Sybilla Nitsch
Geehrte Präsidentin! Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen! Auch ich mag diese Heiterkeit in diesem Haus. Das gehört auch dazu. (Werner Kalinka [CDU]: Das muss man erst einmal schaffen!) Aber ich gebe Herrn Kalinka recht, dieses Thema ist gar nicht so lächerlich. Es ist in meinen Augen ein sehr wichtiges Thema. Ich habe ja eben auch davon gesprochen, dass einige Kreisgebiete durch den Tourismus durchaus angespannte Wohnungsmarktlagen haben. Wenn man dann dort durch die Lande fährt, sieht man sehr viele Häuser, nur: Da wohnen keine Leute, weil das Zweitwohnungen sind. Der Wohnraummarkt, der in den Orten zur Verfügung steht, ist extrem angespannt, oder es gibt nur sehr wenig bezahlbaren Wohnraum. Das heißt, die Menschen, die nicht so viel Geld haben, streiten sich – in Anführungsstrichen – um einen sehr kleinen Anteil an Wohnraum. Von daher finde ich den Ansatz des Kollegen Hölck schon einen sehr wichtigen Ansatz. Ich appelliere an die Koalition, dass Sie den Antrag mit in den Ausschuss überweisen, weil dieser Ansatz von der SPD doch parallel in der Anhörung zur Landesbauordnung in Betracht gezogen werden kann. (Zuruf SPD: Ja, aber der könnte da ja Zuspruch erhalten!) Ich denke zum Beispiel an viele Orte, die ich bei mir im Norden kenne: mittelgroße Orte, zu denen wir zum Beispiel von der Landesplanung regelmäßig zu erfahren bekommen, dort werden keine Flächen mehr ausgewiesen; es wird einfach nichts mehr geben. Punkt, Aus. – In diesen Orten ist aber trotzdem der Bedarf da, dass die Leute da leben wollen. Da gibt es eine hohe Lebensqualität. Es gibt dort viele, viele Häuser, die man durchaus teilen oder in anderer Weise aufteilen könnte. Dann muss ich noch eine Sache einbringen, weil die mich tatsächlich richtig stört. Das ist ein Punkt, den Herr Kalinka schon angerissen hat. Mich stört es, wenn gesagt wird, dass Menschen, die im Eigentum leben, irgendwie reich oder Leute seien, die privilegiert seien. – Das ist nicht so. (Beifall CDU, FDP, SSW und vereinzelt SPD) Es gibt viele Menschen, die im Eigentum leben, die aber trotzdem nicht viel Geld haben, (Zurufe SPD) die vielleicht irgendwann einmal ihr Haus von der Familie geerbt haben und nur dadurch zum Beispiel überhaupt eine Sicherheit für ihre Rente haben. Gucken Sie sich einmal die Armutsquote in unserem Land für Frauen an. Frauen kriegen so gut wie keine Rente. Wie sollen denn Frauen im Alter leben können? Wenn sie 700 Euro Rente kriegen, dann ist es doch eine tolle Sache, dass sie zum Beispiel durch ihr Eigentum abgesichert sind. Deswegen lehne ich es ab, diese Bereiche gegeneinander auszuspielen. (Beifall SSW, CDU, FDP, vereinzelt SPD und Beifall Catharina Johanna Nies [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])
