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Martin Balasus

CDU 27.08.2026 Sitzungen 20/124

Bei der Frage nach mehr Erhebung habe ich dieselbe Einstellung wie die Ministerin. Sie sagte ganz deutlich, dass wir sehr genau erfassen und wissen, (Martin Balasus) wer das Bronzeabzeichen hat. Es ist doch eindeutig, haben Sie selber vorhin gesagt, dass das Bronzeabzeichen uns zeigt, wer ein sicherer Schwimmer ist. Solange wir das wissen, ist das doch das Entscheidende. Ja, wir haben alles, was wir brauchen. Kein Mensch braucht neue Erhebungen und Statistiken. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Ich führe gerne fort; weil sie da noch steht. (Annabell Krämer [FDP]: Ich dachte, Sie wollten noch antworten!) – Ja, ich bin schon fertig. Auch die organisatorische Lage verbessert sich. Im Schuljahr 2023-2024 berichteten 61 Schulen von Schwierigkeiten in der Sicherstellung des Schwimmunterrichts. Ein Jahr später waren es 56. Im laufenden Schuljahr geben 34 Schulen an, keinen Schwimmunterricht erteilen zu können. Jede einzelne Stunde, die nicht gegeben wird, ist logischerweise eine zu viel. Aber ich möchte trotzdem noch einmal unterstreichen: Hier geht der Trend in die richtige Richtung. Schwimmen ist ein verbindlicher Bestandteil des Sportunterrichts. Alle Sportlehrer müssen über eine Schwimmlehrbefähigung verfügen. Das Land bietet unzählige Zertifikatskurse an; das wurde eben schon gesagt. Ich hätte auch gerne einmal einen gemacht. Unser Credo für den Schwimmunterricht lautet: Je früher, desto besser. Spätestens ab der 3. Klasse bis zum Ende der 6. Klasse sollen Schülerinnen und Schüler – alle Schülerinnen und Schüler – das Bronzeabzeichen und damit die Fähigkeit zum sicheren Schwimmen haben. Dabei brauchen die Schulen organisatorische Flexibilität. Manche bieten Schwimmunterricht ganzjährig an, andere saisonal. Es gibt die Möglichkeit, mittels Blockunterricht, aber auch – immer beliebter – im Rahmen einer Projektwoche oder Klassenreise die Schwimmfähigkeit zu erreichen, zum Beispiel wenn man weiter fahren muss. Eine starre Vorgabe für eine Schule, die zum Beispiel über keine wohnortnahe Wasserfläche verfügt, würde da nicht helfen. Entscheidend ist nicht, ob jede Schule denselben Stundenplan hat; entscheidend ist, ob Kinder schwimmen lernen. Dafür brauchen wir natürlich starke Partner. 116 Schulen kooperieren mit Vereinen, mit der DLRG, mit dem Schleswig-Holsteinischen Schwimmverband oder der Wasserwacht des DRK. Durch die Schwimmlernoffensive konnten in den vergangenen sechs Jahren rund 40.000 Kinder und Jugendliche zusätzlich erreicht werden. Seit 2019 wurden dafür mehr als 1,9 Millionen Euro bereitgestellt. Zugleich investieren wir in die Aus- und Fortbildung von Lehrkräften und von Übungsleitenden, und wir kümmern uns um das Kernproblem: die fehlenden Wasserflächen. Mit 25 Millionen Euro fördern wir sechs Schwimmsportstätten. In Flensburg, Husum, Laboe, Ratzeburg, Wedel und Malente entstehen oder erhalten wir rund 1.570 Quadratmeter Wasserfläche. Erlauben Sie mir einen Hinweis, weil es meine Heimatregion betrifft: Allein für Wedel sollen 4 Millionen Euro für den Umbau der Badebucht und ein neues Lehrschwimmbecken fließen. Hinzu kommen seit 2015 rund 16 Millionen Euro aus dem IMPULS-Programm für 119 Sanierungsmaßnahmen. Über den kommunalen Finanzausgleich stellt das Land jährlich 7,5 Millionen Euro für kommunale Schwimmstätten bereit. Das ist bundesweit einmalig. Ja, Schwimmbäder sind kommunale Einrichtungen. Bau, Betrieb und Unterhaltung liegen in erster Linie bei den Kommunen. Das Land lässt sie nicht alleine. Wir unterstützen intensiv. Erfolgreiche Schwimmpolitik entsteht durch Partnerschaft zwischen Schule, Eltern, Vereinen, Kommunen und dem Land. Ich spreche sehr ausführlich über die Schwimmstätten, weil ohne Schwimmstätten logischerweise kein Schwimmunterricht stattfinden kann. Liebe Kolleginnen und Kollegen, Schwimmenlernen beginnt mit einem mutigen Schritt ins Wasser. Danach braucht es Übung, Ausdauer und Menschen, die Sicherheit geben. Wir sind auf einem guten Kurs. Die Quoten verbessern sich, und weniger Schulen haben organisatorische Probleme. Diesen Kurs halten wir, bis möglichst jedes Kind in Schleswig-Holstein sagen kann: Ich kann sicher schwimmen. – Vielen Dank. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

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