Sandra Redmann
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Vielen Dank noch einmal für die sachlichen Beiträge eben. Ich habe auch nicht gesagt, dass wir nichts machen müssen. Ich weiß, dass es das Bundesrecht gibt. Natürlich müssen wir das auch bei uns umsetzen. Die Frage ist nur, in welcher Form wir das diskutieren. Da wünsche ich mir doch ein bisschen weniger Emotionen. Na ja, ich könnte hier emotional zu den kleinen Jungen von den Nutrias ausführen; das mache ich auch nicht. Entscheidend ist, wie die Zahlen- und Datenlage ist. Ich wusste bisher gar nicht, dass wir in SchleswigHolstein an den Deichen diese Probleme haben, die hier geschildert wurden. Aber wahrscheinlich wissen Sie mehr oder hören irgendwelche anderen Dinge. Das werden wir bei der Anhörung ja noch ganz genau besprechen. Dann werden wir sehen, wie die Datenlage da wirklich ist, wo denn die Problematiken in Schleswig-Holstein wirklich liegen, und ob das, was Sie jetzt hier vorschlagen, wirklich der Weg ist, den die Wissenschaft für richtig erachtet. Dafür wollen wir ja diese Anhörung auch machen. Lassen Sie mich etwas zu dem Elterntierschutz sagen. Es geht ja nicht um Elternzeit, sondern um Elterntierschutz. Ich möchte sagen: Ich finde es traurig, dass das überhaupt nicht erwähnt wird, dass es anscheinend gar nicht wichtig ist und dass es gar keine Rolle spielt. Es ist ein grundlegendes Tierschutzprinzip des Jagdrechts. Daran haben wir in Schleswig-Holstein nie gerüttelt. Es gibt viele Jägerinnen und Jäger, die mir das übrigens auch so schildern. Natürlich weiß ich, dass es nicht einfach ist. Aber ich muss Ihnen ehrlich sagen, die Jagd funktioniert hier schon seit Jahren. Mit einem Mal machen Sie alles zu einem Problem. Obwohl mehr gejagt wird, kommen mehr Nutria. Das können wir auch erklären. Es gibt ja nicht nur die Gutachten, die Sie kennen. Gucken Sie sich an, was der Deutsche Tierschutzbund dazu entwickelt hat und wozu wir Zahlen aus anderen Bundesländern haben. Da wünsche ich mir eine sachliche Debatte. Lassen Sie mich ganz klar sagen: Wenn wir so weit gehen, dann möchte ich auch, dass wir klären, wer überhaupt dafür sorgen kann, dass eingegriffen wird. Ist das im Bereich der Eigenjagd? Wer macht das eigentlich? LKN, wenn es auf dem Deich ist? Macht das die oberste Jagdbehörde? – Ich kann Ihnen Fälle in Schleswig-Holstein nennen, wo was gemacht werden sollte und nichts gemacht wurde. Wir können uns gerne die Aktenlage in den Kreisen genauer ansehen. Ich möchte dann auch, dass fachlich entschieden wird: Wenn auf einem Deich ein Vorfall ist, dann sollen die darüber entscheiden, die für den Deich zuständig sind und wissen: Aha, da kommt ein Problem auf uns zu. – Genau, Herr Siebke, da schütteln Sie nämlich den Kopf, weil Sie das nicht wollen. Aber das ist eine Geschichte, über die wir genauso reden müssen, wo die Zuständigkeiten sind und wer denn beurteilt, ob der Deich gefährdet ist und wer dann letztendlich die Entscheidung trifft. Auf die Diskussion freue ich mich. (Beifall SPD – Sönke Siebke [CDU]: Zwei verschiedene Probleme!)
