Anette Röttger
Sehr geehrte Frau Landtagspräsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Unser Landestheater hat 2024 sein 50-jähriges Bestehen gefeiert und gerade jetzt liegt ein umfangreiches, vielversprechendes Programm für die neue Spielzeit vor. Mit 700 Veranstaltungen an zehn Orten in halb SchleswigHolstein präsentiert das Landestheater eine breite Vielfalt für alle Alters- und Zielgruppen: klassische und moderne Dramen, Opern, Musicals, Ballett, Sinfoniekonzerte, Puppentheater und natürlich auch ein Weihnachtsmärchen. Freuen wir uns auf diese neue Spielzeit. Ich danke an dieser Stelle allen an unseren Theatern im Land Beteiligten für ihre unverzichtbare kulturelle Leistung und all denen, die immer wieder für tosenden Applaus sorgen. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Danken möchte ich auch dem SSW, der einen Antrag zum Theaterland eingebracht hat. Da wir aber nicht in allen Punkten übereinstimmen, haben wir einen Alternativantrag vorgelegt. Die Theaterlandschaft in Schleswig-Holstein ist vielfältig. Sie umfasst unsere großen Häuser in den Städten Kiel und Lübeck und als größte Landesbühne das Schleswig-Holsteinische Landestheater und die Symphonieorchester GmbH mit Spielstätten in Flensburg, Rendsburg, Itzehoe, Neumünster, Heide, Husum, Meldorf, Nübel und Sankt Peter-Oding. Hinzu kommt die hervorragende Arbeit der vielen kleineren, privat geführten Theater- und Laienbühnen, die unsere Theaterlandschaft trotz bescheidener finanzieller Mittel mit einem hohen persönlichen und oft ehrenamtlichen Einsatz bereichern. Herzlichen Dank auch dafür. (Beifall ganzes Haus) Für das Landestheater hat sich die große Solidargemeinschaft aus 17 Gesellschaftern bewährt. Trotz einer vielerorts finanziell schwierigen Lage ist es hier in Schleswig-Holstein immer wieder gelungen, ein fast flächendeckendes und gut angenommenes Theaterangebot vorzuhalten. Allerdings stehen auch die Theater mit steigenden Personal- und Betriebskosten, einem Sanierungsstau in den Häusern und dringend notwendigen Investitionsbedarfen vor großen Herausforderungen. Ein kostendeckendes Wirtschaften war für die Theater im Land bisher nie möglich und wird es in auch Zukunft nicht sein. Daher haben sich das Land und die beteiligten kommunalen Partner nicht nur auf die Finanzierung über den kommunalen Finanzausgleich, sondern bereits mit dem bereits angesprochenen Theaterkonzept von 2013 auf eine Wiedereinführung der Dynamisierung verständigt. Das gilt nach wie vor. Die FAG-Mittel wurden zunächst auf 1,5 Prozent festgelegt und 2021 auf 2,5 Prozent erhöht. In Summe haben sich daraus seit 2022 die finanziellen Mittel für die drei großen Häuser zusammen um über 20 Prozent auf insgesamt 51,8 Millionen Euro im Land erhöht. Damit konnten unter anderem die höheren Tarifabschlüsse aufgefangen werden. Das Land Schleswig-Holstein steht zu seiner Verantwortung und hat diese Zusagen eingehalten. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Sybilla Nitsch [SSW]: Nein, das stimmt nicht!) Auch die beteiligten Kommunen in der Solidargemeinschaft haben sich bislang an die vereinbarten Gesellschaftsverträge gehalten – auch das ist gut so und sehr wertvoll. Die Aufrechterhaltung unserer Theaterlandschaft erfordert weiterhin die bewährte gute Symbiose von Stadt und Land und ausdrücklich auch die Verlässlichkeit aller beteiligter Gesellschafter im Sinne der vereinbarten gesellschaftlichen gemeinsamen Finanzierung. In der Presseberichterstattung der vergangenen Woche klang an, dass die geplante Absenkung des Solidarbeitrages der Stadt Flensburg diskutiert werde. Das wäre aus unserer Sicht nicht nur für das Lan-8948 Schleswig-Holsteinischer (Anette Röttger) destheater, sondern vermutlich auch für die Stadt Flensburg selbst folgenreich und problematisch. Mit unserem Antrag fordern wir daher die Gesellschafter auf, auch in diesen Zeiten die Regeln der bewährten und vereinbarten Solidargemeinschaft zu erfüllen. Gleichzeitig regen wir eine Untersuchung zur internen Organisation des Landestheaters an. Zudem fordern wir eine Bestandsaufnahme über Finanzierungsstrukturen der öffentlich und privat geführten Theater- und Laienbühnen als transparente Grundlage für eine strategische Weiterentwicklung der Theaterlandschaft in Schleswig-Holstein insgesamt.
