiet, auch bei uns in Schleswig-Holstein. Ich habe gerade einmal Husum eingetrommelt. Da kann man zum Beispiel auf den Spuren von Theodor Storm wandern gehen. Das kann ich empfehlen. Wir finden dann auch noch Bolz- oder Basketballplätze, vereinsorganisierte Sportangebote und so weiter. Auch lässt es sich bequem nach Ort und Sportart filtern. Es erscheint in meinen Augen sinnvoller, diese bestehenden Angebote stärker zu bewerben und ihnen so zu mehr Sichtbarkeit zu verhelfen, als Parallelstrukturen aufzubauen. Ich bin der Meinung, der Aufbau einer solchen App und die Datenpflege würden massive Personalressourcen nicht nur bei der einmaligen Erfassung, sondern auch bei der lau- (Sybilla Nitsch) fenden Pflege binden, und man hätte Entwicklungskosten für die App. Gerade in den Zeiten, in denen Kommunen bereits überlastet sind, weiß ich nicht, ob dieses Vorhaben verhältnismäßig wäre. (Beifall SSW, CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Ich hätte da aber ein Angebot zu machen. Gäben wir alle, die wir hier im Raum sitzen, also angenommen 69 Abgeordnete, jetzt zwei Angebote in die Bewegungslandkarte rein – in die man nämlich auch gratis seine Angebote eintragen könnte –, dann hätten wir auf einen Schlag in der Bewegungslandkarte schon 138 Angebote mehr. Dementsprechend könnten wir Abhilfe schaffen. Wenn wir das noch einmal ein bisschen in unseren Wahlkreisen weitervermitteln, dann kommen richtig viele Angebote dazu. Jetzt aber mal zu der ernsthaften Frage: Ich bin nämlich der Meinung, wir sollten den Sport deutlich mehr fördern; das haben wir immer wieder betont, (Beifall SSW und FDP) auch in den letzten Haushaltsberatungen, in denen wir für den LSV gemäß Sportfördergesetz 18,75 Millionen Euro sowie für die Sanierung kommunaler Sportstätten insgesamt 7 Millionen Euro gefordert haben. Auch in der letzten Plenartagung haben wir die Bedeutung der Sportförderung hervorgehoben. Dass sich Investitionen in Sport lohnen, zeigt die Evaluation des Gesetzes zur Förderung des Sports sehr eindeutig. Die Evaluation zeigt: Das Gesetz wirkt, die Mitgliederzahlen wachsen, das Ehrenamt wird gestärkt, mehr Nachwuchssportler werden gefördert, Sportstätten werden strukturell saniert und sportliche Erfolge werden auch noch erzielt. All das sind wichtige Indikatoren für den Sport. Wir sehen aber auch, dass gerade die soziale Teilhabe an diesen Projekten deutlich wird. Die soziale Integration, Vielfalt und Teilhabe werden gefördert. (Beifall SSW und FDP) Stellvertretend muss ich sagen, dass es zwei Projekte hervorzuheben gilt, nämlich „Fit für die Vielfalt“ und „Sport für alle“. Diese Projekte zeigen, wie vielfältig Sport sein kann, von intensivem Wettkampf bis hin zum Begegnungsraum von Menschen und Kulturen. Ich sag Ihnen eines: Die Vielfältigkeit des Sports ist keine Nebensache – auch politisch nicht –, sondern seine eigentliche Stärke. Genau deshalb ist es wichtig, dass wir den Sport strukturiert fördern. (Beifall SSW und FDP) Die Evaluation macht viele wichtige Punkte deutlich. Sie macht vor allem auch deutlich, dass wir uns auf den Ergebnissen des Gesetzes nicht ausruhen können. Wie der LSV mit seinen formulierten Mehrbedarfen aufzeigt, braucht es weitere Fördermittel, um die Angebote und Projekte aufrechtzuerhalten und vor allen Dingen um den massiven Sanierungsstau in der Sportinfrastruktur entgegenzuwirken. Ich sage Ihnen an der Stelle auch: Es wird immer mit den Mitteln für die Schwimmstätten geworben, die wir alle begrüßt haben, aber als zweiter Punkt hätte ein Anteil des Sondervermögens dem Sport in der Breite zugestanden. Das hätte Abhilfe geschaffen. Das Gesetz hat zu Recht langfristige Ziele definiert; die wollen wir uns gerne angucken. Das aktuelle Ergebnis der Evaluation sollte daher nicht nur als Etappenziel verstanden werden, sondern als ein Teilziel. Am Endziel sind wir auf jeden Fall noch nicht: Vor inzwischen über drei Jahren haben wir als SSW einen Antrag eingebracht, der darauf abzielt, die Sportentwicklungsplanung konsequent finanziell zu unterlegen. Auch hier besteht weiterhin das Angebot. Ich würde mich freuen, wenn wir am Ende der Wahlperiode noch zu einem gemeinsamen Ansatz finden, sodass wir uns gemeinsam anschauen, wie der Sportentwicklungsplanung mit Fördermitteln hinterlegt werden könnte. Dies bleibt ein sehr wichtiges Anliegen. Wenn wir Sportland sein wollen, müssen wir auch bereit sein, die entsprechenden Ressourcen aus dem Parlament heraus bereitzustellen. Bei stetig steigenden Kosten braucht es nämlich auch im Sport zusätzliche Mittel. Diese Ziele sind vom LSV e. V. formuliert worden. Angesichts der Rahmenbedingungen, in denen er als Sportverband agiert, müsste man sich noch einmal angucken, wie es überhaupt möglich wäre, eigene Mittel einzuwerben. Wir müssten uns darüber unterhalten, wie dieses Ziel im Vordergrund stehen könnte.

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