Sandra Redmann
Damit ist die Frage für mich beantwortet, Herr Uekermann. Um den Satz zu wiederholen: Die Koalition bleibt bei der ewiggestrigen Antwort: Mehr Jagd wird es schon richten. Das ist erstaunlich schlicht für eine Regierung, die sonst gerne den Eindruck erweckt, Umweltpolitik differenziert zu denken. Natürlich kann Jagd in sensiblen Gebieten ein Instrument sein, aber sie darf nicht automatisch zum politischen Reflex werden. Zudem sind viele der Probleme nicht angesprochen, menschengemacht. Diese Arten wurden hier eingeführt, gehalten, zum Beispiel zur Pelzgewinnung, und ausgesetzt. Erst schafft der Mensch die Voraussetzungen, anschließend erklärt er das Tier zum Problem. Was wir wirklich brauchen, sind klare Daten und klare Ziele. Wir brauchen ein abgestimmtes Management, und – jetzt würde ich Sie bitten, Herr Uekermann, einmal zuzuhören, denn das ist ein wichtiger Punkt – wir brauchen ein abgestimmtes Management zwischen Küstenschutz, Naturschutz, Wissenschaft, Wasserwirtschaft und Jägerschaft. Wir sollten auch einmal ganz offen darüber reden, wer eigentlich wo in Schleswig-Holstein und warum die Entscheidungskompetenz hat. Zudem müssen wir einsehen, dass manche invasiven Arten längst Teil unserer Realität geworden sind und nicht einfach wegreguliert werden können. Daher sollte dieser Antrag heute nicht durchgewunken werden – wir wollen nämlich mit Ihnen diskutieren –, denn er ist fachlich erschreckend eindimensional. Es wäre klüger, diesen zunächst in den Umwelt- und Agrarausschuss zu überweisen. Da können wir dann über Monitoring, ökologische Bewertung, über Ihre Gutachten, über Präventionsmaßnahmen, nicht letale Maßnahmen – die gibt es nämlich auch –, Zuständigkeitskoordination und Evaluation sprechen. (Manfred Uekermann [CDU]: Wenn man nicht weiter weiß, bildet man einen Arbeitskreis!) Dann hätte Ihr Antrag etwas mehr Substanz. Das wäre dringend notwendig. – Danke. (Beifall SPD)
