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Thomas Hölck

SPD 18.06.2026 Sitzungen 20/121

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir alle wissen: Wir haben zu wenig bezahlbaren Wohnraum in unserem Land; die Mieten sind zu hoch. Das ist das drängendste soziale Thema und Problem unserer Zeit. (Beifall SPD) Die Versorgung mit bezahlbarem Wohnraum hat sich in den vergangenen Jahren erheblich verschlechtert, der Bestand von Sozialwohnungen schrumpft. Letztes Jahr wurden 8.942 neue Wohnungen gebaut. Das sind 19 Prozent weniger als 2024. Das ist ein Desaster für diese Koalition und für diese Landesregierung. Sie hatten sich vorgenommen, 15.000 neue Wohnungen pro Jahr zu bauen. Davon sind Sie weit entfernt. Wenn wir einerseits darum ringen, wie wir den Neubau ankurbeln können, gibt es andererseits ein enormes Potenzial, das oft ungenutzt sprichwörtlich vor unserer Haustür liegt, oder besser gesagt: hinter den Fassaden bereits bestehender Einfamilienhäuser schlummert. Wir wollen mit unserem Antrag einen Impuls geben, vorhandenen Wohnraum effizienter zu nutzen. Viele Menschen in Schleswig-Holstein leben in Häusern, die für ihre aktuelle Lebenssituation zu groß geworden sind. Natürlich ist es verständlich, dass man an seinem Zuhause festhalten möchte. Dennoch liegen Teile der Immobilie brach. Die Kinder sind längst ausgezogen. Eine Partnerin oder ein Partner ist vielleicht nicht mehr da. Zimmer stehen leer. Eine eingeschränkte Mobilität erschwert es, in das Obergeschoss zu kommen. Ein Wohnhaus macht Arbeit. Somit kann ein Haus im Alter zu einer finanziellen Belastung werden. Das Eigenheim, für das man sich krummgemacht hat, wird schlichtweg zu groß für den eigenen Bedarf. Der Wohnraum muss aber instandgehalten, Räume gelüftet und im Winter beheizt werden. Deshalb muss man durchaus überlegen, ob man diesen Wohnraum nicht besser und effizienter nutzen beziehungsweise aufteilen kann. Viele Eigentümer und Eigentümerinnen könnten sich vorstellen, eine Einliegerwohnung zu schaffen und gegebenenfalls unterzuvermieten. Doch warum passiert das so selten? Die Idee, wie ein Umbau gelingen kann, fehlt. Baurechtliche Hürden und rechtliche Fragen zur Vermietung lassen Bedenken aufkommen, oder die Finanzierung lässt einen vor Veränderungen zurückschrecken. Wir wollen niemandem vorschreiben, wie man zu leben hat. Wir sprechen nicht von Zwängen, sondern von Chancen und von Freiwilligkeit. Wir wollen konkrete Hilfestellung und Anreize bieten, um bestehenden Wohnraum effizienter zu nutzen. (Beifall SPD und Eka von Kalben [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]) Hier setzt unser Antrag an. Erstens. Wir brauchen eine gezielte Informationskampagne. Viele Menschen wissen gar nicht, welche Möglichkeiten der Wohnraumteilung es gibt. Wir müssen das Thema „Untervermietung und Umbau“ in das Bewusstsein der Menschen bringen und zeigen: Dein Haus kann mehr. Zweitens. Wir fordern niedrigschwellige Beratungsangebote vor Ort. Dafür brauchen wir Wohnberatungsstellen, die vor Ort nicht nur bauliche Fragen klären, sondern auch soziale und praktische Fragen der Untervermietung beantworten und Hinweise zu Finanzierungsmöglichkeiten geben. (Beifall SPD) Denn die Vorstellung, wie so ein Vorhaben gelingen kann, schafft die Bereitschaft zum konkreten Handeln. Liebe Kolleginnen und Kollegen, unser Antrag ist auch ökologisch sinnvoll, weil er Flächen und Ressourcen spart. Er ist sozial wertvoll, weil generationenübergreifendes Wohnen entstehen kann. Mit unserer Initiative zeigen wir einen Weg auf, wie aus ungenutztem Wohnraum wieder ein lebendiges Zuhause werden kann. (Beifall SPD) Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich will Ihnen sagen: Für die angedachte Änderung der Landesbauordnung hegen wir Sympathie; denn sie passt zu dem, was wir hier beantragt haben. Wir stimmen durchaus darin überein, dass wir Wege beschreiten müssen, damit bei Umbauten die Erstgenehmigun- (Thomas Hölck) gen von Bauvorhaben möglichst Bestand haben. Natürlich muss das in der Anhörung noch genauer geprüft werden. Gerade Brandschutzfragen müssen sensibel betrachtet werden. Dazu braucht man die Expertise der Feuerwehr. Ein Problem löst der Gesetzentwurf der Koalition aber nicht. Wir haben mittlerweile einen Bauüberhang von fast 30.000 genehmigten Wohnungen in Schleswig-Holstein, Wohnungen, die aus diversen Gründen nicht gebaut werden können. Diese Genehmigungen drohen zu verfallen, weil es bisher in der Landesbauordnung für diese eine Geltungsdauer von drei Jahren gibt. Wir möchten, dass diese Geltungsdauer auf fünf Jahre erweitert wird – rückwirkend, damit wir diese Baugenehmigungen erhalten können und man die Chance hat, wenn es wieder passt, zu bauen. Insofern bitte ich um Zustimmung zur –

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