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Thomas Hölck

SPD 07.05.2026 Sitzungen 20/118

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Es geht uns mit unserem Antrag darum, ein Signal zu setzen. Wir wollen einen Beitrag leisten, um berufliche und akademische Bildung anzugleichen – nicht in Sonntagsreden oder Regierungserklärungen, sondern in der Realität. Ob Handwerker_innen oder Akademiker_innen, beide sind gleich viel wert. (Beifall SPD, SSW, Marion Schiefer [CDU] und vereinzelt BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Der Aufstiegsbonus würde zeigen, dass die Bemühungen, die Risiken, der Ehrgeiz und der Fleiß vom Landtag gesehen und gewürdigt werden. Aufstieg durch Bildung, darum muss es gehen. Wir müssen das Land sein, in dem sozialer Aufstieg durch Fleiß, Förderung, Bildung und Ehrgeiz möglich ist. Dabei darf man auch scheitern, und wer gescheitert ist, hat eine neue Chance verdient. Aufstieg durch Bildung bedeutet auch, dass dieser unabhängig vom Geldbeutel möglich sein muss, in der akademischen Bildung wie in der beruflichen Bildung. Wer heute einen Bachelor- oder Masterabschluss machen möchte, kommt dank des Verwaltungskostenbeitrags nicht mehr ganz so günstig davon. Schuld ist die verfehlte Haushaltspolitik der Günther-Regierung. 380 Euro Semesterbeitrag je Semester – auch studieren muss man sich leisten können. Aber im Verhältnis dazu wird es noch einmal absurd teurer, wenn man einen Handwerksmeister- oder Handwerksmeisterinnenabschluss machen möchte, denn mit 10.000 plus x Euro muss man da durchaus rechnen. Wer sich in diesem Land als Handwerker fortbilden will, andere ausbilden, Betriebe übernehmen oder sich dafür einsetzen möchte, dass Wohlstand entsteht, indem man einen Betrieb übernommen hat, der muss sich in der Regel (Thomas Hölck) erst einmal ordentlich verschulden, wenn nicht der alte Betrieb oder die eigenen Eltern die Kosten decken. Beim Parlamentarischen Abend im März 2026 beim Handwerk wurden wieder zehn Stipendien an angehende Meisterinnen und Meister vergeben. Ich möchte dem Verein zur Förderung des Handwerks in Schleswig-Holstein danken, der das organisiert hat und die Sponsoren akquiriert. (Beifall SPD, FDP, SSW und vereinzelt CDU) Aber es sind eben auch nur zehn Meisterinnen und Meister, die dieses Stipendium erhalten haben. Ich habe den Parlamentarischen Abend des Handwerks zum Anlass genommen, um angehende Meister und Meisterinnen zu ihrer Ausbildung zu befragen. Ich habe zum Beispiel mit einem Ofen- und Lüftungsbauer gesprochen. Er schilderte, dass er das erste und zweite Modul online machen muss: freitags von 13 bis 20 Uhr, samstags von 8 bis 15 Uhr – für zwei Jahre. Daneben arbeitet er in Vollzeit. Zusätzlich muss er noch sechs Wochen lang eine Präsenzausbildung in Dresden absolvieren. Also kommen noch Kosten für die Unterbringung und Hin- und Rückfahrt sowie Verpflegung dazu. Außerdem muss er zehn Wochen Präsenzunterricht für die Module 3 und 4 absolvieren. Das bedeutet zehn Wochen Verdienstausfall bei 12.000 Euro Gebühren insgesamt für die Meisterkurse. Respekt für alle, die diesen Weg auf sich nehmen, Meister oder Meisterin werden zu wollen. (Beifall SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, FDP, SSW und vereinzelt CDU) Von einer Gleichwertigkeit der beruflichen und akademischen Bildung sind wir hier weit entfernt. Der Parlamentarische Abend hat auch gezeigt, dass von uns erwartet wird, fraktionsübergreifend, dass wir zu einer Lösung kommen, dass wir fraktionsübergreifend dem Handwerk beiseitestehen. Die Meistergründungsprämie ist richtig, aber sie wirkt erst dann, wenn man einen Meistertitel oder einen Meisterinnentitel hat. Es stehen dem auch hohe Kosten bei der Übernahme von Unternehmen entgegen. Die Forderung der FDP, die Meisterausbildung kostenfrei zu stellen, ist ebenfalls richtig. Das haben wir schon 2019 gefordert. Da war der Kollege Buchholz noch anderer Auffassung, aber er ist ja in einigen Dingen lernfähig. (Beifall SPD, SSW und Dr. Heiner Garg [FDP]) Insofern ist es gut, dass dieser Antrag gestellt worden ist. Der von uns geforderte Aufstiegsbonus ist aber auch richtig. Wir müssen feststellen, dass jeder dritte Handwerksbetrieb einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin sucht. Finden diese Betriebe niemanden, dann gehen Erfolg, Wirtschaftswachstum und Wohlstand verloren. Da geht Innovation verloren, Erfahrung geht verloren. Das dürfen wir nicht zulassen. Wir brauchen deshalb jede Frau und jeden Mann, die oder der die Weiterbildung zur Meisterin oder zum Meister auf sich nehmen will. Wir hatten 2025 eine Ausbildungsquote von 5.500 jungen Menschen im Handwerk, aber nur 500 junge Handwerkerinnen und Handwerker haben sich auf den Weg gemacht, eine Meisterprüfung zu absolvieren. Sie haben sie auch bestanden, aber da ist noch Luft nach oben. Deshalb sollten wir heute hier für die Zukunft des Handwerks ein Zeichen der Gemeinsamkeit setzen. Lassen Sie uns alle Anträge in den zuständigen Wirtschaftsausschuss überweisen und über eine gemeinsame Lösung, eine gemeinsame Verbesserung für die Meister_innenausbildung sorgen. Darum bitte ich Sie um die Überweisung in den Ausschuss. – Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall SPD und SSW)

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