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Sandra Redmann

SPD 08.05.2026 Sitzungen 20/119

Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Bei dem Antrag von Schwarz-Grün fragt man sich, ehrlich gesagt, schon nach den ersten Zeilen: Was genau ist eigentlich der politische Mehrwert? Denn Sie legen uns hier einen Antrag vor, der vor allem eines macht: Er beschreibt ein Problem, das längst bekannt ist, begrüßt Geld, das bereits beschlossen wurde, und fordert Maßnahmen, die schon laufen sollen. Mit Verlaub, dafür braucht man keinen Landtagsantrag, dafür reicht eine Mail zwischen Umwelt- und Landwirtschaftsministerium. (Beifall SPD, FDP und SSW) Genau deshalb ist dieser Antrag so bemerkenswert unnütz. Dabei ist das Thema schon wichtig. Waschbär, Marderhund, Nutria und weitere invasive Arten können tatsächlich Probleme bereiten, unbestritten, insbesondere dort, wo Deiche, Uferböschungen und wasserwirtschaftliche Anlagen betroffen sind und auch, gar nicht erwähnt, beim Wiesenvogelschutz. Aber wenn man durchaus ernste Fragen ernsthaft lösen will, dann braucht man mehr als jagdpolitische Symbolpolitik. (Beifall SPD, FDP und SSW) Die gesamte Logik dieses Antrags lautet im Kern: mehr Fallen, mehr Jagd, mehr Bestandsreduktion – als wäre das automatisch schon eine Strategie. Aber wo ist eigentlich die wissenschaftliche Grundlage? Wo steht denn in Ihrem Antrag, welche Methoden bereits angewandt wurden, welche davon überhaupt wirksam waren, welche nicht, wo evaluiert wurde, wie Erfolg gemessen werden soll, wie Reinvasionen verhindert werden sollen? Nichts davon steht in Ihrem Antrag. Das ist schon deshalb bemerkenswert, weil wir über Arten sprechen, bei denen Fachleute seit Jahren darauf hinweisen, dass reine Bejagung gerade keine nachhaltige Lösung bringt. Der Deutsche Tierschutzbund weist beispielsweise darauf hin, dass trotz massiv steigender Jagdstrecken bei der Nutria kein dauerhafter Rückgang der Population erkennbar ist. Warum nun glauben CDU und Grüne eigentlich, dass mehr des Gleichen plötzlich andere Ergebnisse produziert? Darauf gibt dieser Antrag null Antwort. Stattdessen erleben wir die klassische politische Versuchung: Ein komplexes ökologisches Problem wird auf eine einfache Parole reduziert: Wir jagen jetzt härter. (Beifall Dr. Heiner Garg [FDP]) Das soll Entschlossenheit suggerieren, ist aber nichts weiter als Aktionismus ohne eine echte Lösung. (Beifall SPD und FDP) Ein modernes Wildtiermanagement besteht nicht darin, möglichst viele Tiere zu erlegen. Es bedeutet stattdessen, datenbasiert handeln, regional differenzieren, Wirkung evaluieren und Maßnahmen gezielt dort einsetzen, wo tatsächlich Schäden entstehen. 8986 Schleswig-Holsteinischer (Sandra Redmann) An dieser Stelle muss man auch einmal die politische Schieflage Ihres Antrags benennen. Wir reden über evidenzbasierte Politik und über ökologische Zusammenhänge. Aber sobald es um invasive Arten geht, landet die Koalition plötzlich wieder bei der ewiggestrigen Antwort: Mehr Jagd wird es schon richten.

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