Martin Balasus
Frau Abgeordnete, ich würde Sie gerne fragen: Sind Sie denn auch für die Einführung einer Schuluniform? Das würde dann natürlich auch die Markendiskussion – der eine hat eine teure Jeans, der andere hat eine nicht so teure Jeans – beenden. Ich habe als Deutschlehrer dieses Thema natürlich regelmäßig erörtern lassen. Deswegen würde mich jetzt die Meinung des SSW dazu interessieren: Schuluniform, ja oder nein? – Ob es ein Ja oder Nein zu einer Schuluniform gibt: Da geht es wieder um diesen Punkt von Gleichmacherei. Mir geht es dabei darum: Ich unterhalte mich mit den Schülervertretungen an Schulen, und sie sagen: „Wir möchten ein Poloshirt, wir möchten einen Troyer haben, damit wir zeigen können, von welcher Schule wir kommen, denn das zeigt, dass wir gemeinsam dazugehören.“ Alles safe. Ganz viele Schulen haben das schon, dass das gekauft werden kann. Ob es jetzt eine Schuluniform sein soll, steht heute in meinem Bericht einfach nicht auf der Tagesordnung. Wenn sich Schulen für Schuluniformen verständigen, na ja, gut, Haken dran, dann sollen sie das tun. Aber wenn man sich an unseren Schulen mit den Schülervertretungen unterhält, hört man von denen: Seitdem wir einheitliche Poloshirts haben, hört dieses Mobbing von wegen „Du hast die Klamotte an, ich habe die Klamotte an“ auf. – Das Zusammengehörigkeitsgefühl, das dieses Poloshirt bringen kann, finde ich gut. Aber ich stehe hier nicht und sage, jede Schule muss jetzt eine Schuluniform haben, nur weil ich der Meinung bin, dass wir eine Lernmittelfreiheit für Verbrauchsmaterialien wie Stifte etwa haben müssen, damit die Kinder am Unterricht teilnehmen können. Ich habe vorhin das Beispiel mit den Bleistiften angeführt. Sprechen Sie mal mit den Schulen, in denen dieses Mobbing tagtäglich an der Tagesordnung ist, dass Kinder, denen es sowieso schon nicht gut geht, immer wieder stigmatisiert werden, immer wieder herausgefordert werden und sie durch ihr aufbrausendes Temperament dann wieder auffallen und wieder den Schwarzen Peter haben. Darum geht es mir; es geht mir nicht um Schuluniformen. (Beifall SSW und vereinzelt SPD) Ich weiß auch, dass viele sagen: Aber das Kind von dem oder der Abgeordneten bekommt dann auch seine Stifte oder Hefte in der Schule ausgeteilt. – Ganz ehrlich, ich fand vorhin gut, dass Martin Balasus gesagt hat, breite Schultern müssen mehr tragen. Das müssen sie auch. Die, die viel Geld verdienen, können auch mehr in den Pott packen, (Christian Dirschauer [SSW]: Über Steuern!) und dann brauchen wir diese Diskussion gar nicht zu führen. Vorhin wurde aufgezählt, wo das Land schon Geld hineinpackt. Wir könnten uns viel Bürokratie sparen. Das könnten wir viel schlanker zum Wohle der Kinder und der Lehrkräfte, die an Schule unterrichten, machen. Ganz ehrlich, jeder von uns weiß, die Sommerferien sind zu Ende, das neue Schuljahr fängt an, jeder geht mit einer Liste durch die Geschäfte und guckt und so weiter. Oh Gott, dann steht auch noch, in welchem Geschäft das gekauft werden soll. Das hat für mich nichts mit Bildung zu tun. Das ist Bildungsungerechtigkeit. Der SSW ist für eine Lernmittelfreiheit für alle Kinder an unseren Schulen. Das mag eine Aufgabe für die nächste Wahlperiode sein, und das ist schon mal ein Auftrag von mir aus für alle, die dann kommen werden, sich das seriös anzuschauen. Denn wir müssen etwas machen, damit unsere Kinder von heute und morgen eine richtig gute Ausbildung bekommen können, um so später ihren Beitrag zur Gesellschaft leisten zu können. (Beifall SSW, SPD und FDP)
