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Silke Backsen

GRÜNE 19.06.2026 Sitzungen 20/122

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die großen Herausforderungen unserer Zeit sind bei uns allen längst angekommen: die Klimakrise, das Artensterben, der Ressourcenverbrauch, der Zustand unserer Umwelt, aber besonders auch der der Meere, Fragen globaler Gerechtigkeit, aber ebenso sozialer Zusammenhalt und vor allen Dingen die demokratische Teilhabe. Die Bildung für nachhaltige Entwicklung – kurz: BNE – hilft uns allen, diese Zusammenhänge besser zu verstehen, das eigene Handeln einzuordnen und Zukunft aktiv mitzugestalten. Genau deshalb ist BNE ein elementarer Baustein für einen bewussten und nachhaltigen Umgang mit Umwelt, Natur und unseren Ressourcen, (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU) und genau deshalb ist es wichtig, dass diese Bildungsarbeit nicht nur in Schulen stattfindet, sondern ebenfalls an außerschulischen Lernorten, in Vereinen, in Umweltbildungsstätten, in Kommunen, Kitas, Jugendverbänden und vielen anderen Einrichtungen. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Rixa Kleinschmit [CDU]) Wie lebendig diese Bildungslandschaft in Schleswig-Holstein wirklich ist, hat sich gerade wieder beim BNE-Forum in Neumünster gezeigt. Dort waren mehr als 100 Akteurinnen und Akteure zusammen, haben sich ausgetauscht, vernetzt und darüber gesprochen, wie Kunst, Kultur und auch Kreativität neue Perspektiven für nachhaltige Entwicklung eröffnen können. Dort wurden erneut nun-Zertifikate verliehen – „nun“ bedeutet norddeutsch und nachhaltig. Ich finde, das ist eine zutreffende Bezeichnung für unser Land, hier: Schleswig-Holstein – norddeutsch und nachhaltig. Drei Bildungsanbieterinnen und ‑anbieter wurden erstmalig ausgezeichnet: der Garten für Kinder des BUND Lübeck, die Imkerin Inga-Regina Wulff und der Verein MeerManege aus Kiel. Weitere zehn Einrichtungen erhielten eine Rezertifizierung. Die MeerManege beispielsweise, die wir demnächst wieder sehen werden, verbindet Zirkuspädagogik, kulturelle Bildung und Umweltbildung und zeigt, dass Nachhaltigkeit nicht trocken, sondern kreativ, gemeinschaftlich und vor allen Dingen generationsübergreifend gelebt werden kann. Diese Lernprojekte und Lernorte machen BNE ganz konkret. Sie zeigen: Nachhaltigkeit ist nicht nur ein Begriff in (Silke Backsen) unseren Strategien und den ganzen Konzeptpapieren, sondern sie ist etwas, das Menschen erleben, ausprobieren und dann in ihr eigenes Handeln umsetzen können. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Rixa Kleinschmit [CDU]) Seit mehr als 20 Jahren werden in Schleswig-Holstein Bildungseinrichtungen und Bildungspartner für ihre Nachhaltigkeitsarbeit ausgezeichnet. Mittlerweile sind es 74 Einrichtungen und Partner im ganzen Land – das ist ein wirklich starkes Fundament. Es zeigt, wie viel Engagement, Kompetenz und Leidenschaft bereits vorhanden ist. Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen Ehren- und Hauptamtlichen im Land bedanken, die sich in vielen Projekten, Einrichtungen und an Orten mit großem Engagement für eine starke, nachhaltige Bildung einsetzen. Herzlichen Dank. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Rixa Kleinschmit [CDU] und Birte Glißmann [CDU]) Die Landesstrategie BNE wurde 2021 verabschiedet. Sie hat viel zur Verankerung von Nachhaltigkeit in der Bildungslandschaft Schleswig-Holstein beigetragen. Aber Rahmenbedingungen und gesellschaftliche Debatten verändern sich – wir hören es auch hier. Die ökologischen Herausforderungen werden drängender, und die Strukturen, in denen BNE umgesetzt wird, müssen regelmäßig überprüft werden. Deshalb bitten wir mit unserem Antrag die Landesregierung, die bisherigen Maßnahmen, Prozesse und Zuständigkeiten zu reflektieren und zu evaluieren. Es geht darum, gute Arbeit besser zu unterstützen, Doppelstrukturen zu vermeiden und die vorhandenen Netzwerke klarer und wirksamer miteinander zu verbinden. Ein weiterer wichtiger Punkt ist für uns die Frage, wie wir Fortschritt messbar machen können. Deshalb spielt die Sichtbarkeit der nun-Zertifizierung eine große Rolle. Wenn Einrichtungen schon hervorragende Arbeit leisten, dann sollen sie auch gesehen werden, und dann soll auch das einen Effekt haben. Zertifizierte Angebote sollen leichter auffindbar sein, damit gute Beispiele andere ermutigen, sich ebenfalls auf den Weg zu machen und nachhaltige Bildung leben zu können. Ich möchte – mit Erlaubnis der Präsidentin – mit einem Zitat von Konrad Lorenz enden: „Man liebt nur, was man kennt, und man schützt nur, was man liebt.“ Es ist der Leitgedanke vieler Umweltbildungsprojekte, und drückt aus, dass der praktische Naturund Artenschutz echtes Verständnis und emotionale Verbundenheit voraussetzt. – Vielen Dank. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU)

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