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Martin Habersaat

SPD 07.05.2026 Sitzungen 20/118

Vielen Dank. – Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Ich wollte zuerst mal die Kollegin Riecke beruhigen. Ich kann Ihnen nämlich versichern, dass es in der SPD überhaupt niemanden gibt, der in die Politik gegangen ist, damit alles so bleibt, wie es ist. (Beate Raudies [SPD]: Genau!) Das sind die Kolleginnen und Kollegen auf der anderen Seite, wenn überhaupt. (Beifall SPD – Zurufe CDU) Ich möchte hier über Prävention sprechen. Wir unterscheiden bei der Prävention drei Arten. Das Erste ist die primäre Prävention. Das kennen wir aus der Medizin. Das wäre zum Beispiel eine Impfung. Das ist, wenn Sie das auf die Arbeit an Schulen beziehen, so etwas wie: Gruppengefühl stärken, Zusammenhalt stärken, dafür sorgen, dass die Gruppe als Ganzes funktioniert, dass niemand ausgeschlossen wird und so weiter. Zweite Ebene der Prävention, die sekundäre. In der Medizin wären das zum Beispiel Krebsvorsorgeuntersuchungen, um den Tumor möglichst früh zu erkennen, um möglichst frühzeitig handeln zu können. Übertragen auf unser Schulsystem: Schulsozialarbeit zum Beispiel, die gerne mehr primäre Prävention leisten würde, das meistens nicht schafft, aber bei der sekundären Prävention dann eben dabei ist. Wenn also irgendwo Probleme auftauchen, dann mit den Schülerinnen und Schülern arbeiten. Dritte Form, tertiäre Prävention: Nach der Manifestation der Krankheit, um Folgeschäden vorzubeugen. Medizin: zum Beispiel Reha, Schulsystem: zum Beispiel Schulpsychologischer Dienst. Es ist irgendetwas passiert, der Schulpsychologische Dienst kommt und berät die Schule, wie es weitergeht. Wir haben ein erfolgreiches Projekt in SchleswigHolstein – und damit komme ich zum Thema –, das im Bereich der primären Prävention aktiv ist. Das sind die Respekt Coaches. Die gehören nicht zum Programm „Demokratie leben!“, die gehören aber zum Streichprogramm der Bundesbildungsministerin. Ich weiß gar nicht, was mit ihr los ist; denn alles, von dem sie immer behauptet, dass es ihr wichtig ist, und das, was sie tatsächlich tut, das bringe ich momentan nicht übereinander. Wir sagen hier bei jeder Gelegenheit, wie wichtig es ist, Antisemitismus vorzubeugen, Rassismus vorzubeugen, gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit vorzubeugen. Und hier haben wir ein Programm, das ist evaluiert, das ist erfolgreich, das funktioniert, das wissen wir, und es soll gestrichen werden. Man fragt sich, warum, wenn nicht, weil die Bundesbildungsministerin sich in irgendeiner Form in einem anderen Parteiflügel profilieren möchte, als sie bisher verortet war. Ich habe bisher noch keine andere Erklärung gefunden; vielleicht können Sie mir eine senden. Ich wollte mich bei unserer Bildungsministerin bedanken, dass sie auf Bundesebene das Gespräch suchen möchte, um die Respekt Coaches zu erhalten. Sie wären es wert, meine Damen und Herren, denn das ist wirklich mal ein konkretes, erfolgreiches Beispiel von primärer Prävention und genau das, was wir alle immer suchen. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SSW)

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