Eka von Kalben
Vielen Dank. Wir haben ja eine verkürzte Redezeit vereinbart, und insofern wäre es nett, wenn man die Rede hier gut vorbringen kann. Es sind Themen, über die wir normalerweise nicht gern sprechen, obwohl Sterben genauso zum Leben dazu gehört wie zum Beispiel manche Krankheiten, über die wir hier nicht gern reden. Es ist zu schmerzhaft. Es ist zu sehr mit Trauer verbunden, und das kann ich verstehen. Doch ist es gut, dass wir hier im Landtag über das Bestattungsgesetz sprechen, weil es nun mal etwas ist, was uns alle mit unseren Angehörigen und uns selbst irgendwann im Leben betrifft. Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich bin richtig froh, dass wir heute neben der Erdbestattung und der Einäscherung eine neue Bestattungsform einführen. Das zeigt, dass wir hier fraktionsübergreifend offen sind für Neues, dass wir auf die Wünsche der Menschen im Land eingehen, auch jenseits des Todes. Ich will nicht verschweigen, dass es auf dem Weg zum Gesetz durchaus viel Kritik gab: aus Sorge um die Umwelt, die Ethik und vielleicht aus Sorge vor Konkurrenz. Es wurden Gutachten erstellt, wir haben Gespräche mit Kritikern und Kritikerinnen geführt, und wir konnten manche Bedenken ausräumen, wenn auch nicht bei allen. Das ist aber manchmal so, wenn etwas Neues auf den Weg gebracht wird. Ich will es auch nicht verschweigen: (Eka von Kalben) Es gab auch die Kritik, das sei ja nur von einer Firma. – Ja, so ist das jetzt. Die haben sich das ausgedacht, die haben das überlegt, aber es kann natürlich jetzt spreaden oder sich ausbreiten. Was mir wichtig ist: Kein Friedhof, egal ob kommunal oder kirchlich, muss die neue Bestattungsform annehmen. Kein Bestattungsunternehmen muss die Reerdigung in ihr Angebot aufnehmen. Aber sie können es jetzt, und das ist das Gute, und das erweitert die Vielfalt an Bestattungsmöglichkeiten. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, CDU, FDP, SSW und vereinzelt SPD) Das passt zu unserer vielfältigen Gesellschaft, und das passt zu Schleswig-Holstein. Ich danke wirklich allen anderen Fraktionen, dass wir diesen Weg gemeinsam gehen konnten. Ich glaube, das ist bei so einem ethischen Thema was wirklich richtig Gutes. Ich freue mich, dass unser Bundesland damit wieder einmal in einem wichtigen gesellschaftlichen Bereich Vorreiter ist. – Ich danke Ihnen für die Zustimmung. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, CDU, SSW und Dr. Heiner Garg [FDP])
