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Claus Ruhe Madsen

07.05.2026 Sitzungen 20/118

Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordnete! Die Vision Zero ist eine Leitidee mit einem ambitionierten Ziel: Kein Mensch soll im Verkehr sterben oder schwer verletzt werden. Im Mittelpunkt steht nicht die Frage, wer schuld ist, sondern wie Systeme so gestaltet werden können, dass Fehler nicht zu schweren Verletzungen führen oder gar tödlich enden. Infrastruktur, Technik und menschliches Verhalten sollen in Einklang gebracht werden, um Leben zu schützen. Die Vision Zero setzt auf ein Zusammenspiel vieler Faktoren: sichere Straßenräume, verantwortungsbewusstes Verhalten, klare gesetzliche Rahmenbedingungen und moderne Technologien. Letztlich ist die Vision Zero nicht nur eine verkehrspolitische Forderung, sondern ein Ausdruck gesellschaftlicher Werte. Vision Zero steht für Verantwortung, Rücksichtnahme, Respekt, Achtsamkeit und die Bereitschaft, Mobilität für alle sicher zu gestalten – ganz unabhängig davon, ob man zu Fuß geht, mit dem Fahrrad unterwegs ist oder Auto fährt. Es ist die Grundlage von Verkehrssicherheitsarbeit und daher richtigerweise auch eins von drei Zielen unserer Radstrategie. Die Unfallzahlen zeigen aber auch, dass wir hier noch längst nicht am Ziel angekommen sind. Wir haben deshalb sowohl unsere Verkehrssicherungsarbeit als auch unsere Radstrategie evaluieren lassen. Gerade im Radverkehr sehen wir eine deutliche Entwicklung in den letzten Jahren. Als die Radstrategie vorgestellt wurde, war Radverkehr im LBV.SH eine Teilaufgabe von vielen. Es standen 10 Millionen Euro bis 2030 zur Verfügung. Das landesweite Radverkehrsnetz war eine physische Karte. Heute investieren wir knapp 40 Millionen Euro pro Jahr. Es gibt eine Stabstelle im LBV.SH. Die Kommunen haben Radverkehrskonzepte, und mit dem Radverkehrsinformationssystem haben wir eine Vorreiterrolle bei der Digitalisierung von Verkehrsdaten eingenommen. Die Evaluierung der Radstrategie zeigt Handlungsbedarf, und wir wissen schon jetzt, dass wir nicht alle Ziele bis 2030 wie geplant erreichen werden. Das sind wertvolle Hinweise für uns, damit wir noch weiter nachschärfen und uns auf die richtigen Aspekte fokussieren können. Dazu gehört neben dem Thema Sicherheit auch Modal Split. Radfahren ist ein Hauptgrund für Urlaub in Schleswig-Holstein. 70 Prozent unserer Gäste fahren hier Rad. Das ist super. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Werner Kalinka [CDU]: So ist es!) – Auch bei dir, lieber Werner. Auf dem Weg zur Arbeit wird das Rad immer mehr genutzt. Schleswig-Holstein ist hier gemeinsam mit Niedersachsen mit 15 Prozent Radverkehrsanteil auf dem ersten Platz der Flächenländer. Bis zum angestrebten Anteil von 30 Prozent ist es allerdings noch ein sehr weiter Weg. Wir werden dafür weitere Projekte fördern. Schon jetzt haben wir mehr als 250 Vorhaben der Kommunen unterstützt. Wir fördern das Projekt Schulwegepläne von RAD.SH. (Unruhe)

Protokoll ↗