Katja Rathje-Hoffmann
Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Vielen Dank für diese aufschlussreiche Erläuterung. (Heiterkeit) Herzlichen Dank an das Team der Ministerin für diesen wunderbaren Bericht. Er stützt sich auf die Zahlen und Daten des Jahres 2025. Als Datengrundlage dient die Kita-Datenbank mit all ihren Erhebungen und Statistiken. Im Besonderen wird auf die Lage der Kinder mit Behinderung und der Kinder, die von Behinderungen bedroht sind, hingewiesen. Die Grundlage des pauschalierten Systems sind die im Gesetz festgelegten Parameter, die nun durch ein regelmäßiges und gesetzlich fundiertes Monitoring überwacht werden. Gemeint sind hier die Haushalts- und Finanzplanung sowie Qualität und Verfügbarkeit der Betreuung, die Kinderzahlen und Betreuungsplätze und der Betreuungsumfang sowie die Anzahl der I‑Kindergartenplätze und die außerplanmäßigen Schließungen der Einrichtungen. Zudem werden die Aufwendungen für den Neubauzuschlag erfasst. Das gesetzlich festgelegte Monitoring untersucht die Ausschöpfung des Personalbudgets und die durchschnittliche Erfahrungsstufe nach TVöD SuE sowie die durchschnittlichen Ausfallzeiten. Hinzu kommen weitere Berechnungsparameter für die Kindertagespflege. Die Begleitung des Monitorings erfolgt durch eine eingesetzte Untergruppe des Fachgremiums, das ja alle kennen. Kommen wir zur Datenerhebung: Die Entwicklung des Platzangebots wird überwacht, um den Ausbau der Betreuungskapazitäten zu beobachten. Diese Daten sind für die Finanzplanung sehr relevant. Die Gesamtzahl der Plätze bleibt im Jahr 2025 in etwa konstant, bei Schwankungen zwischen 122.806 und 123.263 anerkannten Plätzen. Im Bereich der U3-Jährigen gibt es ebenfalls nur geringe Veränderungen, von 26.775 auf 26.908 – bei stabilen Kapazitäten. Im U3-Bereich beobachten wir einen leichten Anstieg der Plätze. Eine abnehmende Tendenz ist bei den Hortplätzen zu erkennen. Ein Grund dafür könnte der seit diesem Jahr geltende Rechtsanspruch auf eine ganztägige schulische Betreuung sein. Im September 2025 zeigte sich jedoch, dass der Kinderzahlenaufwuchs nochmals deutlich schwächer ausfiel, was sich in zunehmenden Leerständen zeigte. Das gilt ebenfalls für die Kindertagespflege. Die Qualität der Betreuungsplätze wird kontinuierlich bewertet und beobachtet. Das dient der Personalentwicklung und der Betreuungssituation in der Kita. Durch den Einsatz des Anstellungsschlüssels ist der Personaleinsatz nun deutlich freier und flexibler geworden als beim alten Gruppenbetreuungsschlüssel. Es ist ein großer Erfolg, dass wir das so machen. Die Auswertung der Daten zeigte keinen prozentualen Rückgang bei den qualifizierten pädagogischen Fachkräften. Der aktuelle Rückgang der Kinderzahlen eröffnet neue Handlungsspielräume für das Kitasystem. (Katja Rathje-Hoffmann) Hier wollen wir mit der Änderung des KitaG und dem bereits vorgestellten Zehnpunkteplan KiTa für Alle weitere und wichtige Verbesserungen erzielen. Dafür stehen 35 Millionen Euro – die Ministerin hat es erwähnt – aus dem System zur Verfügung; die Mittel bleiben im System. Im Rahmen des 35 Millionen Euro schweren Investitionspakets werden diverse Maßnahmen getroffen, um Leerstände in den Kitas insgesamt zu verringern und dadurch eventuell anstehende Kitaschließungen zu vermeiden. Es werden die Kitazugänge für Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund und aus bildungsfernen Familien, die häufig keine Kita besuchen, besonders adressiert. Die Betreuungsquote der Drei- bis Sechsjährigen in Schleswig-Holstein liegt bei 92 Prozent und damit unter dem Bundesdurchschnitt von 95 Prozent. Wird aber ausschließlich die Gruppe der Kinder mit Migrationshintergrund betrachtet, liegt die Betreuungsquote nur bei circa 60 Prozent. Wir wollen, dass möglichst alle Kinder den Zugang zu frühkindlicher Bildung erhalten. Deshalb stärken wir die niederschwellig konzipierten 144 Familienzentren im Land mit zusätzlich 3 Millionen Euro für weiteres Personal, um aufsuchende Arbeit für diese Gruppen zur Motivation zu ermöglichen. Zudem erhöhen wir die Anzahl der PerspektivKitas um 125 auf dann 175 Kitas. Hierfür werden zusätzlich 5,3 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Ferner werden die Krankheitstage des pädagogischen Personals von 15 auf 19 erhöht, (Zuruf Martin Habersaat [SPD]) mit einem Landeszuschuss von 12 Millionen Euro. Die inklusiven Kitas werden mit 4 Millionen Euro gestärkt und die überarbeiteten Bildungsleitlinien mit 300.000 Euro in die Praxis umgesetzt. Mit einem Neubauzuschlag in Höhe von 8 Millionen Euro und der Übernahme und Umsetzung des Tarifabschlusses – 5,8 Millionen Euro – gehen die Kommunen auch diesmal nicht leer aus. Das KitaPortal wird elternfreundlicher und damit verbessert.
