Martin Balasus
Erstens teile ich dieses Narrativ, das von den anderen Rednern erzeugt wurde, dass Menschen hier völlig überfordert sind und alleingelassen werden, überhaupt nicht. Ich selbst habe die Lehrkräfteausbildung durchlaufen (Zurufe) und weiß aus der Praxis von vielen Unterstützungssystemen. Die Ministerin hat ausgeführt, welche Unterstützungssysteme in der, ich nenne es einmal so, Ausbildung des Direkteinstiegs wirksam werden. Ich möchte aber einen Vorschlag machen: Wir sollten im Herbst oder am Ende des Jahres ausführlich über die Verzahnung der drei Ausbildungsphasen, also über den Vorbereitungsdienst und die Weiterentwicklung, sprechen. Das ist ein Thema, das wir im Bildungsausschuss schon ausführlich erörtert haben. Wir müssen uns aber sowieso noch einmal grundsätzlich darüber unterhalten. Das ist der richtige Ort, um die Debatte zum Beispiel über Onboarding und so weiter zu führen. Diese Debatte führe ich, führen wir sehr gern mit Ihnen. – Also, das Angebot nehme ich doch glattweg an, denn das ist genau der Punkt. Martin Habersaat hat das vorhin noch einmal gesagt. Mein Antwort auf die Zwischenfrage dauert vielleicht länger als eine Minute. Wir haben 2014 mit dem neuen Lehrkräftebildungsgesetz versucht, die Lehrkräfteausbildung grundständig zusammenzuführen und sie zu verändern. Dann ist da auch der Teil über das Praktikum und das Praxissemester und so weiter. Ich glaube, dass wir dann mehr junge Leute davon überzeugen können, dass Schule der richtige Ort ist, weil sie schon so lange an der Uni studiert haben. Wenn sie vom Hörsaal plötzlich in die Schule gehen, dann denken sie häufig: Huch, Kinder! – Ja, das ist so. Deshalb müssen wir den Praxisanteil und das Mentoring, das Onboarding viel besser machen. Das setzt voraus, dass Schule dafür mehr Ressourcen kriegt. Ich unterhalte mich am Ende des Jahres gern mit den regierungstragenden Fraktionen im Bildungsausschuss darüber. Dann gucken wir, wie wir diese Dinge einfach besser verzahnen, damit mehr Menschen tatsächlich die Ausbildung abschließen.
